Kleine Wunder aus großer Natur

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Bertl Wochinger präsentiert Steinfiguren und steinerne Landschaften am Ammersee-Ufer, die mit den Naturgewalten kommen und gehen.

Dießen/Wartaweil – Mit seinen Ausstellungen „Der Stein“ beschreitet Bertl Wochinger zwei Wege, die am Ende immer zusammenführen: Er baut entlang des Ammersee-Ostufers Gestalten, Landschaften und tierähnliche Skulpturen aus dem Gestein und fotografiert sie dann.

Die Fotografien von Bertl Wochinger zeigen kleine Wunder aus der großen Natur – Bilder, die die Phantasie anregen und Glücksmomente auslösen, weil sie dem Betrachter vor Augen führen, wie großartig die Heimat am Ammersee ist. Sie schärfen die Wahrnehmung für das Leben am See und leiten den Blick des Spaziergängers am Uferweg auf die Figurinen, die manchmal den Eindruck erwecken, als kämen sie soeben aus dem Wasser. Ein anderes Mal entdeckt man Gestalten, die in Gruppen beieinander stehen als würden sie miteinander im Dialog stehen oder auch nur verträumt in die Weite blicken. Spannend wird es, wenn sich die Figuren im Sonnenlicht oder im Schatten der Wolken verändern.

Steinfiguren am Ammersee

Spaziergänger und Wanderer treffen in der Einsamkeit des Uferwegs auf Märchenfiguren oder auf Formen, die Tieren ähneln. Manche gleichen Menschen, die man zu kennen scheint. „Wir stehen, schauen und staunen“, erzählt ein Naturfreund, der jeden Morgen am See Ausschau hält, ob er neue Gestalten entdeckt. Die Figuren tauchen oft unvermittelt im Uferbereich auf. Ihre Verweildauer ist ungewiss. Sie bleiben Stunden, oder Tage, bevor sie in den Wellen des Ammersees versinken oder sich langsam – Stein für Stein – dahin zurückziehen, wo sie herkommen. Ihre Verweildauer kann der Gestalter nicht bestimmen, „sie gehen im Sog eines Bootes unter, starker Wind kann sie zerstören oder Wellen schwappen über sie hinweg“, sagt Wochinger.

 Die Steinfiguren und versteinerten Landschaften sind Objekte von Bertl Wochinger, der aus Mundraching am Lech stammt und heute in Aidenried am Ostufer des Ammersees lebt. Der Aktionskünstler erweckt das vom Wasser geformte Urgestein zum Leben. Verwandelt die Jahrmillionen alten Steine in Gebilde zum Staunen und Freuen. Einheimische sprechen gerne von d' Stoamandl - die man nur in besonderen Augenblicken trifft.

„Ich darf Bertl Wochinger beglückwünschen, weil er zu jenen Naturmenschen gehört, die mit dem Herzen sehen und die Gabe haben, die ‚unspektakuläre Ästhetik der Natur’ sichtbar für alle zu machen“, sagte die Diessener Gemeinderätin Antoinette Bagusat, als sie jüngst die Ausstellung „Der Stein“ im AWO-Seniorenpark Dießen eröffnete.

Auch Axel Schreiner, Leiter des Jugend- und Naturschutzzentrums Wartaweil, ist ein großer Freund der Steinfiguren. Er hat Wochinger vor zwei Jahren ermuntert, in den Wintermonaten im Wasserpavillon zu arbeiten und auszustellen. Für Schreiner ist es aber auch ein Beitrag zur Biodiversität, zur Darstellung der biologischen Vielfalt: „Die steinernen Bildwerke am See wirken nachhaltig und mannigfaltig. Sie machen die Menschen auf spannende Art aufmerksam auf die Feinheiten der Natur und fördern das genaue Hinschauen. Das finde ich großartig.“

Weil Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt als wichtige Grundlagen für das menschliche Wohlergehen gilt, müsse man jede Gelegenheit nutzen, sie eindrücklich darzustellen. Die künstlerische Vielfalt will Schreiner in Zukunft noch intensiver in den Naturschutzgedanken integrieren. So plant er für den Sommer eine Kooperation mit Kunstvereinen aus der Region: „Ich möchte in den Außenanlagen der Naturschutzstationen bildende Kunst präsentieren, sie einbinden in die Natur.“

Bei Interesse am Ammersee-Ostufer, Wartaweil: Täglich bis Sonntag, 3. März, ab 14 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, Werkschau im Wasserpavillon des Naturschutz- und Jugendzentrums Wartaweil zum Thema „Der Stein“. Und am Ammersee-Westufer, Dießen: Täglich bis Ostermontag, 1. April, 9 bis 18 Uhr, Fotografien zum Thema „Der Stein“ von Steingestalter Bertl Wochinger im Seniorenwohnpark der Arbeiterwohlfahrt, Bahnhofstraße 30.

Beate Bentele

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