Große Pläne für St. Alban

Mit Seeblick: Ein Haus für große Heimkinder

St. Alban - Dießen - Kinderheim
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Das imposante Gebäude „St. Maurus“ der Schutzengelschwestern in St. Alban wird abgerissen und durch einen optisch ähnlichen Bau mit Appartements und Wohnungen ersetzt.

Dießen – Wenn Heimkinder flügge werden und auf eigenen Beinen stehen, brauchen sie bezahlbaren Wohnraum. Für Lehrlinge und junge Arbeit­nehmer in der Ammersee-Region eine schwer zu lösende Aufgabe. Abhilfe schaffen jetzt die Benediktinerinnen vom Kloster St. Alban, die unter dem Trägerverein „Schutzengelschwestern“ ein Kinderheim in unmittelbarer Nähe zum Strandbad-Freizeitgelände betreiben. Wenn die „jungen Volljährigen“ das Heim verlassen müssen, können sie demnächst ein paar Meter weiter in schmucke Appartements und Wohnungen ziehen.

In der Birkenallee 1 bei der Abzweigung von der Lachener- beziehungsweiese Dießener Straße besitzen die Schwestern mit dem Haus St. Maurus ein imposantes Gebäude, das nach dem Okay des Dießener Bau- und Umweltausschusses jetzt abgerissen wird. Etwas nach Südwesten gerückt entsteht in Größe und Stil dem Altbestand sehr ähnlich ein neues Mehrfami­lienhaus.

Mit vier Appartements unter 50 Quadratmeter Wohnfläche für die erwachsenen Heimkinder, sechs auch frei vermietbare Wohnungen mit über 50 qm Fläche für Menschen mit mittlerem Einkommen sowie 16 Parkplätze. Sogar ein Türmchen als vertrautes Wahrzeichen wird wieder auf das neue Gebäude aufgesetzt.

Die Schwestern machten sich die Entscheidung nicht leicht, das geschichtsträchtige Haus St. Maurus abreißen zu lassen. 1950 wurde es vom benachbarten Landwirt erworben und bis 1972 als Kinderheim genutzt. Später diente es als Erholungsheim für Kinder und als private Kindertagesbetreuung. Seit 2011 steht der auffällige Bau mit Türmchen und roten Fensterläden leer.

Man ließ durch den Weilheimer Architekten Florian Lechner prüfen, ob man das Haus sanieren und als Wohngebäude umnutzen könne. Das Ergebnis der Bestandsaufnahme fiel ernüchternd aus. Ungünstige Schnitte, feuchtes Mauerwerk, fehlender Brand-, Statik- und Schallschutz würden wohl „zu einer Kostenexplosion durch unkalkulierbare Zusatzkosten während der Umbauphase führen.“ Der Architekt empfahl Abriss und Neubau. Dem wurde jetzt vom Dießener Bau- und Umweltausschuss stattgegeben.

Benachbart zum Neubau wird ein Nebengebäude errichtet, in dem die Müllentsorgung, ein Fahrradlager, die Heizzentrale und Technikraum untergebracht werden. Die Zufahrt zum neuen Komplex erfolgt über die Lachen-Birkenallee und über das westlich angrenzende Flurstück. Gemeinderätin Hanni Baur (SPD) äußerte hinsichtlich der geplanten vier offenen Parkplätze im Süden an der Ortsstraße Bedenken. Gerade in der Badesaison sei diese Straße zum Freizeit-Strandbad sehr belebt, so dass beim Rückwärtsausparken gefährliche Situationen entstehen könnten. Sie empfahl dem Planer, eine Verlegung der vier Parkplätze zu überdenken.

Seit 1923 betreiben die Benediktinerinnen vom Kloster St. Alban ihr Kinderheim. Die stationäre Jugendhilfeeinrichtung kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Defiziten in ihrem Sozialisa­tionsfeld oder in ihrer Persönlich­keitsentwicklung vorübergehend oder dauerhaft einer Heimerziehung bedürfen. Derzeit verfügt die Einrichtung über 75 Heimplätze.

Wenn die Jugendlichen erwachsen sind, sollten sie in der Regel das Heim verlassen. Es gibt hier zwar fünf Plätze für „innenbetreutes Wohnen als Übergangsform in ein eigenständiges Leben“, die aber bei weitem nicht ausreichen.

Das künftige neue Haus Maurus für die „jungen Volljährigen“ sei eine ideale Lösung, wie der Dießener Marktgemeinderat schon bei der Bauvoranfrage festgestellt hat. Jetzt nach der Erteilung der Baugenehmigung dürften bald die Bagger anrücken.
Dieter Roettig

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