Dießen schafft günstigen Wohnraum für bis zu 54 Personen

Sozialer Wohnungsbau gestemmt

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18 moderne Sozialwohnungen mit Balkonen, Terrassen und einer Tiefgarage baut die Marktgemeinde Dießen auf dem Areal Von-Eichendorff-Straße / Neudießen. Der Gemeinderat gab jetzt grünes Licht für Bau- und Förderanträge.

Dießen – Die Grundstücks- und Mietpreise für Menschen mit mittlerem und kleinem Einkommen klettern auch rund um den Ammersee in unbezahlbare Höhen. Am West­ufer haben sich die Gemeinden Schondorf, Utting und Dießen schwerpunktmäßig dieses Themas angenommen und unterschiedliche Konzepte entwickelt. Schondorf lässt auf dem Prix-Gelände von Investoren Reihenhäuser und Geschoßwohnungen für bis zu 275 Personen bauen, wobei 30 Prozent für die „ortsgebundene Bevölkerung mit besonderem Bedarf“ reserviert werden, also die eingangs genannte Zielgruppe. In Utting wird die Gemeinde selbst zum Bauherren und erstellt auf dem Schmucker-Areal rund 80 „sozial orientierte“ Mietwohnungen. Und in Dießen gab der Marktgemeinderat auf der letzten Sitzung grünes Licht für den sozialen Wohnungsbau mit zwei zusammenhängenden Gebäuden mit 18 Einheiten für maximal 54 Personen zu erschwinglichen Mietpreisen.

Die neuen Sozialwohnungen werden an der Ecke Von-Eichendorff-Straße/Neudießen auf einem gemeindeeigenen Grundstück von knapp 2.000 Quadratmetern entstehen. Die Baukosten belaufen sich auf etwa fünf Millionen Euro, wobei der Freistaat Bayern 30 Prozent an Fördermitteln zuschießt. Der Planungsauftrag ging an das Büro Pfletscher&Steffan aus München, das den Architektenwettbewerb gewonnen hat. Alexander Pfletscher erläuterte den Gemeinderäten nochmals sein Konzept, für das jetzt der Bau- und Förderantrag gestellt wird.

Das Bebauungskonzept basiert auf zwei Zielsetzungen. Das im Kontext der umgebenden Bebauung große Neubauvolumen muss durch Gliederung der Baumasse maßstäblich in die bestehende Bebauung der Einfamilienhäuser im Süden und Westen und den Mehrparteienhäusern im Norden und Osten eingefügt werden. Und um wesentliche Veränderungen der Topographie zu vermeiden, muss der Neubau auf dem Grundstück so platziert werden, dass überschaubare sowie bewohnergerechte halböffentliche und private Bereiche entstehen. So will man laut Alexander Pfletscher eine hohe Aufenthaltsqualität und ein breites Nutzungsspektrum für die Bewohner bieten.

Die allesamt barrierefreien Wohnungen entstehen in einem in zwei Teile gegliederten dreigeschossigen Baukörper. Über ein mittig plaziertes, offen gestaltetes Treppenhaus werden alle Etagen durchgängig barrierefrei erschlossen. Über dieses Treppenhaus sind auch Tiefgarage und Mieterkeller direkt an die Wohnungen angebunden. Pro Etage werden eine familiengerechte Wohnung mit etwa 100 Quadratmetern und zwei kleinere Zweizimmerwohnungen entstehen. So könne man laut Pfletscher ein breites Wohnungsspektrum von Appartements für Singles oder junge Paare bis hin zur fünfköpfigen Familie anbieten. Balkone und Terrassen sollen als Freiraum das Wohnangebot ergänzen. Der in Ziegelbauweise erstellte Komplex wird durch eine Gasabsorptionswärmepumpe mit Endsonden beheizt. Eine Solarthermieanlage auf dem Dach wird das Brauchwasser erwärmen, wobei auch eine größere Photovoltaikanlage problemlos nachgerüstet werden kann.

Die Verkehrserschließung des Grundstücks wird über die Von-Eichendorff-Straße und Neudießen erfolgen, wobei die Einfahrt zur Tiefgarage auf der Ostseite an der Von-Eichendorff-Straße platziert wird. Auf der Nordseite entstehen Stellplätze und Besucherparkplätze. Nördlich des Neubaus wird ein Nebengebäude für Fahrradabstellplätze und Müllcontainer errichtet. Auf dem Grundstück befindliche Bäume werden weitgehend erhalten, wobei auf der Ost- und Südseite neue Bäume gepflanzt werden.

Beim Punkt Finanzierung kam eine Diskussion unter den Marktgemeinderäten auf. Bürgermeister Herbert Kirsch plädierte dafür, keinen Kredit aufzunehmen. Man könne das soziale Wohnungsprojekt aus den derzeitigen Rücklagen von rund neun Millionen Euro stemmen. Von den rund 100.000 Euro Mieteinnahmen jährlich sollen dann neue Rücklagen gebildet werden.

Dieter Roettig

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