Zwei neue LEADER-Projekte gestartet

Biken und forschen am Ammersee

Biker im Wald
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In freier Natur über Stock und Stein – das ist zwar aufregend, kommt aber nicht ganz so gut an. Auch aus diesem Grund hat sich die LAG Ammersee für eine Förderung des Bikeparks Egling ausgesprochen und wird es wohl auch in Eching tun.

Ammersee-West – Grünes Licht für zwei neue LEADER-Projekte hat die Spitze der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Ammersee jüngst gegeben: „Bike­park Egling“ sowie „Hausnamen – Häuser erzählen Geschichte(n)“ in der Ammersee-Region. Mit diesem Votum können die Initiatoren nun Förderantrage mit einer Gesamtsumme von 85.000 Euro stellen. Ein positives Stimmungsbild gab es außerdem zum Projekt „Pumptrack-Parcours Eching“. Die Botschaft der Aktionsgruppe für die Zukunft: Weitere Projektinitiativen sind willkommen!

Über 31 Teilnehmende an der öffentlichen Online-Steuerkreissitzung konnte sich Detlef Däke, Manager der LAG Ammersee im EU-Förderprogramm LEADER, freuen. „Zum einen ermöglichen digitale Treffen, dass im Vergleich zu früheren Präsenzveranstaltungen mehr Interessierte aus unserem großflächigen LAG-Gebiet daran teilnehmen“, so Däke. „Zum anderen tragen erfolgreiche LEADER-Projekte ebenso Früchte: das öffentliche Interesse wächst. Außerdem nehmen Vorschläge für neue Projekte spürbar zu, nachdem bekannt geworden ist, dass es Fördermöglichkeiten in zwei zusätzlichen Jahren gibt, um die die aktuelle Förderperiode verlängert worden ist.“

Bike-Attraktion in Egling

Das Projekt „Bikepark Egling“ stellte SC-Vorsitzender Stefan Gollinger vor. Unterstützt wurde er dabei von den Jugendlichen Lukas Bertele und Korbinian Bals sowie Bürgermeister Ferdinand Holzer. Wie im KREISBOTEN berichtet, soll am Sportgelände ein Dirttrack-Trail-Parcour als öffentlich zugänglicher Bikepark errichtet werden – ein zentrales Sportangebot für Kinder und Jugendliche. Die Initiatoren sind sich sicher, dass diese Attraktion Biker aus der ganzen Region anlocken wird, die Anbindung Eglings an die BRB Ammersee-Bahn mache die Anfahrt aus anderen Gemeinden einfach möglich.

Gollinger schilderte detailliert Ziele und Nutzen des Projekts. Es diene der Jugendförderung, werde zur Ausbildung der jungen Sportler von der Technik bis zum Verhalten bei Stürzen dienen. Es soll damit auch eine Alternative zu bislang befahrenen gefährlichen Waldstrecken geschaffen sowie gemeindliche Schäden durch Mountainbiker reduziert werden.

All das kam in der LAG gut an. Die Steuerkreismitglieder lobten das gemeinschaftliche Vorgehen von Jugendlichen, Sportverein und Gemeinde. Einstimmig befürworteten sie das Projekt, das auf verschiedene Ziele der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) einzahlt. Der Projektträger kann nun einen Förderantrag stellen, bei einem veranschlagten Projektvolumen von 100.000 Euro ist eine maximale Fördersumme in Höhe von 50.000 Euro möglich.

Historisches bewahren

Für den Verein „Kulturlandschaft Ammersee-Lech“ brachte Klaus Horney aus Utting das Projekt „Hausnamen – Häuser erzählen Geschichte(n)“ ein. Es geht dabei um die ortsweise Sammlung von histo­rischen Hausnamen und den dazugehörigen Daten, mancherorts auch unter Verwendung schon vorhandener Dokumentationen; geschichtsträchtige Häuser sollen in ihrem früheren sowie im gegenwärtigen Zustand abgebildet, der Hausname erklärt, in den Kontext seiner Entstehungszeit gerückt sowie möglichst auch die Erbauer bzw. Bewohner dokumentiert werden.

Zum anderen ist die Entwicklung einer Online-Plattform vorgesehen, die alle Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Auch könnten mit den gesammelten Daten, so Klaus Horney weiter, die Anbringung von Hausnamensschildern oder auch das Erstellen von Printdokumentationen, wo noch nicht vorhanden, unterstützt werden.

Mit dem Projekt sollen Dokumente und damit verbundene Geschichten bewahrt werden. Es gehe aber auch darum, örtliche Geschichte in der ganzen Ammersee-Region bekannter zu machen und die Identifikation und Verbundenheit der hier lebenden Menschen mit der Region zu stärken, so Horney.

Die Mitglieder des LAG-Steuerkreises bestätigten mit ihrem einstimmigen Votum, dass das Hausnamen-Projekt auf die Ziele der Lokalen Entwicklungsstrategie einzahlt. Bei einem Projektvolumen von 70.000 Euro kann der Projektträger damit einen Förderantrag für eine maximale Summe von 35.000 Euro stellen.

Pumptrack in Eching?

Von Bürgermeister Siegfried Luge vorgestellt und im Steuerkreis beraten, aber noch ohne Beschlussfassung, wurde ein Projekt aus Eching. Der FSV Eching will mit der Gemeinde einen Pumptrack-Parcours für sehr unterschiedliche Nutzergruppen schaffen. Dieser könnte laut Detlev Däke, ebenso wie das Vorhaben in Egling, im Rahmen des von den Mitgliedsgemeinden der LAG Ammersee getragenen Gemeinschaftsvorhaben „Vernetzte Jugendplätze“ unterstützt werden.

Nächste Förderperiode

Die aktuelle, coronabedingt verlängerte LEADER-Förderperiode läuft noch bis Ende 2022. Für die danach folgende (2023-2027) sind Interessens­be­kundungen bis 21. Mai formlos abzugeben. Die LAG Ammersee werde dies auch tun, sagt Däke. Bis Herbst solle die Evaluierung der LAG Ammersee erfolgen. Auf dieser Basis könne das Programm für die nächste Förder­periode erarbeitet werden. Im ersten Halbjahr 2022 ist die neue Lokale Entwicklungsstrategie einzureichen, Auswahl und Anerkennung der LAGs ist für das zweites Halbjahr 2022 vorgesehen. Die neue Förderperiode startet am 1. Januar 2023. LEADER-Koordinatorin Veronika Hämmerle ermutigte die Akteure der LAG Ammersee, ihre Arbeit langfristig fortzusetzen.

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