CSU schickt Frau ins Rennen

Bettina Hölzle tritt in Schondorf gegen Alexander Herrmann an

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Die Schondorfer CSU will mit einer Frau das Rathaus erobern. Landrat und Wahlleiter Thomas Eichinger (von links), Bürgermeister-Kandidatin Bettina Hölzle, Ortsvorsitzender Andreas Böttcher und FrauenUnion-Chefin Silke Hohagen sind bereit für die Kommunalwahl.

Schondorf – Also doch: Der Schondorfer CSU-Ortsverband will den Bürgermeister-Posten nicht kampflos Amtsinhaber Alexander Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen) überlassen. Für die Kommunalwahlen am 15. März 2020 nominierten die Mitglieder einstimmig die 36-jährige Bettina Hölzle als ihre Kandidatin.

Die CSU, mit sechs Sitzen stärkste Fraktion im Gemeinderat, stellt mit Martin Wagner den zweiten Bürgermeister und hat Ambitionen auf mehr. Dass man zur Kandidatin eine ambitionierte Frau erkoren hatte, freute vor allem Silke Hohagen, Vorsitzende der CSU-FrauenUnion Ammersee-West. Sie kennt und schätzt Bettina Hölzle seit vielen Jahren von ihren diversen Aktivitäten in der CSU bis hin zum Kreis- und Bezirksvorstand.

Hölzle ist in Schondorf aufgewachsen und lebt hier bereits in fünfter Generation. Nach ihrem Abitur in Sankt Ottilien ging sie zunächst zum Studium nach München und landete als Betriebswirtin bei Audi am Flughafen, wo sie seit inzwischen zehn Jahren im Bereich „Handelstraining und Marke“ arbeitet. Die Kandidatin ist mit einem Richter am Landgericht München verheiratet und hat einen vierjährigen Sohn.

Bei ihrem Vorstellungsgespräch betonte sie, dass die neuen Herausforderungen vor allem im Bereich Verkehr und Mobilität „ein neues gesellschaftliches Bewusstsein, ein Umdenken und neue Wege“ erfordern. So plädierte sie in Schondorf für ein Anruf-Sammel-Taxi als Ergänzung zu Bus und Bahn, um Fahrplanlücken zu schließen und Jung und Alt sicher bis vor die Haustüre zu bringen. Und das zu einem attraktiven Preis, da sich mehrere Fahrgäste die Kosten teilen. In Landsberg, Windach und Geltendorf hätten sich die Anruf-Sammel-Taxis bereits erfolgreich bewährt.

Wohnraum in Schondorf war ein weiteres Thema im Fokus der Kandidatin. Da viele Häuser nur als Zweitwohnsitz genutzt werden und den größten Teil des Jahres leer stehen, würde sie als Bürgermeisterin „diesem Gebaren einen Riegel vorschieben und eine Satzung erlassen, wonach Zweitwohnsitze in Zukunft genehmigungspflichtig werden.“ Ähnliche Satzungen gebe es bereits am Tegernsee und in Berchtesgaden.

Auch die Infrastruktur liege ihr am Herzen, wie Hölzle betonte. Die könne man mit Hilfsmitteln der Digitalisierung verbessern. Beispielweise mit einer App, über die man schadhafte Straßenbeläge, kaputte Laternen oder defekte Spielgeräte melden könnte.

Nach dieser ambitionierten To-Do-Liste und der geheimen Wahl konnte Landrat Thomas Eichinger das einstimmige Ergebnis bekannt geben. Er ließ es sich nicht nehmen, bei seinem Ortsverband als Wahlleiter zu fungieren und gratulierte zusammen mit dem Ortsvorsitzenden Andreas Böttcher.

Zum Ende der harmonischen Nominierungsversammlung meldete sich Schondorfs Vize-Bürgermeister Martin Wagner zu Wort. Er korrigierte die Äußerungen des grünen Bürgermeisters Alexander Herrmann bei dessen Nominierung, dass er bei Amtsantritt einen „riesigen Schuldenberg“ übernehmen musste. Das sei laut Wagner gegenüber dem damals „alten Gemeinderat“ eine ungerechte Herabwürdigung. Schließlich hätte das damalige Ratsgremium viele langfristige Projekte angeleiert wie den Kauf des Prix-Geländes. Dass hier die Kosten erst viel später wieder hereinkommen, war von vorneherein klar. Sich das ans Revers zu heften, sei für Wagner „befremdlich“.
Dieter Roettig

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