Beliebte Schule – Fachoberschule Landsberg klagt über Raumprobleme

Die Fachoberschule Landsberg ist beliebt bei den Schülern. So beliebt, dass die Einrichtung Probleme hat, alle Lernwilligen überhaupt unterzubringen. „Im Chemieraum arbeiten wir am Rande der Legalität“, hat Schulleiter Oswald Kurr vor dem Kreistag über die Platznot berichtet und um Abhilfe gebeten.

Das kam auch Kurr selbst unangemessen vor – schließlich steht gerade erst, im September, die Einweihung zwei neuer Anbauten der Schule an. Aber die steigenden Schülerzahlen – 20 Prozent mehr Einschreibungen bei der FOS – rechtfertigen den Bedarf nach weiteren Räumlichkeiten. Damit liegt die Landsberger Einrichtung über dem bayernweiten Durchschnitt mit sechs Prozent mehr FOS-Schülern. „Dieser Zuwachs sei der Hammer!“, meinte Kurr. Man müsse über einen zweiten Bauabschnitt für neue Funktionsräume nachdenken. Die Statistiken würden zudem ergeben, dass die Nachfrage nach der FOS weiterhin hoch bleibt. Immer mehr Jugendliche erwerben ihre Studienberechtigung an der Fachoberschule (FOS) – zum Beispiel das Fachabitur in der 12. Jahrgangsstufe oder die allgemeine Hochschulreife in der 13. Jahrgangsstufe. Und dieser Trend hält an. Auch die neue Realschule 3 in Kaufering, die im Schuljahr 2010/2011 eröffnet werden soll, wird sich am Standort Landsberg „niederschlagen“ und für noch mehr Schüleranmeldungen sorgen, prophezeit der Schulleiter. Landrat Walter Eichner (CSU) sieht die Schulen als Standortfaktor für die Zukunft der Region und erklärte zum Thema Raumbedarf: „Wir werden uns diesem Ansinnen nicht verschließen können.“ Eichner bat die Fraktionen des Kreistages, sich ernsthaft Gedanken zu machen, wo man Einsparungen treffen könnte, um Schulbauten zu finanzieren. Zunächst seien „räumliche“ Kooperationen mit anderen Einrichtungen gefragt. Der Landrat schlug das Agrarbildungszentrum in Landsberg vor. Schulleiter Kurr informierte die Kreistagsmitglieder auch über die neue Berufsoberschule, die vor Kurzem erst bewilligt, demnächst startet. 36 Schüler seien es, die für diese eine BOS-Klasse Technik angemeldet sind. „Wenn alle kommen wird es heftig“, meinte Kurr und hegt wie seine Mitarbeiter die leise Hoffnung, dass nicht alle BOSler wirklich antreten. Trotz diesem Mehr an Schülern gibt es aber nicht mehr Lehrer, die unterrichten. Das vorhandene Lehrpersonal wird diese neue Unterrichtsarbeit mitleisten müssen. Neben einer neuen Klasse wird es demnächst auch ein neues Projekt geben, mit dem die, die später studieren und vielleicht einmal Betriebsinhaber werden, praktische technische Kenntnisse erwerben können. Dieser bayernweite Modellversuch heißt „Abi und Auto“.

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