Wer bezahlt den Münsterorganisten? – Kirchenverwaltung steigt aus

Den vielfach gehörten Gerüchten, dass die Dießener Kirchenverwaltung Münsterorganist Franz Günthner kündigen möchte, tritt man in der Pfarrei entgegen. Weil man sich jedoch nicht weiter am Gehalt des Kirchenmusikers beteiligen kann und will, ist unklar, wie es ab dem Jahr 2010 weitergeht.

Die Dießener Münsterkonzerte sind nicht nur weit über den Landkreis Landsberg hinaus bekannt, sondern nicht zuletzt durch und wegen des Dießener Organisten und Chorleiters Franz Günthner binnen der letzten zehn Jahre zu einer festen Größe am sakralen Kulturhimmel in Südbayern geworden. Karten für die Konzertreihe werden nicht nur im gesamten Raum München und Augsburg sowie im Oberland verschickt, einzelne Besucher kommen bis aus Kiel, Köln oder Wiesbaden. Gerüchte über Gehalt und eventuell bevorstehender Kündigung Günthners kursieren schon länger, weiter angefacht worden waren diese jüngst durch eine Pressemitteilung aus der Katholischen Pfarrei Mariä Himmelfahrt. Sie habe erhebliche Finanzmittel zuschießen müssen, um die Stelle Günthners finanziell einer B-Musikerstelle anzugleichen, „diese Bezuschussung kann aus eigenen Mitteln der Pfarrgemeinde nicht mehr geleistet werden“, so der Wortlaut der Pressemitteilung (der KREISBOTE berichtete). Pfarrer Manfred Mayr und Peter Cammerer von der Dießener Kirchenverwaltung wandten sich nun erneut an die Gläubigen und Chormitglieder. Die Kirchenverwaltung habe sich seit April dieses Jahres intensiv um eine Neubewertung der Kirchenmusikerstelle bemüht, man habe mehrere Gespräche mit Augsburg geführt und versucht, eine Lösung zu finden. Weil die Pfarrei außer den Erträgen aus den Opferstöcken und den ungebundenen Sonntagskollekten sowie aus den Kirchenführungen keine wesentlichen eigenen Einnahmen habe und diese zurück gehen würden, sei klar geworden, dass man die Bezuschussung Günthners nicht auf Dauer weiter tragen könne. Denn genau aus diesen Einnahmen heraus sei bisher der Differenzbetrag zwischen der hauptamtlichen B- und der nebenamtlichen C-Musiker-Stelle getragen worden: jährlich immerhin rund 8000 Euro. Von einer geplanten Kündigung Franz Günthners könne jedoch keine Rede sein, formuliert es Cammerer gegenüber den Chormitgliedern nochmals ganz deutlich. „Es war und ist Anliegen der Pfarrei, Klarheit zu schaffen und eine Lösung voranzutreiben.“ Franz Günthner selbst möchte derzeit keine Stellungnahme abgeben. Der Münsterorganist befindet sich in Elternzeit, ist offiziell erst wieder Anfang 2009 im Dienst. Das kommende Konzertjahr ist bereits voll geplant, das Jahr 2010 steht dann allerdings zur Disposition. Voraussichtlich muss das Marienmünster im Sommerhalbjahr für insgesamt sechs Monate geschlossen bleiben. Weil das Kirchengestühl und auch die Empore „wurmstichig“ sind, soll das Münster abgedichtet und begast werden und darf während der ganzen Zeit nicht betreten werden. Die meisten Konzerte könnten zeitlich wie örtlich verlegt werden, für die Kirchenverwaltung entfällt jedoch eine große Einnahmequelle – die Kirchenführungen.

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