Besser, aber nicht gut genug

Man werde mit einer „ganz anderen Mannschaft“ aus der Deutschland-Cup-Pause zurückkehren, hatte Dave Rich versprochen und der EVL-Coach behielt recht: Nicht nur kehrte Philipp Michl nach überstandener Knieverletzung endlich in den Kader zurück, sondern mit David Sefic geht nun der dringend gesuchte neue Stürmer für den EVL auf Torejagd. Das wirkte sich direkt aus. „Ich sehe jeden Tag im Training eine neue Mannschaft“, so Rich. „Wir suchen ja noch einen weiteren Verteidiger, uns fehlen jetzt vielleicht noch ein, zwei Spieler, dann sind wir auf dem Niveau jeder Mannschaft in der Liga mit Ausnahme vielleicht von Peiting und Garmisch.“ Unglücklicherweise musste man am vergangenen Wochenende genau gegen diesen Zweiten und den Ersten der Oberliga antreten und fuhr die Niederlagen elf und zwölf in Folge ein.

Bereits am Freitag lieferte man allerdings in Peiting einen harten Kampf ab und am Sonntag wurde die Mannschaft von diesmal immerhin wieder 720 Zuschauern mit anhaltendem Beifall nach dem 2:7 gegen den SC Riessersee verabschiedet, immerhin hatte man die spielerisch beste Leistung in dieser Saison geboten und die Partie lange offengehalten. Gerade gegen die Werdenfelser schien durchaus mehr drin zu sein, denn zunächst hatten die Hausherren alle Vorteile auf ihrer Seite. Nach gerade vier Spielminuten lag man durch ein Rückhandtor von Nick Anderson und einen trocken verwandelten Penalty von Neuzugang Sefic schon mit 2:0 vorne, auch das 2:1 durch Vollmer schien man gut wegzustecken. Im zweiten Drittel bekam der EVL dank der Tempoverschärfung des SCR und zahlreicher Strafzeiten (siehe eigenen Artikel) große Probleme, was sich auch im Torschussverhältnis von 3:21 widerspiegelte. Dennoch reichte es für den Favoriten trotz erdrückender Überlegenheit nur zum Ausgleich durch Mayr. Der EVL kam erst in den Schlussminuten des Mitteldrittels zu den einzigen beiden Chancen – hätte man die genutzt und hätte der Schiedsrichter das klare Foul an Anderson in eben dieser 39. Minute geahndet, wären durchaus Punkte drin gewesen, zumal in dieser Phase Garmischs Stütze Scott Bartlett nach einem Schuss ans Kinn von Landsbergs Arzt Carsten Lohscheidt in der Kabine genäht wurde. Mangelnde Disziplin So ging es mit dem glücklichen 2:2 ins Schlussdrittel und es gab schnell Anlass zum Ärger für Dave Rich. Nach eineinhalb Minuten leistete sich Nick Anderson einen Faustschlag gegen seinen Gegenspieler, obwohl bereits abgepfiffen war. Rich: „Ich habe mit Nick gesprochen, er weiß, dass das nicht in Ordnung war. Solche Undiszipliniertheiten kommen immer wieder, die können wir uns einfach nicht leisten.“ Die folgende Strafzeit nutzte Christian Mayr zum 2:3, ein Treffer, von dem sich die Landsberger nicht mehr erholten. In der 51. Minute überlistete Staltmayr den ansonsten gut haltenden Kosarek von der blauen Linie mit einem Drehschuss zum 2:4. Trotzdem war der EVL noch einmal ganz dicht an der Überraschung. Kapitän Barz wurde kurz vor Schluss aus der Abwehr in den Sturm beordert und von der 55. Minute an spielte man fast zwei Minuten in 5:3-Überzahl. Rich nahm seine Auszeit und holte wenige Sekunden später Torhüter Kosarek für einen weiteren Feldspieler vom Eis. Der Versuch der massierten 6:3-Übermacht ging allerdings schief. Vollmer überlief den entkräfteten Anderson und schob ins leere Tor zum 2:5 ein. Rich erläuterte nach dem Spiel seine Maßnahme: „Ich habe diese riskante Aktion in meiner Karriere sechsmal gemacht, dreimal davon gab es ein Tor für meine Mannschaft. Ich nehme das Tor auf meine Kappe, das habe ich der Mannschaft auch gesagt. Ich verstehe aber nicht, warum wir bei sechs gegen drei die Scheibe nicht einmal tief in das Drittel des Gegners bringen können. Verloren haben wir das Spiel aber sowieso nicht wegen dieses Tores.“ Nachdem die Partie entschieden war, kam der Gegner in Spiellaune. Vollmer umkurvte noch in aller Seelenruhe Kosarek zum 2:6. Als in der Schlussminute der Puck frech von hinter dem Tor zu Weber geflippt wurde, bedankte sich der noch mit dem Schuss in den rechten Winkel zum Endstand. „Wir leben von unserer hohen Geschwindigkeit und unserer Arbeitsmoral“, resümierte SCR-Coach Bleicher zufrieden. „Und nach einem schwachen Start haben wir das auch durchgesetzt.“

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