Bildende Kunst im Rathaus – Neues Stadtmuseum Landsberg eröffnet vierte Ausstellungsstätte

Das Foyer des neuen Plenarkomplexes am Historischen Rathaus ist seiner Bestimmung als Ausstellungsstätte für zeitgenössische Kunst übergeben worden. Mit dem Motto „Auseinandersetzung mit der Stadt“ hätte keine bessere Wahl für die erste Exposition getroffen werden können.

Rote Dächer, Stadtmauern, Tore, Viertel: Die Arbeiten zeigen Typisches für Landsberg, so wie es ansässige Künstler sehen und in Öl, Acryl, Aquarell und Foto mit ihren individuellen Handschriften interpretieren. Sie sind Ergebnis eines Wettbewerbes der regionalen Künstlerverbände RBK (Regionalverband Bildender Künstler) und Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee ergänzt von Walter Roses berühmtes „Bäckertor“ aus dem Jahr 1942. Als zweiter Teil komplettieren die Stadtsichten die seit Ende Juni zu sehende Sonderausstellung „Eine Kunst-Geschichte. Künstlerverbände zwischen Ammersee und Lech“ des Neuen Stadtmuseums anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Künstlergilde. Während 121 Werke, Stillleben, klein- und großformatige Landschaften sowie Künstlerporträts und Grafiken, im Stammhaus, dem ehemaligen Jesuitengymnasium, über der Stadt an der Heilig-Kreuz-Kirche gezeigt werden, stellt das Historische Rathaus mit seinem neuen Plenaranbau den idealen Platz für die Arbeiten rund um die Stadt dar. „Das Foyer soll ein Ort intensiver Begegnung mitten in der Stadt werden“, sagte Gerhard Heitzer, Vorsitzender der Künstlergilde, auf der „Einzugs­feier“ am Donnerstag. Immerhin habe sich ein alter Wunsch Landsberger Künstler erfüllt, die schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg Pläne für Ausstellungsmöglichkeiten am Rathaus schmiedeten. Auf die „vielen zu entdeckenden Möglichkeiten“ der baulichen Substanz, sei es die Präsentation von Großformaten und Skulpturen oder variable Abhängungen von der Decke bis hin zur Verbindung zwischen dem von zwei großen Glasflächen umschlossenen Innenraum mit dem Hofbereich, verwies Sebastian Dellinger, einer der Architekten des Rathausanbaus, und weckte Fantasie. Für Dr. Margarete Meggle-Freund, Leiterin des Neuen Stadtmuseums, ist es mit dem Stammhaus und dem Mutterturm der dritte Standort innerhalb Landsbergs und mit dem Unteregger-Anwesen in Ellighofen der vierte. Er soll „ein Foyer zur Auseinandersetzung mit anspruchsvoller Gegenwartskunst“ werden, sich auf Ausstellungen mit kürzeren Lauf­zeiten konzentrieren und auch dem Experiment offen stehen, stellte Dr. Meggle-Freund in Aussicht. Wenn es im Volksmund heißt, „Wer vom Rathaus kommt, ist immer klüger als zuvor“, so kann man in Landsberg zudem kräftig von der Muse geküsst werden. Das Historische Rathaus mit seiner prächtigen Barockfassade bietet nicht nur Kunst in höchster Perfektion am Gebäude, sondern jetzt auch komplex im Innern – mit dem Konzertsaal im Hauptgebäude und der neuen Galerie im Plenaranbau. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag, 10 bis 17 Uhr; Kontakt über Tourismusbüro, Telefon 08191/128-247, oder Neues Stadtmuseum Landsberg, Telefon 08191/128-360.

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