Silber und Sonderpreis für Holzhausen

Eine "Perle" im Landkreis

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Nach der Begehung entschieden sich die 13 Juroren, Holzhausen eine Silbermedaille sowie einen Sonderpreis für „das beispielhafte Miteinander von Dorf und Regens-Wagner-Stiftung“ zu verleihen.

Holzhausen – Das zu Igling gehörende Holzhausen hat im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ im Kreisentscheid eine Goldmedaille gewonnen (der KREISBOTE be­- richtete) und so die nächste Wettbewerbsrunde erreicht. Vergangene Woche kam erneut eine Bewertungskommission zu Besuch, diesmal für den Bezirkswettbewerb. Doch hier ist jetzt Schluss: Im Bezirksentscheid erhielt das Dorf nun eine Silbermedaille sowie den Sonderpreis der Felicitas M. Aumann Stiftung für „das beispielhafte Miteinander von Dorf und Regens-Wagner-Stiftung“.

Iglings Bürgermeister Günter Forst und sein Stellvertreter aus Holzhausen, Peter Blattner, haben inzwischen Routine in der Präsentation ihrer Gemeinde. Und die Rahmenbedingungen stimmten. Wie beim letzten Rundgang zum Kreisentscheid herrschte auch dieses Mal wieder Kaiserwetter, zahlreiche Holzhausener begleiteten die 13-köpfige Jury und selbst die Enten im Weiher gegenüber dem Biergarten schwammen in Formation, um die Besucher zu beeindrucken. Für Landrat Thomas Eichinger ist Holzhausen „eine Perle“. „Geben sie dem Ort viele Punkte“, meinte er in seiner kurzen Begrüßung. Jurymitglied Sepp Oberauer, hauptberuflich Bürgermeister von Nußdorf am Inn, sprach für viele seiner Jury-Kollegen: „Die Broschüren von Holzhausen haben wir ja schon gesehen, jetzt wollen wir uns überzeugen, ob sie der Wirklichkeit entsprechen“. Bewertet werden in dem Wettbewerb nicht nur saubere Straßen, gestrichene Hausfassaden oder schöne Vorgärten, wie das früher der Fall war. 

Nach diesen Kriterien hatte Holzhausen schon einmal einen Preis in den 60er Jahren gewonnen. Heute rücken unter anderem ein intaktes Dorfleben, eine gesunde Umgebung, Umgang mit der Geschichte, Zukunftsaspekte sowie soziales und kulturelles Engagement der Bürger in den Vordergrund. Bewertet werden auch Initiativen, die die Ausgangslage des Dorfes nachhaltig verbessern. Holzhausen hat dazu einiges zu bieten. Bürgermeister Först konnte nicht nur auf die Integration der Behinderten- und Sozialeinrichtung von Regens Wagner in das Dorfleben verweisen. Die kulturellen Angebote im Schloss Rudolfshausen, das vielfältige Vereinsleben, die fünf Wanderwege durch Wald und Flur, die „Insektenhotels“, erstellt unter Mithilfe der Grundschule sollen in die Bewertungen der Jury einfließen, ebenso die Brauerei samt Biergarten. 

Backhaus und Dorfplatz 

Viele Ideen wurden in offenen Arbeitskreissitzungen gesammelt, einige sind auch schon umgesetzt. Im Dorfweiher gibt es eine Wassertretanlage im kneippschen Sinne, Ruhebänke sind in großer Zahl aufgestellt, der Kinderspielplatz am Dorfweiher hat eine Memoryanlage bekommen. Derzeit laufen die planerischen Vorarbeiten zur Einrichtung eines Brotbackhauses und zur Gestaltung eines Dorfplatzes mit Brunnen. Große Beachtung fand während des Rundganges der zu Regens Wagner gehörende Dorfladen. Einige Jurymitglieder nutzen die Gelegenheit zu einem kurzen Besuch. Ab 2016 soll unter Mithilfe von Regens Wagner ein Lebensmittelladen mit allgemeinem Sortiment auf Rädern durch Holzhausen rollen. 

Zwei Stunden wanderten die Jurymitglieder durch das Dorf. Start war am Magnusheim, dessen Leiter Ulrich Hauser die Jury darüber informierte, dass Regens Wagner mit 600 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber des Ortes sei. Von dort aus ging es zum jüdischen Friedhof. Inzwischen wurden hebräische Grabinschriften übersetzt und eine Schautafel installiert. Rathauschef Först betonte die Verantwortung seiner Gemeinde für die Aufarbeitung der Geschichte. Über die Hauptstraße spazierten die Jury und begleitenden Einwohner zum Maibaumplatz, zum Schloss, wo Helene Walterskirchen die Geschichte des Gebäudes erläuterte, und weiter zum Dorfweiher, wo die Enten auf die Besucher zu warten schienen. Gemeinderätin Claudia Jetzt-Schwarz erzählte Landrat Eichinger, dass die Enten eine „natürliche Verkehrsberuhigung“ für Holzhausen sind. Alle Autofahrer gehen vom Gas, wenn die Watscheltruppe zwischen Biergarten und Dorfweiher die Straße überqueren, so die Gemeinderätin. Der Biergarten war dann auch die nächste Station. 

Dass Holzhausen eine lebendige Kirchengemeinde hat, musste Pfarrer Johannes Huber seinen Gästen nicht erst beweisen. Er stellte seine Kirche vor, die architektonisch an ein großes Zelt erinnert. Den Baustil begründete der Pfarrer mit dem Hinweis, „dass Gottes Volk unterwegs ist“. Die Gesangseinlagen einiger Gemeindemitglie- der fanden den Beifall aller Kommissionsmitglieder. Gemeinderatsmitglied Joachim Drechsel informierte über das „grüne“ Holzhausen bei einem Blick in den Friedhof. Und mit Pauken und Trompeten empfing dann der Musikverein die Gäste vor dem Feuerwehrhaus. Der Musikzug begleitete die Jury mit klingendem Spiel weiter zum Dorfgemeinschaftshaus bei der Rindenkapelle, wo Günter Först noch eine Präsentation über seinen Ort zeigte. 

Die Entscheidung im Bezirkswettbewerb fiel am Montag: Holzhausen erhält eine Silbermedaille. Die Gewinner im Entscheid sind die oberbayerischen Dörfer Hirnsberg, Markt Bad Endorf und Schönau, Gemeinde Tuntenhausen (beide Lkr. Rosenheim).

Siegfried Spörer

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