Der Bedarf für 82 Plätze ist da – Altenpflegeheim auf dem ehemaligen BayWa-Gelände in Landsberg

Es sieht gut aus für die Pläne der in Pfarrkirchen ansässigen Bayernland Immobilien GbmH&Co.KG: Ein Altenpflegeheim mit 82 Plätzen möchte sie auf einem Teil des ehemaligen BayWa-Geländes an der Spöttinger Straße errichten. Für dieses Vorhaben sprach sich der Bauausschuss in der vergangenen Woche aus. Er empfahl dem Stadtrat, eine städtebauliche Voruntersuchung in Auftrag zu geben und das Bebauungsplanverfahren „Spöttinger Straße 2“ einzuleiten.

Bereits Mitte Juli war das Projekt Thema im Bauausschuss gewesen. Einer entsprechenden Bauvoranfrage konnte das Gremium allerdings nicht zustimmen, weil das Areal der ehemaligen BayWa als Gewerbegebiet ausgewiesen ist – ein Altenpflegeheim wäre somit nicht zulässig. Weil das Ansinnen des Investors aber auf offene Ohren bei den Stadtoberen stieß, erhielt die Bauverwaltung den Auftrag, ein „kooperatives Planungsverfahren“ einzuleiten. Am ehesten geeignet Erster Schritt war die Überprüfung der Nutzungsmöglichkeiten durch das Münchener Beratungs- und Management-Büro CIMA. Das von Dipl.-Geograf Stefan Gortan nun im Bauausschuss vorgetragene Ergebnis gibt dem Vorstoß des Investors aus Pfarrkirchen Recht: „Das Kon­zept für ein Altenpflegeheim entspricht sowohl städtebaulich als auch immobilienwirtschaftlich am ehe­sten den Standortbedingungen.“ Nicht abgestimmt Bei seiner Einschätzung des Marktpotenzials kommt Gortan zu dem Schluss, dass die von Bayernland vorgelegte Bedarfsrechnung mit 82 Plätzen realistisch sei. Barbara Juchem (CSU) und Ruth Satzger (Grüne) gefiel das nicht besonders: Die CIMA-Einschätzung sei nicht mit dem seniorenpolitischen Gesamt­kon­zept des Landkreis abgestimmt, bemängelten sie. Und 3. Bür­ger­meisterin Sigrid Knollmüller (CSU) fand es bedauerlich, dass Betreutes Wohnen überhaupt nicht in die Betrachtung einbezogen wurde. Dem setzte Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) entgegen, dass diese Wohnform nicht ausgeschlossen sei, allerdings nur ein Antrag für ein Altenpflegeheim vorliege. Daneben plant die BayWa auf dem Areal zwischen Spöttinger Straße und Bahnlinie Landsberg-Kaufering noch ein Woh- und Geschäftshaus mit 18 Wohnungen sowie ein Gebäude mit 300 Quadratmeter für Büro und Läden. In einer Tiefgarage, so die Bauvoranfrage, sollte Platz für 26 Autos und im Freien für 28 Fahrzeuge sein. Der Gestal­-tungs­bei­rat hingegen empfiehlt unter anderem, die Stellplätze größtenteils in einer Tiefgarage un­ter­zubringen und möglichst viel Freiraum für Grünflächen zu schaffen. Wenig aussichtsreich Das Büro CIMA hat für das Areal in „2b-Lage“ auftragsge­mäß auch andere Nutzungs­mög­lichkeiten in Augenschein genommen. Danach sei der Standort für groß- und kleinflä­chigen Einzelhandel „sehr un­günstig“. Das Angebot sollte allenthalben auf die Zielgruppe Senioren ausgerichtet sein. Für die ausschließliche Wohnnutzung gebe es, so Gortan, „deutlich attraktivere“ Standorte in der Lechstadt. „Weniger aussichtsreiche Vermarktungsperspektiven“ lassen auch die ausschließliche Büronutzung scheitern, für ein 3-Sterne-Hotel reiche die Fläche nicht aus und für ein 5-Sterne-Haus sei die Adresse nicht geeignet. Ein Parkhaus hätte an dem Standort auch keine Chance. Es könne nur als Subventionsbetrieb geführt werden und sei ein paar Schritte zu weit von der Altstadt entfernt. Ein weiteres Kino wäre in Landsberg grundsätzlich denkbar, befand Gortan, allerdings nicht am Standort Spöttinger Straße, der nicht über die erforderlichen Qualitäten verfüge – im Gegensatz zur Pflugfabrik.

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