LaBrassBanda "hinter Gittern"

Biergarten-Auftritt von LaBrassBanda sorgt für Chaos rund um „Alte Villa“

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Lebensfreude pur trotz Corona und Security vermittelte die Bläsercombo LaBrassBanda im Biergarten der „Alten Villa“ in Utting. Wegen fehlender Reservierungsmöglichkeit gab es hier einen gewaltigen Besucherandrang und manche Enttäuschung.

Utting – Mit dem Auftritt der Kultband LaBrassBanda hat sich „Alte Villa“-Gastronom Bernd Pickl nicht nur Freunde gemacht. Die 900 genehmigten Plätze im riesigen Biergarten waren schon am Sonntag-Nachmittag belegt und wer zum für 18 Uhr angesetzten Auftritt wollte, kam nicht mehr rein. Folge: Eine „Völkerwanderung“ durch Utting von enttäuscht wieder abziehenden Fans und von entgegenkommenden Leuten, die noch auf Einlass hofften. Dazu kam das Verkehrschaos, weil die Zufahrt zum Freizeitgelände von der Polizei rigoros abgeriegelt wurde. Also versuchten viele Autofahrer über Utting direkt zur Alten Villa zu kommen und blockierten die engen Straßen zum See. Wildparker hatten sogar das Gelände rund um das Rathaus besetzt.

Grund für den ungebremsten Besucherandrang war die fehlende Reservierungsmöglichkeit im Vorfeld, die von DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) und ADAC als Mitorganisatoren der Biergarten-Tournee dringend empfohlen wurde. „Hat aber den Wirt nicht interessiert“ postete ein erboster LaBrassBanda-Fan auf Facebook. Und ein anderer ergänzte „Das Autochaos war unglaublich.“ Über den anschließenden Auftritt der Gruppe auf Schloss Kaltenberg wiederum gab es viel Lob in den sozialen Medien: „Kaltenberg mit Reservierung absolut kein Problem – keine Schlangen, kein Chaos. Lag in Utting wohl an der lokalen Organisation.“

Hartgesottene, aber ausgeschlossene Fans verfolgten den 30-Minuten-Auftritt von LaBrassBanda hinter Gitterzäunen, die den Uttinger Biergarten zur uneinnehmbaren Festung gemacht hatten, bewacht von grimmig dreinschauenden Security-Mitarbeitern. „Anstatt die vielen Aufpasser zu bezahlen, hätte Wirt Pickl lieber mal eine Mitarbeiterin nur für Reservierungen abgestellt“, meinte ein „Zaungast“ mit zwei Kids, die wie viele andere draußen bleiben mussten.

Unabhängig von den unerfreulichen Umständen kam der Auftritt der siebenköpfigen Kultband vom Chiemgau „bombig“ an. Zu langen Beifall aber „verbat“ sich Sänger und Bandleader Stefan Dettl: „Klatschts weniger, dann kemma mehr spuin!“ Denn die Minikonzerte der Tournee durch 27 bayerische Biergärten sind streng auf 30 Minuten angesetzt. Und in denen will die meist barfuß auftretende Bläsercombo möglichst viele Titel aus ihrem neuen Album „Danzn“ präsentieren. Lieder wie „Hoasse Nacht“ oder „Discobauer“ sorgten beim Publikum für Zuckungen, Sitztanz und trotz Verbot Hüftschwung auf den Bierzelttischen. Beim Hit „Heid is a schena Dog“ sang fast der ganze Biergarten mit. Satten Sound brachte die Besetzung mit Trompeten, Tuba, Posaune, Bass und Schlagzeug. Um keine Aerosole zu verbreiten, waren alle Blasinstrumente am Trichter mit Stoff abgedeckt. Bei den Liedtexten von LaBrassBanda gab es auch Kritisches zu hören wie „Trink lieber Milli von der Nachbars-Kuh“ als Seitenhieb auf billige Discounter-Milch.

Die Biergarten-Tour mit Stopps in Utting und Kaltenberg soll in Corona-Zeiten mit Musik die Bayerische Lebensfreude wieder aufflammen lassen. Was mit strengen Hygiene- und Abstandsregeln funktionieren kann. Und mit besserer Organisation als in Utting.
Dieter Roettig

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