Berufliche Schulen Landsberg

Neue Mensa im Mittelpunkt der Generalsanierung Teil 1

Berufliche Schulen Landsberg - Neubau Mensa
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Bis zu 190 Schüler und 50 Lehrer werden in der neuen Mensa (Foto) der Beruflichen Schulen Landsberg speisen können. Daneben befinden sich in dem Neubau an der Spitalfeldstraße noch Caféteria und fünf Klassenzimmer.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landsberg – Es ist dringend: Die Beruflichen Schulen, gebaut Ende der 1970er Jahre, schreien nahezu nach Sanierung und Ausbau. Die Planung für den ersten Bauabschnitt – Neubau der Mensa und eines zusätzlichen Werkstattgebäudes sowie Turnhallensanierung und Umbau der Verwaltungseinheit – beschloss der Kreisausschuss gestern Nachmittag. Das Gesamtprojekt ist bisher bei rund 50 Millionen angesetzt. Dass das nicht reicht, wird schon jetzt deutlich: Für Bauabschnitt 1 sind statt vormals 29 Millionen gut 34 Millionen Euro zu berappen – ohne Sicherheitspuffer für die sehr wahrscheinlichen noch höheren Kosten wegen steigender Konjunktur im Baugewerbe.

„Die Beruflichen Schulen leiden nicht nur an technischen Mängeln“, leitete Hochbauamtschef Christian Kusch die Vorstellung der Bauplanung ein. Auch strukturelle Mängel seien vorhanden: Die Schulen können den aktuellen Ansprüchen an die Berufsausbildung nicht mehr gerecht werden. Deshalb kommt zur Sanierung auch der Neubau dreier Gebäude dazu, zwei von ihnen, Mensa und ein Werkstattgebäude, im Bauabschnitt 1.

Für den Bau der Mensa (Gebäudeteil E) wird die bestehende Hausmeisterwohnung abgerissen, das neue Gebäude entsteht südlich der Turnhalle. Die Mensa wird inklusive Untergeschoss drei Geschosse haben, stellte Architekt Peter Kern im Kreisausschuss vor. Im Erdgeschoss sollen in zwei Sälen 190 Schüler zeitgleich essen können, dazu kommt ein abgeteilter Raum mit rund 50 Plätzen für Lehrer. Die Küche könne pro Tag 55 bis 750 Essen liefern, so Kern. Im Treppenhaus wird auch die Café­teria sein, im ersten Stock gibt es fünf Klassenzimmer, die von einer zentralen „Lernlandschaft“ abgehen.

Energie-Selbstversorger

An der Turnhalle werden Dach und Fassade saniert. Auf dem Dach sowie weiteren Dachflächen des gesamten Baukomplexes, die alle begrünt werden, wird eine PV-Anlage installiert. Deren Leistung könne den „alltäglichen Eigenbedarf“ der Schule abdecken, sagte Architektin Anna Kern, nicht einge­rechnet allerdings die Spitzenleistungen der Mensaküche.

Die Verwaltung (Gebäudeteil A) werde zentral gebündelt. Dafür entstehen sieben neue Einzelbüros, zudem werden die Sanitärräume erneuert.

Neue Werkstätten

Komplett neu entsteht eines der zukünftig drei Werkstattge­bäude (Gebäudeteil I). Die Stahlkonstruktion der bisherigen Werkstätten (Gebäudeteile G und H) sei bereits in der damaligen Bauausführung mangelhaft gewesen, was eine Sanie­rung unmöglich mache. Die bestehenden Gebäude werden deshalb in Bauphase 3 ab 2026 abgerissen und neu gebaut. Dass der ganz neue Werkstattteil bereits jetzt errichtet wird, habe den Vorteil, dass so während der späteren Rück- und Neubauten der bestehenden Werkstätten die Schüler im fertigen Neubau unterrichtet werden könnten, so Anna Kern.

Die Heizung des Gesamtkomplexes werde wie bereits jetzt regenerativ mittels Hackschnitzelheizung über Fernwärme geleistet. Die benachbarte Anlage der Stadtwerke könne das weiterhin leisten, auch weil der Energiebedarf der Schule nach der Sanierung geringer sein werde, betonte Architektin Kern. Tobias Linke (Bayernpartei) hakte beim Heizbedarf der Mensa mit weiten Glasfronten nach – die zudem im Unterhalt (zum Beispiel wegen der notwendigen Reinigung) aufwendiger seien. Es handele sich ja schließlich um einen Zweckbau. Ob Ziegelwände nicht geeigneter seien?

Generell sei die Beheizung von Räumen mit Glasfronten inzwischen nicht mehr „das große Thema“, entgegnete Anna Kern. Der Dämmwert sei nur „etwas schlechter“ als bei Ziegelwänden. Inzwischen sei zudem der Wärmeschutz im Sommer bedeutender als das Heizen im Winter, gab Peter Kern zu bedenken. Weshalb bei der Mensa ein auskragendes Dach und ein Laubengang im ersten Stockwerk Schatten spenden werden.

Geplant ist Bauabschnitt 1 von 2021 bis 2025. Anschließend soll Abschnitt 2 (Sanierung der bestehenden Gebäudeteile A und B) starten und bis 2027 abgeschlossen sein, Abschnitt 3 (Abriss der bestehenden Werkstattgebäude G und H) und deren Neubau) ist von 2026 bis 2028 geplant.

Die Kosten für Bauabschnitt 1, die mit 34 Millionen Euro bereits jetzt im Vergleich zur Vorplanung von 2020 um fünf Millionen Euro höher liegen, wurden sowohl von Linke als auch Renate Standfest (Grüne) hinterfragt. Das liege daran, dass man im Vergleich zur Vorplanung einige Arbeiten aus den späteren Bauabschnitten vorziehe, erläuterten die Architekten. Zudem sei auch die Ausstattung der Gebäude in der Vorplanung nicht so weit eingerechnet gewesen wie jetzt, ergänzte Kusch. Es sei aber sicher „unrealistisch, dass 15 Millionen für Bauabschnitt 2 und 3 reichen werden“, räumte Landrat Thomas Eichinger (CSU) im Hinblick auf die vorgeplanten Gesamtkosten von 15 Millionen ein.

Christian Bolz (CSU) fragte nach einem möglichen Puffer wegen einer Kostensteigerung nach – der nicht eingerechnet ist. Denn zur Kostenberechnung müsse man den Stand 2021 nehmen, so Kusch. Schließlich richte sich danach auch das Honorar für die Architekten. Dass sich der Betrag im Lauf der Bauphase 1 erhöhen werde, sei hingegen abzusehen.

Der Projektbeschluss für Bauabschnitt 1 fiel einstimmig.

Und das Parkhaus?

Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) vermisste in der Gesamtplanung das angedachte Parkhaus, um die bereits jetzt vorhandene Stellplatzproblematik im Bereich des Schulgeländes und -umfeldes zu lösen. Erörtert wurde dieses bereits im Rahmen des Struktur- und Parkplatzkonzeptes Epfenhausener und Spital­feldstraße sowie Schleifweg. Das sei ja auf städtischem Grund angedacht, da „muss man extra darüber sprechen“, entgegnete Kusch.

Landrat Eichinger betonte ebenfalls, dass das Baurecht beim Grundstückseigentümer, also der Stadt Landsberg liege. „Es stellt sich ja noch die Frage, was der Landkreis mitfinanziert und wer es baut.“ Und auch, „wie groß es werden soll“, entgegnete Baumgartl.

Dass es bereits jetzt laut Stellplatzsatzung zu wenig Parkplätze gebe, räumte Kusch ein. Allerdings erhöhe sich durch die aArbeiten im Bauabschnitt 1 noch nicht die bisherige Anzahl der Schüler. Zum Thema Parkhaus soll nun ein weiteres Gespräch zwischen Stadt und Landkreis stattfinden.

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