Berlin, das Ziel der Träume

Schwammen, wo auch die deutschen Top-Schwimmer Paul Biedermann und Britta Steffen ihre Bahnen zogen: Die Kauferinger Teilnehmer an der Deutschen Meitserschaft in Berlin Nico Schmid, Isabel Cosack und Marc Schmid (v. li.). Foto: kb

Ein Autogramm von den Weltmeistern Paul Biedermann und Britta Steffen bekommen, ein Foto mit Nachwuchsstar Silke Lippok schießen, oder einfach nur die Brüder Deibler live schwimmen sehen – All das sind Träume eines jeden deutschen Nachwuchsschwimmers. Für drei Kauferinger wurden sie in der vergangenen Woche bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin Wirklichkeit.

Während für die deutsche Schwimmelite um Biedermann und Steffen die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Shanghai im Fokus stand, ging es für die jüngsten Jahrgänge bei den Mädchen (1999) und Jungen (1998 und 1999) darum, beim erstmalig ausgetragenen Schwimmmehrkampf Vielseitigkeit zu beweisen. Denn auch wenn für die Qualifikation selbst nur die 200 Meter Lagen ausschlaggebend waren, mussten im Rahmen des Mehrkampfes noch die 400 Meter Freistil und in einer freigewählten Disziplin 50 Meter Beinarbeit und sowohl 100 Meter als auch 200 Meter Gesamtlage geschwommen werden. Mit Isabel Cosack, Marc und Nico Schmid sowie Dominic Puchmayr hatten sich vier VfLer im Vorfeld mit einem Platz unter den besten 60 des Jahrgangs für diesen Mehrkampf qualifizieren können. Ohne Puchmayr Doch Pechvogel Puchmayr konnte leider weder die Reise nach Berlin antreten, noch in den Kampf um die Medaillen eingreifen, hatte er sich doch vier Wochen zuvor bei einem Fahrradsturz einen doppelten Armbruch zugezogen. Dass der Kauferinger jedoch bald wieder an seine alten Erfolge anknüpfen und eventuell schon in sechs Wochen bei den Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften nicht nur starten, sondern auch um die Medaillen mitschwimmen wird, steht für seinen Trainer außer Frage. Denn dass er Kampfgeist hat, bewies Puchmayr beim Süddeutschen Schwimmmehrkampf in Dresden vor drei Wochen, als er, aufgrund einer Fehldiagnose (starke Prellung) trotz gebrochenem Arm und erheblichen Schmerzen an den Start ging und auf seinen Hauptstrecken 100 Meter und 200 Meter Rücken sogar noch den Sieg davontrug. So war es also an Schmid und Cosack, die Abteilung Schwimmen des VfL Kaufering bei ihrem ersten Auftritt auf Bundesebene würdig zu vertreten, was den beiden mit den Plätzen 9 und 12 im Disziplinenmehrkampf Schmetterling auch überzeugend gelang. Schmid bewies mit vier neuen Bestzeiten nicht nur Nervenstärke, sondern auch, dass er auf die Sekunde fit war. Insbesondere seine Zeiten über 100 Meter und 200 Meter Schmetterling in 1:13,13 und 2:40,09 Minuten, sowie 200 Meter Lagen in 2:35,84 Minuten zeigten, dass er klar zu den Medaillenkandidaten für die Bayerischen Meisterschaften in Regensburg Ende Juli zählt. Nicht in Topform Cosack konnte dagegen ihre Topleistungen von Dresden nicht ganz wiederholen, was aber zumindest den Trainer nicht wirklich verwunderte, denn, während ihre Teamkameraden schon relativ früh ihr Ticket nach Berlin in der Tasche hatten, jagte Isabel der Qualifikation fast ein Vierteljahr verzweifelt hinterher. So befand sie sich schon zu den Süddeutschen Meisterschaften in Topform, die dann bis zur Deutschen nicht mehr ganz zu halten war. Ähnlich erging es dem dritten Teilnehmer Nico Schmid, Marcs zwei Jahre älterem Bruder, der ebenfalls erst in letzter Sekunde auf den Zug nach Berlin aufgesprungen war. Nach einem Handbruch erst zu Beginn des Jahres wieder ins Training eingestiegen, steigerte sich Schmid zwar von Wettkampf zu Wettkampf, aufgrund der Leistungen des Vorjahres war aber selbst mit der Teilnahme an den Süddeutschen Meisterschaften der älteren Jahrgänge in Karlsruhe kaum zu rechnen. Nachdem dies aber Mitte April gelang und er sich dann bis zur Süddeutschen Anfang Mai nochmals deutlich bis zu einer Zeit von 4:29,56 Minuten über 400 Meter Freistil steigerte, hatte plötzlich auch er die Qualifikation geschafft. Ob es auch bei ihm daran lag, dass er formbedingt nicht ganz an seine Zeit aus Karlsruhe herankam oder doch an der Tatsache, dass er sein Rennen vielleicht etwas zu schnell anging, konnte auch sein Trainer nicht klären. Eine Reise wert Und auch wenn nicht jeder der Drei mit seinen Leistungen komplett zufrieden war, letztendlich waren sich alle einig: Berlin war eine Reise wert – egal ob nun wegen der Teilnahme an den Deutschen selbst, dem Nervenkitzel während der Finalläufe, der Jagd nach Fotos und Autogrammen oder der Stadt selbst, denn auch für etwas Kultur hatten die Kauferinger noch Zeit. Alles zusammen Motivation genug, auch im nächsten Jahr der Qualifikation zur Deutschen nachzujagen.

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