Gesamtchor und Festumzug:

Mit Herzschlag-Finale

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Höhepunkt des Bezirksmusikfestes in Denklingen waren der Festumzug und der Gesamtchor, bei dem gut 1.000 Musiker gemeinsam auf freiem Feld musizierten.

Denklingen – Ein Herzschlag-Finale gibt’s nicht nur in der Fußball-Champions League oder im Eishockey. Ein ausgeprägter Herzschlag bzw. ein erhöhter Puls waren zum Finale des Musikfestes, also am Sonntag, auch bei den Organisatoren in Denklingen auszumachen. Denn nach dem Dauerregen am Vormittag – beim Festgottesdienst im Zelt prasselte es nur so aufs Dach – war lange unklar, ob Gesamtchor und Umzug im Freien stattfinden können. Doch die Denklinger wurden für ihre Mühen belohnt. Mehr als 1.500 Musiker und viele Vereine formierten sich zum Festzug mit insgesamt 91 Gruppen. Und doppelt so viele Besucher erfreuten sich an dem farbenfrohen Bild.

So war der Festsonntag nicht nur der finale Tag des Musikfestes, dessen vielfältiges Programm sich über zehn Tage erstreckte. Er war zugleich der Höhepunkt. Und: Nach dem Festzug war das große Bierzelt mit 3.200 Plätzen richtig voll. Am Freitagabend bei den „Schürzenjägern“ waren es mit 1.600 Gästen immerhin halb so viele Leute. Und am Samstag haben sich zum Auftritt der „Schwindligen 15“ immerhin knapp 2.000 Leute eingefunden.

Abschluss mit Höhepunkten

Es schien so, als ob die Stadtkapelle Schongau, die mittags zum Frühschoppen aufspielte, mit dem Marsch „Die Sonne geht auf“ tatsächlich ihren Teil zur Wetterbesserung nach dem Dauerregen am Vormittag beitragen könnte. Beim Gesamtchor bekannten die beiden Schirmherren, Bürgermeister Michael Kießling und Landtags­abgeordneter Dr. Thomas Goppel (er hatte der Kapelle auch ein Fahnenband gestiftet), dass man schon arg gebangt hätte.

Goppel, der auch Präsident des Bayerischen Musikrates ist, fand aber mit Blick zum aufhellenden Himmel besondere Worte. „Die Denklinger wollten mit zwei Schirmherrn technisch auf Nummer sicher gehen“, lautete die Interpretation des Abgeordneten.

Beim Gesamtchor wandten sich auch Landrat Thomas Eichinger und Friederike Steinberger, die stellvertretende Präsidentin des MON (Musikbund für Ober- und Niederbayern), an die gut 1.000 Musiker auf freiem Feld. Allein 73 Musikkapellen und Trommlerzüge im Festzug – das sei „ergreifend“ und eine tolle Demonstration dafür, wie vielfältig die Blasmusik sei.

Fünf Stücke wurden beim Massenchor dargeboten. Georg Linder junior dirigierte den Coburger Marsch, dessen Schwester Sandra Linder den festlichen Choral und Franz Jäger als dritter Kopf vom Musikverein Denklingen den Laridah-Marsch. Verbandsdirigent Franz Kellerer gab bei der Bayernhymne den Takt vor und Andreas Grandl, der Bezirksdirigent im Bereich Lech-Ammersee, war zum Schluss bei der Deutschland-Hymne dran.

Die Vorreiter und die Musikkapelle Denklingen mit erstem Dirigent Wolfgang Wagner führten den Festzug an. Dahinter folgte gleich eine Fußgruppe mit den Kindern und Jugendlichen, die beim örtlichen Musikverein und im Fuchstal in der Ausbildung sind.

Weit vorne im Zug waren auch die Blaskapellen aus den Nachbargemeinden Hohenfurch und Schwabsoien. Dahinter marschierten die befreundeten Orchester aus Bischberg (Oberfranken) und Renningen (Baden-Württemberg), die in der Früh schon den Gottesdienst mitgestaltet haben. Eine starke Formation waren die Rottenbucher und die Peitinger, wo die großen Kapellen mit dem Trommlerzug voran unterwegs waren.

Und: Es waren beim farbenprächtigen Festzug auch Musiker dabei, von denen ausnahmsweise mal nichts zu hören war. Eingereiht haben sich nämlich die Sängerinnen und Sänger der Gruppe „Spirit of Joy“ als einer von vielen Vereinen aus Denklingen, Epfach und Dienhausen. „Spirit of Joy“ ist mit Geist der Freude zu übersetzen. Von dem werden nicht nur die Musiker um Vorstand Jürgen Waldhör, sondern alle Organisatoren und Helfer erfüllt sein, wenn sich der Puls nach dem erfolgreich verlaufenen Fest wieder gesenkt hat. 

Johannes Jais

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