Die beste Werbung fürs Handwerk

Stolze Staatspreisträger: Kristina Dewitz, Thomas Harrer, Danuta Schuster, Franziska Rotthat (vorne von links) mit den Ehrengästen Klaus Schmalholz (VR-Bank Landsberg-Ammersee,) und Thomas Krautwald (Sparkasse Landsberg-Dießen, Margit Bertele, Korbinian Knoller, Adrian Bleninger, Josephine Fremgen, Thomas Wöll, Martin Ginter und Nikolaj Ganz (hinten von links). Foto: Osman

188 Auszubildende aus Handwerk, Industrie, Banken und Einzelhandel haben am Freitag im Rahmen der traditionellen Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Landsberg ihre Gesellen­briefe und Abschlusszeugnisse erhalten. Erstmals führte Michael Riedle als Kreishandwerksmeister durch die Veranstaltung – und er hatte sich zum Einstand gleich etwas Neues einfallen lassen.

Riedle holte zwei der Jung-Gesellen zu sich auf die Bühne und befragte sie nach ihren Erfahrungen und Zielen. Die Friseurin Ayse Özsen und der Schreiner Adrian Bleninger erklärten beide, zunächst einige Jahre Berufserfahrung sammeln und erst dann den Meistertitel in Angriff nehmen zu wollen. Riedle unterstrich, das Handwerk bilde in der Bundesrepublik mit einer Million Betrieben und fünf Millionen Beschäftigten eine starke Gemeinschaft. „Handwerksberufe gelten als verstaubt und nicht attraktiv, dabei stehen wir mittendrin im Wirtschaftsleben und haben viel zu bieten.“ Die beste Werbung für das Handwerk seien die Handwerker selbst. „Ihr seid das Aushängeschild für euren Beruf“, gab Riedle den Berufsschulabsolventen mit auf den Weg. Freigesprochen nicht aus Mangel an Beweisen, sondern ganz im Gegenteil – „es gibt handfeste Hinweise und Zeugen dafür, dass Sie Ihr Handwerk verstehen“, stellte die stellvertretende Landrätin Ruth Sobotta (SPD) fest. Sie betonte, dass eine gute Ausbildung Voraussetzung für den Wohlstand der Gesellschaft ist. Dem Landkreis lägen deshalb seine Schulen sehr am Herzen. 9,3 Millio­nen Euro seien in die neuerliche Erweiterung der Beruflichen Schulen Landsberg geflossen. „Das ist gut angelegtes Geld mit hoher Rendite“, weiß nicht nur Sobotta. Für die Stadt gratulierte Bürgermeister Norbert Kreuzer den Absolventen. „Sie haben Ihre Leistung erbracht und einen wichtigen Schritt für Ihre persönliche Zukunft getan.“ Das Lernen werde jedoch weitergehen, neue Herausforderungen würden folgen. Nach den „Gemeinschaftserlebnissen Schule und Ausbildung“ gelte es nun, sich selbst zu finden, um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben. Als Spezialist auf einem Arbeitsgebiet ist man auf die Spezialisten anderer Gebiete ange­wiesen – „nach diesem Prinzip funktioniert die arbeitsteilige Gesellschaft“, sagte Berufsschulleiter Oswald Kurr. „Alle Spezialisten müssen sich aufeinander verlassen können.“ Die Voraussetzung dafür sei Vertrauen, dass es zu gewinnen und zu rechtfertigen gelte. Im Rahmen der Feier in der Aula der Beruflichen Schulen Landsberg wurden die Prüfungsbesten und Staatspreisträger geehrt, auch verliehen die VR-Bank Landsberg-Ammersee und die Sparkasse Landsberg-Dießen ihre traditionellen Bestenpreise. Für den musikali­schen Rahmen sorgte die Blaskapelle aus Eresing.

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