Bessere Alternative

Auf dieser Wiese an der Moorenweiser Straße in Geltendorf möchten sich Aldi und Edeka ansiedeln, doch dagegen regt sich Widerstand. Foto: Osman

Die Gegner der geplanten Ansiedlungen eines Supermarktes an der Moorenweiser Straße wollen einen eigenen Bürgerentscheid in die Wege leiten. Sie reagieren damit auf den Beschluss des Gemeinderats, die Geltendorfer am 27. März nur über diesen einen Standort abstimmen zu lassen.

Die Bürgerinitiative (BI) „Erhaltung der Grünfläche an der Moorenweiser Straße gegenüber von Friedhof und Grotte“ ist überzeugt, dass es bessere Alternativen gibt. Sie würden den geplanten Edeka am liebsten an der Hausener Straße sehen und den Aldi an der Staatsstraße bei Kaltenberg. Hier stehen nach Informationen der BI ebenfalls Grundstücke zur Verfügung. Am Wochenende haben die Aktiven um BI-Sprecher Gunther Schmid damit begonnen, Unterschriften für ihr Anliegen zu sammeln. Rund 500 sind notwendig, damit den Geltendorfern das Bürgerbegehren zur Abstimmung vorgelegt wird. Dies soll möglichst zeitgleich mit dem Ratsbegehren geschehen, Eile ist geboten. Man wolle keinen „sturen Blockadekurs“ fahren, heißt es bei der Gruppierung, sondern sinnvolle Alternativen aufzeigen. „Edeka präferiert ohnehin den Standort an der Hausener Straße“, so Schmid. „Hier existiert auch bereits ein notarielles Kaufangebot.“ Die Erschließung sei günstiger, und die Einwohner des alten Dorfkerns könnten den Markt zu Fuß erreichen. Das betreffe immerhin 500 Haushalte, hat die BI ausgerechnet. „Der Standort Moorenweiser Straße wäre nur von 20 Haushalten aus fußläufig zu erreichen“, betont Schmid. Die Anwohner befürchten deshalb eine starke Zunahme des Verkehrs, und das auf einer Straße ohne Gehwege und ohne Fahrbahntrennung, schreibt Ewald Bensch auf der Internetseite der BI. „Wie sollen da Fußgänger vor dem dicht fließenden Verkehr geschützt werden? Wer kann dann noch in der Kürze der Zeit die Straßenseite wechseln (mit Rollator)?“ Für den Aldi-Markt steht nach Informationen der BI am westlichen Ortsausgang von Kaltenberg direkt an der Staatsstraße eine ideale Fläche zur Verfügung. Das Grundstück liege äußerst verkehrsgünstig, sei ein perfekter Mittelpunkt für die umliegenden Ortschaften und würde gleichzeitig das Kaltenberger Gewerbegebiet aufwerten. Die Sorge, dass die Einzelhandelsansiedlungen ein zu­- sätzliches Gewerbegebiet an der Moorenweiser Straße nach sich ziehen, wäre aus der Welt. Diese Befürchtungen spiegeln sich unter anderem in einem Antrag wider, den drei Geltendorfer Ehepaare kürzlich an den Gemeinderat richteten: Man möge doch die Fragestellung des Ratsbegehrens um diesen Aspekt erweitern und die Bürger auch über die „Ausweisung eines Gewerbegebiets“ entscheiden lassen. Der Antrag wurde im Gemeinderat noch nicht behandelt. Die Frage der Bürger: Sind Sie dafür, dass die Gemeinde die notwendigen planungsrechtlichen Verfahren durchführt, um zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten im Rahmen einer sinnvollen Ortsplanung zu schaffen, a) durch den bürgernahen Standort eines Lebensmittelmarktes (z.B. Edeka) in Geltendorf an der Hausener Straße und b) durch Erweiterung des Gewerbegebiets Kaltenberg um das Grundstück an der Staatsstraße an der Ortsausfahrt nach Schwabhausen für die Ansiedlung eines Discounters (z.B. Aldi)?

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