Dirigent von Queen Elizabeth in Kaltenberg

»Military Tattoo« feiert gelungene Premiere

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Dudelsack-Musik aus Schottland brachte die Formation „Pipers of the World“ in die Kaltenberger Arena. Das Musik-Event „Military Tattoo“ feierte erfolgreich Premiere und wird auch im kommenden Jahr wieder hier gastieren.

Kaltenberg – Wer beim flüchtigen Blick auf das Plakat an eine Tätowier-Show für Soldaten gedacht hatte, lag gewaltig falsch. Das „Military Tattoo“ in der Arena von Schloss Kaltenberg war eine bombastische und künstlerisch hochwertig inszenierte Musikparade der Extraklasse nach britischem Stil. Elf Kapellen und Formationen mit über 300 Mitwirkenden sorgten für Gänsehaut bei den Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Arena.

Nach dem größten Ritterturnier der Welt hat Heinrich Prinz von Bayern mit dem „Military Tattoo“ ein weiteres Highlight im Programm, das von nun an jährlich in der malerischen Kulisse des Schlosses stattfinden soll (nächster Termin: 3. August 2019). Hier werden international erfolgreiche Marching- und Military-Bands in ihren farbenprächtigen Uniformen präsentiert, die mit ausgefeilten Choreographien präzise auf ihre Musik abgestimmt auftreten. Das ganze garniert mit einem Schuss „dahoam“ wie mit dem Blasorchester Geltendorf und den Oberlandler Goaßelschnalzern. Das Konzept von Produzent Ulrich Lautenschläger scheint aufzugehen. Er zeigt seine Shows mit jeweiligem Lokalkolorit auch auf der Lorely am Rhein, in Magdeburg, Frankfurt/M und Krefeld.

Der Begriff „Tattoo“ heißt in Bezug auf die Musikparade „Zapfenstreich“ und kommt von „Zapfhahn zu“, wenn die Soldaten früher nichts mehr zum Trinken bekamen. Durst hatten ganz sicher die Musiker in der Kaltenberger Arena. Sie schwitzen an diesem schwülen Sommerabend in ihren schmucken Uniformen. Dazu trugen sie Hüte, Kappen, Fellmützen und teilweise Handschuhe. Die italienische Formation „Fanfara Bersagliere Guglielmo Colombo di Lecco“ setzte dem ganzen noch die Krone auf und musizierte im Laufschritt, wobei trotzdem jeder Ton saß. Unten rum luftig hatten es da wenigstens die „Pipers of the World“, eine Dudelsack-Formation in Schottenröcken. Sie boten ein nicht alltägliches Hörerlebnis, das mit viel Beifall honoriert wurde.

Die „Royal British Legion Band“ trat trotz Hitze zunächst hoch diszipliniert auf, legte dann aber die Helme ab und intonierte „Hey Jude“ zur Freude des Publikums, das begeistert mitsang. Noch besser kam das Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Linden an, eine der bekanntesten deutschen Brass-, Marsch- und Showbands. In ihren weißroten Uniformen machten sie nicht nur optisch einen guten Eindruck, auch musikalisch zeigten sie absolute Professionalität. Mit Filmhits aus „Star Wars“ oder „Fluch der Karibik“ sorgten sie für tosenden Beifall. Der verstärkte sich noch, als die Musiker rückwärts marschierend intonierten.

Für Abwechslung sorgen weitere Formationen wie der Fanfarenzug Nusplingen, der Landsknechtszug Ellerbach-Freyberg, das „Königlich Bayerische 2. Chevauxleger-Regiment Taxis“, die „Fascinating Drums“ und der „Fanfarekorps der Genie“ aus den Niederlanden.

Höhepunkt war das Finale mit allen mitwirkenden Musikern unter der Leitung des britischen Militärkapellmeisters Major Jason Griffiths. Der erfahrende Dirigent hat bereits das Musikkorps der Leibgarde von Queen Elizabeth II. und das Royal Military Tattoo Edinburgh geleitet. Mit „Amazing Grace“ wurden die durchwegs zufriedenen Zuschauer verabschiedet. Ihre Mundreklame wird garantiert dafür sorgen, dass das nächste Military Tattoo ausverkauft ist.

Dieter Roettig

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