Die Bierflasche ins Gesicht gestoßen – Amtsgericht Landsberg verurteilt 22-jährigen Dießener

Ein klares Geständnis ist es nicht gewesen. Der 22-jährige Angeklagte, der auf einen 19-Jährigen mit einer Bierflasche losgegangen war, räumte seine Schuld in der Verhandlung am vergangenen Mittwoch aber immerhin ein. Heute, ein gutes halbes Jahr später, sind die Narben im Gesicht des Opfers noch deutlich sichtbar. Das Amtsgericht Landsberg stufte die Tat als gefährliche Körperverletzung ein und Richter Dr. Wolfgang Daum verurteilte den jungen Mann aus Dießen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten.

Alkohol war damals in einem Lokal in Dießen mit im Spiel als der 22-Jährige zum Täter wurde. „Mir sind die Sicherungen durchgebrannt“, erklärte er. Seit dem frühen Nachmittag habe er getrunken – erst Bier, dann auch Schnaps. An der Bar habe er dem 19-jährigen, ebenfalls aus der Marktgemeinde stammenden Mann „etwas“ verkaufen wollen, doch der habe ihn daraufhin weggeschubst. Dass er eine Bierflasche in der Hand hatte, wusste der Auszubildende zum Industriemechaniker noch. Was aber genau passierte, daran konnte sich der Angeklagte nicht mehr genau erinnern. Mehr Erinnerung hatte das Opfer, das als Nebenkläger auftrat. Das angebotene „Etwas“, waren Drogen, so dessen deutlichere Antwort. „Dann hat er schon die Flasche auf mich gestoßen.“ Drei klaffende Schnittwunden hinterließ die Bierflasche des Kontrahenten an seiner linken Gesichtshälfte und an der Schläfe. Laut Anklageschrift von Staatsanwalt Christoph Prinke ist das Gesicht des Geschädigten „dauerhaft entstellt“. Die Haare fallen dem Auszubildenden zum Maler und Lackierer über die Schläfe, sodass die Narben verdeckt werden. Prinke forderte die erheblichen Verletzungen bei der Strafbemessung zu berücksichtigen. Die „Schwere der Tat“ betonte der Anwalt des Opfers, Markus Schwenk aus Schondorf. Mehrfach habe sein Mandant genäht werden müssen. Zugute kam dem Angeklagten immerhin seine zweimal vorgebrachte Entschuldigung während der Verhandlung. Richter Dr. Daum folgte bei der Auferlegung der Strafe – mit einem Jahr und fünf Monaten – dem Antrag von Staatsanwalt Prinke, Anwalt Schwenk und Verteidiger Joachim Feller aus Landsberg. Wegen einer günstigen Sozialprognose war für den jungen Dießener noch Bewährung möglich, die auf drei Jahre ausgesetzt wird. Eine „besondere Qualität von Gewalt“ sah Daum darin, dass der 22-Jährige „sofort, postwendend mit einem gefährlichem Mittel zugeschlagen hätte. Zudem würde eine solche Bierflasche nicht so schnell brechen, da sei einiges an Kraft notwendig. Um den Schaden wieder gut zu machen, muss der Verurteilte eine Geldstrafe von 2000 Euro in Raten von 50 Euro monatlich zahlen. Dem Auszubildenden, der auch seine finanzielle Lage vor dem Gericht offenlegen musste, „soll das auch ein bisschen weh tun“, so Daum.

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