Ein Stück des Wegs begleiten

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Mithilfe des Systembretts können Kinder ihre innere Welt konstruieren und sichtbar machen. Das passiere rein intuitiv, erklärt Birgit Roller.

Landsberg – Ein heller Raum in Landsberg. An der Wand eine riesige Fototapete, die Urlaubsstimmung aufkommen lässt. Bunte Sitzsäcke, Kissen, ein Tisch mit zwei Stühlen. Zwischen all dem springt ein weißes Fellknäuel umher. „Mein Co-Coach“ meint Coach Birgit Roller schmunzelnd. Tatsächlich helfe der kleine Hund oft, Zugang zu den Kindern zu finden, wirke quasi als Eisbrecher. Doch die meisten fühlen sich hier gleich wohl, bauen rasch Vertrauen auf.

Doch warum ist Coaching für Kinder und Jugendliche überhaupt nötig? „Tatsächlich ist der Bedarf gestiegen. Viele Kinder sind überfordert mit unserer Schnelllebigkeit und stehen durch die gestiegene Leistungsanforderung der Schule enorm unter Strom“, erklärt Birgit Roller. Mittlerweile kommen viele kleine Klienten auf Empfehlung der Schule zu ihr. Coaching verstehe sich dabei als „Hilfe zur Selbsthilfe“, unterstütze dabei, Probleme zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten. Oft seien es vergleichsweise kleine Dinge, die der Entfaltung des Kindes im Weg stehen. Manche Kinder kommen nur mit einem Thema wie Prüfungsangst, Schüchternheit bei Referaten und Präsentationen oder Konzentrationsproblemen.

Da kann gezieltes Coaching oft schnell helfen, beispielsweise mithilfe von Mentaltraining oder Fantasiereisen. Ein Gesamtpaket für einen leichteren Schulalltag bieten die Workshops mit Themen wie „Lernen lernen“, Prüfungsvorbereitung, Teambildung oder Talente stärken. 

Intensiver ist die Arbeit, wenn schwere Blockaden oder Traumata vorliegen oder die häusliche Situation eine Belastung darstellt. Hier kann eine Aufstellung mit dem Systembrett helfen, die Birgit Roller, sys- temischer Coach und lange Zeit im Businesscoaching tätig, selbst aus dem Businesskontext übernommen und kindgerecht weiterentwickelt hat: Mithilfe von Figuren konstruieren Kinder ihre Situation, bezogen auf Familie, Schule, Freunde. Auch innere Anteile wie Frust, Faulheit, Ängste oder mangelndes Selbstwertgefühl können sichtbar gemacht werden. Aber: „Coaching ist keine Psychotherapie. Wir docken zwar an die Psychologie an, arbeiten aber stark lösungsorientiert“, differenziert es Roller. Sie möchte Kinder und Jugendliche „ein Stück ihres Wegs begleiten“, aber mit dem Ziel, die Kinder so stark zu machen, dass sie den weiteren Weg alleine bewältigen können.

Patricia Eckstein

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