Mit richtiger Ernährung vorbeugen

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Welche präventiven Maßnahmen Eltern gegen Allergien ergreifen können, er­- läuterte Dipl.-Ökotrophologin Bettina Dörr.

Landsberg – Die Zahl der Allergien steigt stetig an. Manche Empfehlungen, die zu diesem Thema kursieren, sind allerdings „Ammenmärchen“, betont Diplom-Ökotrophologin Bettina Dörr, die bei ihrem Vortrag für das Lands­- berger Eltern-ABC die neuesten Erkenntnisse zur Allergieprävention vorstellte.

Klassische Lebensmittelallergien, zum Beispiel eine Kuhmilchallergie, äußern sich entwe­der über die Haut (z.B. Neurodermitis), über den Magen-Darm-Trakt (Durchfall oder Verstopfung, Erbrechen), die Atemwege (Asthma) oder über ständigen Schnupfen und tränende Augen. Bei der Entwicklung von solchen Allergien spielen genetische Faktoren eine große Rolle: Leiden beispielsweise Vater und Mutter unter der gleichen Allergie, steigt das Risiko ihrer Kinder, ebenfalls irgendwann eine Allergie zu entwickeln, auf 60 bis 80 Prozent.

Allerdings gibt es auch Umwelteinflüsse, die das Risiko erhöhen, und solche, die eher schützend wirken. Und nachdem Allergien kaum behandelbar sind, komme der Präven­- tion eine entscheidende Bedeutung zu, betonte Dörr. Nach der neuesten, allgemein anerkannten Leitlinie zur Allergievorbeugung bringt der Verzicht auf möglicherweise Aller­gien auslösende Lebensmittel nichts, so Dörr. Im Gegenteil: Fischverzehr schützt sogar eher vor Allergien.

Schon während der Schwangerschaft und Stillzeit können Mütter zum Schutz beitragen, wenn sie sich mit Obst, Gemüse und Getreide ausgewogen ernähren, für Bewegung sorgen und nicht „für Zwei“ essen. Auf Alkohol sollte unbedingt ganz verzichtet werden, da er ungefiltert in den kindlichen Kreislauf gelangt und dort schwere Schäden hervorrufen kann. Stillen bis zum fünften Monat schützt ebenfalls, danach erhöht sich die Wirkung jedoch nicht mehr, erklärte die Referentin. Kann nicht gestillt werden, sollten allergiegefährdete Babys hypoallergene Milch erhalten. Die Verwendung von Stuten-, Ziegen- oder Schafsmilch bringe dagegen keine Vorteile.

Zwischen dem fünften und sechsten Lebensmonat sollte mit der Beikost begonnen werden. Dabei ist es empfehlenswert, die einzelnen Lebens­- mittel behutsam einzuführen und die bisherigen Milchmahlzeiten in monatlichen Abständen durch feste Breikost zu ersetzen, erklärte die Referentin. Der Organismus wird dabei nicht überfordert. Auch für allergiegefährdete Babys sei es wichtig, möglicherweise allergieauslösende Lebensmittel wie Kuhmilch, Weizen oder Fisch noch während des ersten Lebensjahres kennen zu lernen und nicht etwa zu vermeiden, wie man es früher empfohlen hat.

Stark allergieauslösend wirkt sowohl aktives Rauchen der Mütter als auch passives Rauchen generell, betonte Dörr mit Blick auf die 4800 im Tabakrauch enthaltenen Chemikalien. Problematisch sind zudem Kleber, Lacke und Farben, sodass gerade die Babyzimmer nicht frisch renoviert werden sollten, sowie Duftkerzen und Duftöle. Auch Schimmelbildung in der Wohnung ist oft verantwortlich für die Ausbildung von Allergien bei Kindern. Deshalb sollte regelmäßig gelüftet und Möbel mit kleinem Abstand zur Wand platziert werden. 

Felltragende Tiere müssen zugunsten des Babys nicht vorsorglich abgeschafft werden. Beim Putzen genüge das „übliche Maß“. Alles was darüber hinausgehe, bringe keinen Zusatznutzen, um etwa einer Hausstauballergie vorzubeugen. Die Verwendung von Desinfektionsmitteln sei eher kontraproduktiv, so die Referentin, da sich das Immunsystem durchaus mit einer gewissen Menge „Dreck“ auseinandersetzen sollte. Einen „hundertprozentigen Schutz“ vor Allergien gebe es allerdings auch bei Beachtung aller Regeln nicht.

Daniele Hollrotter

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