Marktplatz der Ideen bei BIGHub:

Innovationen für die Region gesucht

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Unter anderem ein Fahrradanhänger, der schiebt, wurde beim „BIGHub-Marktplatz der Ideen“ in Dießen präsentiert. Von links: Sebastian Wiedemann, Marc Schlüpmann, Dr. Andreas Schell, Prof. Dr. Wolfgang Stark, Renate Standfest, Detlef Däke und Peter Ostermeier.

Dießen – Kommt „the next big thing“ aus dem Landkreis Landsberg? Das hoffen zumindest die Initiatoren vom Ammer­see-Denkerhaus, die das Innovationsforum BIGHub ins Leben gerufen haben. Um das Konzept Interessenten vorzustellen, luden sie Tüftler und Kreative zu einem „Marktplatz der Ideen“ ins Blaue Haus ein. BIGHub kann man frei als „große Drehscheibe“ übersetzen, wobei die Buchstaben BIG für Bildung, Innovation und Gründung stehen.

Das Konzept klingt plausibel: Wer eine Geschäftsidee oder eine Erfindung im Kopf hat, kann an diesem Wettbewerb teilnehmen. Kommt der Bewerber oder die Bewerberin die engere Auswahl, wird bei Ausarbeitung und Start kosten­los professionelle Hilfe und Unterstützung angeboten. Die Sieger in den drei Kategorien erhalten zudem ein Preisgeld von je 3.000 Euro.

Die Chance zur Information aus erster Hand sowie zum Netzwerken ergriffen rund zwei Dutzend vorwiegend jüngere, aber auch einige ältere Semester. Detlef Däke von der Lokalen Aktionsgruppe Ammersee (LAG) machte ihnen Mut und Hoffnung: „Wir wollen hier in der Region eine Gründerkultur entwickeln. So wie einst von einer Garage aus Silicon Valley groß wurde, ist das Blaue Haus hier vielleicht die Geburtsstätte einer großen Sache, dem next big thing.“

Und das geschieht mit dem Segen von Berlin. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert BIGHub und will die Entwicklung einer Innovations- und Startup-Kultur im ländlichen Raum unterstützen. Die BIGHub-Region umfasst neben Landsberg die Landkreise Weilheim-Schongau, Starnberg, Fürstenfeldbruck, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Miesbach.

Start geglückt

Die Veranstaltungsreihe „Marktplatz der Ideen“ mit Start in Dießen soll Mut machen, mitzumachen. Die Interessenten „spinnen“ gemeinsam, knüpfen Netzwerke und bekommen alle Fragen beantwortet. Renate Standfest, Prof. Dr. Wolfgang Stark und Hans-Peter Sander waren neben Detlef Däke die kompetenten Gesprächspartner im Blauen Haus. Sie präsentierten auch zwei Beispiele innovativer junger Unternehmen, deren Start bereits geglückt ist.

Aus Dießen kommt die Firma „electrail“, die unter dem Motto „Ich schieb Dich“ handelsübliche Fahrradanhänger für Kinder, Lasten oder Hunde mit Antrieben ausstattet. Das Fahrrad bleibt wie es ist. Die Steuerung des Motors im Laufrad des Anhängers erfolgt kabellos durch Funk. Firmengründer Peter Ostermeier, Maschinenbau-Ingenieur, kam die Idee, als er „Mütter mit roten Köpfen“ sah, die per Radl mit Kindern beladene Anhänger die Bergerl in Dießen hochstrampelten. Zusammen mit seinem Partner Dr. Andreas Schell, promovierter Chemiker, entwickelte er den Anhängerantrieb, der schiebt. Eine Erfolgsgeschichte, was die steigende Nachfrage beweist.

Sebastian Wiedemann klärte über die Grundidee der Inninger Firma „Green IT Solution“ auf, die Umweltfreundlichkeit und wirtschaftliche Interessen kombiniert. So kauft man gebrauchte Hardware auf, überholt und optimiert sie gründlich und verkauft sie unter dem Neupreis weiter. Damit werde der Lebenszyklus erheblich verlängert, was die zehnjährige Garantie unterstreicht.

Wer von solchen Erfolgsgeschichten angespornt ist, kann sich in einer der drei Preiskategorien von BIGHub anmelden. Bei den „Jungen Wilden“ wird die beste unternehmerische Geschäftsidee von jungen Menschen prämiert, die unverbraucht und frisch an die Lösung vorhandener beziehungsweise neu erkannter Herausforderungen in der Region gehen. Bei den „Neuen alten Hasen“ können Personen mitmachen, die bereits einen beruflichen Weg als Angestellte, Selbständige oder Freiberufler gegangen sind und die auf dieser Basis nochmal etwas Neues wagen wollen. Zur dritten Kategorie zählen schließlich die „INNovatoren“ aus Firmen oder kommunalen Verwaltungen, die unternehmerische Lösungen ausgetüftelt haben.

Die Themenbereiche für Ideen und Projekte sind frei wählbar. Ob alternative Energien, Digitalisierung, Mobilität, Ökologie, Gesundheitswesen, Bildungswirtschaft, Dienstleistung und Handel – kreative Menschen können sich hier ungehemmt austoben. Wobei drei Kriterien für die Preisvergabe ausschlaggebend sind: Innovationsgrad, verantwortungsvoller unternehmerischer Gehalt und der Nutzen für die Region. Aus allen Bewerbungen wählt der BIGHub-Steuerkreis 15 Projekte aus, die eine mehrmonatige kostenlose Unterstützung und Beratung zur nachhaltigen Realisierung erhalten. Unter anderem durch Experten des Münchner Strascheg Centers for Entrepreneurship.

Höhepunkt und krönender Abschluss der BIGHub-Aktion wird am 15. und 16. Juni voraussichtlich in Raisting ein großes Startup-Festival sein, wo die drei finalen Sieger geehrt und mit den Geldpreisen ausgezeichnet werden. Bis zum 20. Februar haben Interessenten die Möglichkeit, ihre Projektideen beim Innovationsforum BIGHub einzureichen.

Dieter Roettig

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