Bekenntnis zur Ganztagsschule

Der Schein trügt: Obgleich das Ammersee-Gymnasium seit Ferienbeginn verwaist ist, wird hinter den Kulissen auch über das Thema „gebundener Ganztagszug“ diskutiert. Foto: Nagl

Ab Herbst kommendes Jahres soll es am Ammersee-Gymnasium (ASG) einen gebundenen Ganztagszug geben. Das wünscht sich zumindest die „Elterninitiative der Ganztagesklasse 3a der Carl-Orff-Volksschule (COV)“. Um dieses Anliegen zu verwirklichen fand in der vergangenen Woche eine erste Be­- sprechung mit Bürgermeister Herbert Kirsch, Antoinette Bagusat (Förderverein ASG) und COV-Schulleiter Michael Bauer im Rathaus statt. Kirsch möchte das Anliegen der Eltern nun auch auf Landkreisebene ins Gespräch bringen.

Kathrin von Ilberg und Wolfgang Salzmann, die Sprecher der Elterninitiative, sind sich sicher, dass der rhythmisierte Tagesablauf einer gebundenen Ganztagsklasse, bei dem Lern- und Aktivitätseinheiten sich abwechseln, mehr Raum für soziales Miteinander und persön­- liche Entwicklungschancen der Schüler bietet. Im Rahmen einer von der Initiative durchgeführten Umfrage in den dritten Grundschulklassen in Schondorf, Utting und Dießen sprachen sich mehr als 70 Familien für ein Ganztagsschulkonzept am ASG aus. Schüler und Eltern der Klasse 3a der COV haben gute Erfahrungen mit dem Ganztagszug gemacht, der in der 5. und 6. Jahrgangsstufe aufgrund der großen Nachfrage sogar zweizügig weitergeführt wird. „Die soziale Entwicklung von Kindern ist in unserem Ganz­tags­zug enorm“, so Michael Bauer. Jene Kinder, die von der COV auf eine weiterführende Schule wechseln, haben dagegen im Moment kaum Chancen auf ein derartiges Angebot: Seitens der Schulleitung und des Elternbeirats am ASG werde laut Wolfgang Salzmann ein Ganztages­- zuges für die Unter- und Mittelstufe „wohl aus organisatorischen Gründen“ noch mit Skepsis betrachtet. Aufgrund der knapp bemessenen Lehrer- und Raumkapazitäten müssten im anstehenden Schuljahr sogar Intensivierungsstunden gestrichen werden. Aus Sicht der Initiative ist es deshalb notwendig, dass sich neben dem Kultusministerium, das derzeit bemüht ist, alle Anträge auf Ganztagsklassen zu bewilligen, auch der Landkreis Landsberg als Sachaufwandsträger für das Ammersee-Gymnasium deutlich zu den gege­- benenfalls höheren Kosten für einen Ganztageszug bekennt. Schließlich, so Salzmann, stelle eine hochwertige Schullandschaft einen enormen Standortvorteil dar, der auch einen ent­- sprechenden finanziellen Beitrag rechtfertige. Zugleich hänge der schulische Erfolg der Schüler einer Ganztagsklasse nicht mehr „von der Zufälligkeit des sozialen Umfelds am Nachmittag ab“, so Salzmanns Plädoyer. Zu Beginn des neuen Schuljahrs möchten die Elterninitiative alle interessierten Eltern, Schulleiter und Entscheidungsträger zu einer Informationsveranstaltung einladen. Ein wenig Zeit bleibt ja noch: Denn der Antrag für eine gebundene Ganztagsklasse am Ammersee-Gymnasium ab dem Schuljahr 2014/15, sei dem Kultusministerium laut Kathrin von Ilberg spätestens im Frühjahr 2013 vorzulegen.

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