Ehrung für "Vollblutpolitiker"

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Beifall bei der Bürgerversammlung für die Geehrten: Franz Wegele (19 Jahre im Gemeinderat), Claas von Thülen (Preisträger Beste Renovierung alter Gebäude), Bürgermeister Josef Lutzenberger und Horst Schnappinger, 24 Jahre im Gemeinderat (von links nach rechts).

Utting – Es menschelte bei der diesjährigen Uttinger Bürgerversammlung in der Bayerischen Verwaltungsschule Holzhausen. Bürgermeister Josef Lutzenberger begrüßte fast jeden der rund 150 Gäste per Handschlag, mit vielen ist er seit Jahren per Du. Besonders freute sich das Gemeindeoberhaupt über den spontanen Besuch von Landrat Thomas Eichinger sowie über die Anwesenheit von Monsignore Heinrich Weiß, der als katholischer Pfarrer das Gemeindeleben aktiv mitgestaltet.

So standen denn neben den nüchternen Zahlen im Rechenschaftsbericht drei Ehrungen im Mittelpunkt des Abends. Claas von Thülen konnte den mit 2.500 Euro dotierten Preis für „Die beste Renovierung alter Gebäude“ in Empfang nehmen. Sein Anwesen am Schmiedberg 5 erreichte im Kriterienkatalog der Jury die meisten Punkte. Diese vom Gemeinderat erstmals vergebene Auszeichnung wird künftig alle zwei Jahre ausgelobt. Zwei langjährigen und verdienten Gemeinderäten widmete Josef Lutzenberger eine ausführliche Laudatio.

Er bedauerte, dass Franz Wegele (GAL) nach 19 Jahren im März dieses Jahres aus persönlichen Gründen zurückgetreten ist und dass sich Horst Schnappinger (CSU) bei der letzten Wahl nicht mehr aufstellen ließ, weil er nach 24 Jahren Platz für Jüngere schaffen wollte. Franz Wegele – seine Familie kann auf eine vielhundertjährige Uttinger Geschichte zurückblicken – gehörte seit 1996 dem Gemeinderat an und war Mitglied im Finanz-, Bau- und Umweltausschuss sowie im Zweckverband zur Abwasserbeseitigung. Überdies war er Referent des Gremiums für das Freizeitgelände, für Tourismus und Kultur. „Deine Worte im Gemeinderat hatten großes Gewicht, weil Du sie stets sorgsam abgewogen hast“, so Lutzenberger. Mit einem Weinkrug und einem edlen Tropfen bedankte sich der Bürgermeister für 19 Jahre ehrenamtliches Engagement für das Dorf.

Bereits 1990 wurde der Unternehmer Horst Schnappinger in den Gemeinderat gewählt und engagierte sich dort im Finanzausschuss und als Referent für Schule, Fremdenverkehr und Kindergärten, später auch im Referat Friedhöfe und KZ-Gedenkstätte. Lutzenberger: „Sehr am Herzen lag Dir auch als Referent im Ausschuss Wohnungen und Soziales die gerechte Vergabe unserer gemeindlichen Wohnungen. Dabei hast Du jedes Einzelschicksal sorgsam abgewogen, so dass wir für unsere 50 Wohnungen eine hohe Vergabegerechtigkeit erreichen konnten.“ Der Bürgermeister lobte Schnappinger als geselligen, quirligen, durchsetzungsstarken und doch reell geerdeten Vollblutpolitiker. Eine Kiste mit Bayerischem Whiskey als Präsent rundete die Laudatio ab.

Ansonsten war die Bürgerversammlung geprägt von der finanzwirtschaftlichen Übersicht, wobei Utting bei einem geordneten Haushalt höhere Einnahmen an Einkommens- und Gewerbesteuer der 1.496 sozialversicherungspflichtigen Bürger und der 508 Gewerbebetriebe verbuchen kann. Circa zehn Millionen Euro werden künftige Investitionen verschlingen wie der Bau der Hochwasserrückhaltebecken, Kauf und Erschließung eines erweiterten Gewerbegebietes, Breitband- und Rathausausbau oder der Kauf eines Feuerwehrfahrzeuges. Noch ein paar aktuelle Zahlen bunt gewürfelt: Utting zählt derzeit exakt 4.762 Einwohner auf einer Gemeindefläche von 1.910 Hektar, 57 Bürger sind arbeitslos gemeldet und 267 Hunde tragen die Uttinger Steuermarke.

Rund 100 Flüchtlinge werden derzeit in Utting beherbergt, wobei die Zahl im nächsten Jahr auf mindestens 147 steigen wird. Das verkündete Landrat Thomas Eichinger in seiner Rede zum Thema Asyl. Wobei er betonte, dass die momentanen Flüchtlingszuteilungen an den Landkreis Landsberg mit viel Mühe und Dank den vielen freiwilligen Helfern zu stemmen seien. Problematisch aber werde die Situation, wenn viele Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung hier blieben und der Familiennachzug einsetze. Dann gäbe es akuten Wohnungsmangel. Mit „Wir sind alle am Raten, was da auf uns zukommt“ schloss der Landrat seine Ausführungen.

Eine Fragerunde beendete die Bürgerversammlung, wobei die Zukunft des sog. Schmucker-Grundstückes im Mittelpunkt stand. Bürgermeister Lutzenberger konnte hier insofern beruhigen, dass noch keine konkreten Pläne für eine Bebauung existieren, obwohl „wilde Gerüchte“ im Umlauf seien. Die Gemeinde habe durch ihr Vorkaufsrecht die Hand drauf.

Dieter Roettig

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