Ein großer Schritt weiter

Orden gibt grünes Licht zum Neubau des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums

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Vielleicht bald Geschichte: Der in den 70er Jahren entstandene Gymnasium-Bau soll samt Tagesheim einem kompletten Neubau weichen. Der Planung dazu hat die Erzabtei nun zugestimmt. Der Kreisausschuss bewilligte einen Zuschuss von 6,7 Millionen Euro.

Landkreis/St. Ottilien – Es geht voran: Der angedachte Neubau des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums (der KREISBOTE berichtete) ist zwei entscheidende Schritte weiter. Die Mönchsgemeinschaft der Erzabtei hat mit großer Mehrheit beschlossen, mit dem Schulwerk der Diözese Augsburg über einen Kooperationsvertrag zu verhandeln, um sicherzustellen, dass die benediktinische Prägung der Schule erhalten bleibt. Und im Kreisausschuss wurde die freiwillige Landkreiszuwendung für den Neubau beschlossen – allerdings 1,6 Millionen Euro weniger als vom Schulwerk der Diözese erbeten.

In einer klosterinternen Abstimmung haben die Mönche grünes Licht dafür gegeben, sowohl das Schul- als auch das Tagesheimgebäude zu Gunsten eines kompletten Neubaus abzureißen, so die Pressemitteilung der Erzabtei. Bruder Josef Götz, Verwalter der Erzabtei: „Nach intensiven Beratungen in der Gemeinschaft wurde das Gebäude freigegeben, sodass die Schule zukunftsweisend aus einem Guss entstehen kann. Wichtig ist uns, dass die äußere Hülle dem pädagogischen Konzept dient.“

Durch einen kompletten Neubau würde auch die bisherige Trennung Tagesheim–Schule entfallen. Weshalb in dem nun zwischen Diözese-Schulwerk und Erzabtei zu schließenden Kooperationsvertrag die „Gebäudesanierung und damit untrennbar verbunden die Weiterentwicklung des Schulkonzepts“ im Mittelpunkt ständen, so die Abtei. Aus organisatorischen Gründen werde das Tagesheim, bisher unter Trägerschaft der Abtei, „in eine neue Form der Schülerbetreuung“ einfließen. Inwiefern die Missionsbenediktiner das Ganztagsangebot der Schule in Zukunft mitgestalteten, muss nun zwischen der Erzabtei und Schulwerk verhandelt werden. Wie das genau aussehen soll, ist bisher nicht bekannt.

Erzabt Wolfgang Öxler sieht in dem deutlichen Abstimmungsergebnis zugunsten der Kooperation ein klares Bekenntnis zum benediktinischen Bildungsauftrag: „Die Arbeit mit jungen Menschen ist ein wichtiger Auftrag unseres Klosters.“ Derzeit arbeiteten sechs Mitbrüder in Schule und Tagesheim, was auch so bleiben solle. Die Kirche dürfe den Kontakt zu den jungen Menschen nicht verlieren.

Da der Großteil des Schulkomplexes sanierungsbedürftig ist, scheint der Neubau die wahrscheinlichste Variante. Zu den an dem Projekt beteiligten Parteien gehören neben der Erzabtei als Grundstückseigentümerin das Schulwerk der Diözese Augsburg als Träger sowie der Verwaltungsbezirk Oberbayern und der Landkreis Landsberg als weitere Geldgeber. Als Gesamtkosten für die „derzeit wahrscheinliche Variante (Neubau auf bisherigem Gelände)“, so die Formulierung in den Sitzungsunterlagen des Kreisausschusses, sind gut 37 Millionen Euro veranschlagt. Die Diözese wird davon gut 10 Millionen übernehmen, 13,5 Millionen entfallen auf den Freistaat, der Orden steuert 4 Millionen bei und der Landkreis 9,3 Millionen – zumindest war das so gewünscht. Der Beschluss im Kreisauschuss reduzierte die Summe auf 6,7 Millionen Euro.

Diesen Betrag errechnete Kreiskämmerer Thomas Markthaler anhand eines Vergleichs mit der vom Landkreis für die Liebfrauenschule Dießen genehmigten Summe (fünf Millionen Euro) – eine Schule, deren Schülerinnen zu über 80 Prozent aus dem Landkreis kommen. Der Anteil der Landkreisschüler in St. Ottilien liege jedoch nur bei rund 50 Prozent. Was im Verhältnis gerechnet zu einer Förderung in Höhe von 33.5 Prozent der nicht durch den Freistaat geförderten Kosten, aber maximal in Höhe von 6,7 Millionen führe. Es handele sich dabei um eine freiwillige, „aber um eine durchaus klassische Landkreisaufgabe“. Landrat Thomas Eichinger (CSU) bezeichnete den Betrag als „Blaues Auge“ im Vergleich zu einer nötigen Neugründung einer Schule für die in St. Ottilien ansässigen Landkreisschüler.

Zur Frage Renate Standfests (GAL), ob sich auch andere Landkreise an dem Bau beteiligten, entgegnete Eichinger, dass sich Landsberg seines Wissens auch noch nie an einem Schulbau außerhalb des Landkreises beteiligt habe. Herbert Kirsch (FW) bezeichnete das Rhabanus-Maurus-Gymnasium als „Standortvorteil“, wobei man den Umbau auch im Hinblick auf das G9 gutheißen müsse – da sonst weitaus höhere Kosten drohten.

Das private, staatlich anerkannte und sprachlich orientierte Rhabanus-Maurus-Gymnasium, 1887 als Schule der Missionsbenediktiner gegründet, wurde im Jahr 1976 von der Erzabtei in die Trägerschaft des Schulwerks Augsburg übergeben. Im Moment werden dort rund 700 Schüler in den Klassenstufen fünf bis zwölf unterrichtet. Seit 45 Jahren besteht daneben das Tagesheim als Einrichtung des Klosters. In der Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung für aktuell 200 Schüler arbeiten derzeit sowohl Mönche als auch angestellte Erzieher.

Susanne Greiner

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