Berufschule: Wohin nur mit den vielen Autos?

Wer zu spät kommt, den bestraft die Parkplatznot! Bei den Beruflichen Schulen Landsberg in der Spitalfeldstraße bewahrheitet sich das jeden Morgen, wenn die Berufs-, Fachober- und Berufsoberschüler mit dem eige­nen Auto vorfahren. Früh aufstehen lohnt sich nicht nur, um rechtzeitig in der Klasse zu sitzen, sondern auch um einen Parkplatz zu ergattern. Wenn die Schule demnächst wieder erweitert wird, soll es auch neue Parkplätze geben. Wolfgang Müller, Pressesprecher am Landratsamt, nennt 60 bis 70 Stellplätze, die entstehen sollen. Doch wo? Der Platz im Umfeld der Beruflichen Schulen ist begrenzt.

Derzeit steht noch keine Parkplatzfläche fest, doch die Kreisverwaltung überdenkt schon mal verschiedene Möglichkeiten: auf dem Schulgelände östlich des Hauptgebäudes, dort wo auch das Kreisdepot angesiedelt wurde und ein noch freies Stück bei der zur Schule gehörenden Schreinerei. Diese beiden Flächen sind Eigen­tum der Beruflichen Schulen. Bei Varianate 1 hinter dem Depot müssten noch Erdhügel ab­ge­tragen werden, erläutert Presse­sprecher Müller. In Schulnähe, aber nicht mehr auf Grund und Boden des Landkreises gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Die Fläche nördlich des BayWa-Areals in Rich­tung InCenter Landsberg. Dieses Gelände wird derzeit landwirtschaftlich genutzt und müsste, sofern man sich dafür entscheidet, gepachtet werden. Konkretes, also mehr als dass 60 bis 70 neue Stellplätze geplant sind, ist von Seiten des Landratsamtes nicht zu erfahren – man befinde sich noch in einem frü­hen Planungsstadium, betont Müller. Rund 2000 Mädchen und Jungen werden an den Beruflichen Schulen unterrichtet. Da die Einrichtung auch weiterhin sehr gefragt sein wird (der KREISBOTE berichtete über die Entwicklung der Schülerzahlen), ist die Parkplatzfrage immer ein brisantes Thema. „Wir sind nicht der Auffassung, dass jeder Schüler auch einen Rechtsanspruch auf einen Parkplatz direkt vor der Schule hat“, erklärt Schulleiter Oswald Kurr auf Anfrage. Oft habe er jedoch den Eindruck, dass die jungen Autofahrer so denken würden. Geregelt wird die Anzahl der auszuweisenden Parkflächen auch bei Schulen durch die städtische Stell­platzsatzung, auf die Landsbergs Pressesprecherin Bettina Barnet verweist. Die Satzung, die auf der Internetseite der Stadt zu finden ist, schreibt vor, wie viele Stellplätze es geben muss: Für weiterführende Schulen, wie FOS und BOS, sind das drei Stellflächen pro Klasse; bei der Berufsschule sollten fünf Parkplätze pro Klasse vorhanden sein. Für die Schüler der 28 Berufsschulklassen, elf FOS-Klassen und einer BOS-Klasse, die laut Wolfgang Müller zählen und nicht zum Bei­spiel wegen Praktika gar nicht in der Schule seien, stünden etwa 80 bis 100 Stellplätze zur Verfügung – schätzt er. Die Vorgabe der Satzung erfüllt das nicht. Problem: Wenn die Beruflichen Schulen demnächst wieder erweitert werden, fallen durch die Anbauten noch einmal eine Reihe Stellplätze weg. Wolfgang Wiedemann, einer der beiden stellvertretenden Schulleiter, gibt aber zu bedenken, dass andere weiterführende Schulen, wie die beiden Gymnasien in Landsberg ebenfalls nicht viele Parkplätze anbieten könnten. Ungeachtet dessen gebe es noch andere Möglichkeiten zur Schule zu kom­men: mit dem Bus. Kurr und Wiedemann sehen hier noch Potenzial: einen Zubringerbus vom Bahnhof in Kaufering direkt zur Schule in die Spitalfeldstraße könnten sie sich vorstellen. „Dadurch spart man viel Zeit“, sieht Wiedemann einen Vorteil gegen­über der Bahnfahrt nach Landsberg und der Weiterfahrt mit dem Bus. Da viele Schüler aus Richtung München kämen, lohne sich das durchaus, meint er. Die Schulleitung macht sich derzeit aber nicht nur über Parkplätze Gedanken, sondern auch über die dringend benötigte Mensa, die aber laut Kreisausschuss erst nachdem die neue Erweiterung durch ist, entstehen soll. Wolfgang Wiedemann erklärt die Notwendigkeit damit, dass viele Schüler bis 16 Uhr in der Schule sind. Und angesichts der vielen „Forderungen“, die die Beruflichen Schulen an ihren Träger den Landkreis stellen, ist Wiedemann froh, dass die Kreisorgane viel Verständnis für die Schulbelange aufbringen und betont die gute Zusammenarbeit von Landkreis und Schulleitung.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Die Sparkasse Landsberg-Dießen reduziert
Die Sparkasse Landsberg-Dießen reduziert
Aufbruch in die Romantik
Aufbruch in die Romantik

Kommentare