Bibelföderation jetzt in St. Ottilien – Zugang der Gläubigen zur Heiligen Schrift

Mit einigen Monaten Verspätung kann der Umzug der Katholischen Bibelföderation (KBF) von Stuttgart nach St. Ottilien jetzt abgeschlossen werden. Die internationale Organisation ist in erster Linie dafür zuständig, allen Christen einen persönlichen Zugang zur Heiligen Schrift zu ermöglichen. Weil sich das bestens mit dem Anliegen der Missionsbenediktiner vereinbaren lässt, haben sich St. Ottilien und die KBF „gesucht und gefunden“, sagt ein zufriedener Erzabt Jeremias Schröder.

Dass eine internationale Organisation wie die Katholische Bibelföderation von der baden-württembergischen Landeshauptstadt in das idyllische bayerische Voralpenland zieht, hat verschiedene Gründe. Zunächst existiert, so ihr Generalsekretär, in St. Ottilien eine für die KBF nutzbringende Infrastruktur, nämlich ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten, die es erlauben, Kongresse, Tagungen und andere Treffen abzuhalten an einem Ort, „an den man gerne einlädt“. Außerdem sei die Ausstrahlung des Klosters, dessen „christlich-biblische Prägung und die weltkirchlich-missionarische Perspektive attraktiv als Sitz für die weltweit wirkende Bibelföderation“. Die Nähe zu München, das Ziel vieler katholischer Würdenträger ist, und dessen internationaler Flughafen ist nach Schweitzers Worten ein weiterer Pluspunkt. Da wird in Zukunft so mancher „hohe Besuch“ am Ammersee begrüßt werden. Und ein paar Arbeitsplätze mehr wird es in der Folge zudem geben. Schließlich müsse man auch die gegenseitige Bereicherung sehen, die sich aus der Ansiedlung in St. Ottilien ergibt, denn in der Benediktinerabtei wird ein umfangreiches biblisches Kursprogramm angeboten, wodurch sich Erzabt Jeremias „schöne Synergieeffekte“ verspricht. Bibelpastorale Programme wolle man angehen und von der Internationalität der KBF profitieren, indem Erfahrungen anderer Ortskirchen eingebracht werden. Dass Generalsekretär Schweitzer selbst einmal der Benediktinerabtei angehörte, sei am Rande vermerkt. Komplizierte Struktur Die Katholische Bibelföderation hat eine überaus komplizierte Organisationsstruktur. Ein Vorstand des „e.V.“ ist nach deutschem Recht das (deutsche) Vertretungsorgan der Föderation und trägt die Verantwortung für alle finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten. So gab es in Stuttgart einen Vorstand mit Prälat Krautter als Vorsitzenden, der sich lange dem Ortswechsel widersetzte und sogar den Generalsekretär der Untreue beschuldigte. Darum kam es zu Verzögerungen beim Umzug. Als die Querelen und Anschuldigungen kein Ende fanden, setzte das Exekutivkomitee der KBF als höchstes Entscheidungsorgan zwischen den Vollversammlungen den (alten) Vorstand Ende Oktober 2008 kurzerhand ab. Der Abtprimas der Benediktiner und langjährige Erzabt von St. Ottilien, Notker Wolf, wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreterin ist Dr. Sabine Werner aus Pürgen, den Schatzmeister-Posten übernimmt Prof. Wolfgang Simler (Präsident i.R. der Bundesbankfiliale München). Außerdem ergänzen Dr. Thomas Goppel aus Eresing und Sr. Elisabeth-Magdalena Zehe OSB, Oberin aus Bernried, den Vorstand. Die Katholische Bibelföderation ist eine Einrichtung der Katholischen Kirche zur weltweiten Förderung der Bibelpastoral. Ihr gehören 330 Institutionen in über 130 Ländern an. Die KBF ist dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen angegliedert. Glaubens-Bilder Die Einweihung der neuen KBF-Räume in der Benediktinerabtei wird nun mit dem 40-jährigen Bestehen der Bibelföderation zusammenfallen. Dazu gibt es die Ausstellung „Glaubens-Bilder“. Sie zeigt Bibel-Illustrationen sieben zeitgenössischer Künstler aus dem deutschen Sprachraum, die auf eigene Art biblische Szenen in Bilder gefasst haben. Die Ausstellung ist bis zum 27. September in der Galerie des Klosterladens der Erzabtei St. Ottilien zu sehen.

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