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Gaffen für Facebook & Co.?

Berichte über Schaulustige bei Unfällen: die Situation im Landkreis

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Gaffer können die Arbeit der Rettungskräfte massiv behindern.

Landkreis – Auf der A8 bei Pforzheim fährt ein Lkw auf einen anderen Lastwagen auf. Einer der beiden Fahrzeugführer stirbt noch am Unfallort, der andere kommt verletzt ins Krankenhaus. Als wäre das nicht schon schlimm genug, berichtet die Polizei hinterher, Gaffer hätten die Rettungsarbeiten massiv behindert. Ein Mann habe sogar die Türen eines Rettungswagens geöffnet, um das Innere zu fotografieren. Obwohl es mittlerweile Zweifel an dieser Darstellung gibt, ist die Tatsache, dass Schaulustige die Rettung massiv behinderten, unbestritten. Aber wie sieht es eigentlich im Landkreis aus?

Eine gute Nachricht vorweg: Solch gravierende Vorfälle wie auf der A8 habe es im Landkreis bisher noch nicht gegeben. Das sagt sowohl der Kommandant der Landsberger Feuerwehr Christian Jungbauer als auch BRK-Rettungsdienstleiter Christian Haberkorn. „Geschaut hat man schon immer“, erklärt Haberkorn. Das sei vollkommen normal und auch in Ordnung. Aber leider würde immer öfters „das Handy gezückt“. Das bestätigt auch Michael Kemény, der mit seiner Abschleppflotte auch regelmäßig bei Unfällen dabei ist. Vor allem auf der Autobahn, bei schweren Unfällen, würden die Gaffer auffallen. „Die fahren dann halt sehr langsam vorbei und haben das Handy vor dem Gesicht“, berichtet Kemény. Besonders schlimm sei es auf dem Abschnitt Landsberg Ost–Schöffelding. Dort sei es schon vorgekommen, dass Autofahrer anhielten und vom Hügel neben der Autobahn filmten. „Pervers“, nennt Kemény so ein Verhalten.

Kommandant Jungbauer sieht die gesunkene Hemmschwelle vor der Privatsphäre und auch das Darstellungsbedürfnis als Grund. Die Menschen wollten auf Facebook & Co. zeigen: „Seht her, ich war dabei!“

Auch wenn es im Landkreis bisher noch nicht dazu kam, dass Einsatzkräfte aktiv an ihrer Arbeit gehindert wurden, so hat das Verhalten der Schaulustigen durchaus Folgen. Durch das langsame Fahren entstehen Staus und, wie Kemény berichtet, es komme zu Folgeunfällen. „Das passiert recht häufig, weil die Leute sich nicht auf das Fahren konzentrieren.“ Stattdessen werde eben geguckt und auch gefilmt.

Haberkorn erklärt, dass es sich schon rein aus Pietätsgründen nicht gehöre, zu fotografieren oder zu filmen. Und Jungbauer fügt an: „Soll sich doch jeder überlegen: ‚Was, wenn ich in dieser Situation wäre?‘ Würde ich wollen, dass die Bilder von mir der ganzen Welt gezeigt werden?“ Allerdings betont Jungbauer auch, dass es sich bei den Gaffern um einzelne schwarze Schafe handele. Auch Haberkorn sieht die Gaffer nicht in der Mehrheit.

Aber was können die Einsatzkräfte tun, um die Unfallopfer zu schützen? Haberkorn erklärt, dass man sich zum Beispiel mit Decken aushelfe, die man als Sichtschutz verwende. Der Abschleppdienst Kemény hat zwar eine Gafferwand. Aber die müsse erst von den Einsatzkräften angefordert werden. Kemény fordert deshalb: „Die Strafen müssten exorbitant höher sein.“ Tatsächlich wurde das Strafmaß für Filmaufnahmen an Unfallstellen erst im März letzten Jahres erhöht. Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren drohen. Kemény fände das australische Modell angebrachter. Dort gelte ein Mindeststrafmaß von sechs Monaten. „Drunter geht nichts.“

Stephanie Novy

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