Ab 2018 Müll-Kontrolleure im Landkreis Landsberg?

"Einmal die Tonne öffnen, bitte!"

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Schauen ab nächstem Jahr Kontrolleure in die Mülltonnen, um Falsch-Entsorger ausfindig zu machen?

Landkreis – Klingeln bald Müll-Kontrolleure an der Haustür, um unsere Tonnen zu durchstöbern? Die Kreistag-Entscheidung, ab 2018 Gebühren für Biomüll zu erheben (der KREISBOTE berichtete), sorgte kürzlich für Zündstoff. Auf Facebook etwa drohten daraufhin zahlreiche Nutzer, ihren Biomüll in Zukunft über die Restmülltonne zu entsorgen. Weil das per Gesetz nicht mehr geht, kündigt die Kommunale Abfallwirtschaft Kontrollen an – ab kommendem Jahr.

Kurzer Rückblick: 2016 wurde die Biotonne erstmals flächendeckend unter die Bürger gebracht – kostenlos für zwei Jahre. Inzwischen ist sie gut angenommen, immerhin 58 Prozent der Haushalte entsorgen so Bio- und Gartenabfälle. Deren Verwertung kostet den Landkreis in der Folge eine Stange Geld: Rund 1,86 Millionen Euro aus dem Gebührenhaushalt erfordert die Vergährung jährlich.

Ab kommendem Jahr zahlen die Bürger für jede Leerung ihrer Biomülltonne 1,17 Euro – genauso viel wie beim Restmüll. Dazu kommt für Bio- und Gartenabfälle eine Gewichtsgebühr von 12 Cent. „Dann landet halt der Biomüll in der Restmülltone und fertig“, schreibt Facebooknutzer Tobi Tobias zu dem Thema. Aber Vorsicht: Der Kilopreis für Restmüll ist mit 25 Cent immer noch deutlich teurer.

Und so einfach funktioniert eine Doppelnutzung ohnehin nicht: Das Gesetz schreibt nämlich vor, Bioabfälle ausschließlich über die Braune Tonne zu entsorgen. Künftig nur einen Behälter für beides zu verwenden, geht deshalb nicht. „Das ist inzwischen eine Ordnungswidrigkeit“, sagt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes.

Um Falsch-Entsorgern auf die Schliche zu kommen, schaut die Kommunale Abfallwirtschaft womöglich bald etwas genauer hin und führt Kontrollen durch, wie Michael Süßmeir von der Abfallwirtschaft ankündigt. „Wie genau wird das wohl ablaufen?“, fragt man sich. Überprüfen lässt sich die korrekte Entsorgung schließlich nicht allein mit einem kurzen Blick auf den Komposthaufen im Garten. Dafür bräuchte es schon einen Einblick in die Mülltonnen. Ein zu großer Eingriff in die Privatsphäre oder schlichtweg der einzige Ausweg, will man verantwortungslose Müll-Entsorger ermitteln?

Nicht den Kontrollen, aber zumindest den Kosten der Braunen Tonne können sich Bürger jedenfalls nur auf eine Weise entziehen: mit der Reaktivierung des Komposthaufens zuhause im Garten – das schrieben auch mehrere Bürger auf der Facebookseite des KREISBOTEN. Beispielsweise auch Julian ­Kalkschmidt: „Dann wird die Tonne direkt zurückgegeben und der Kompost wieder verwendet, gar kein Problem.“

Bis Ende 2017 müsste die Braune Tonne im Landratsamt dann abgemeldet sein. Ein Anruf genüge schon, sagt Pressesprecher Müller. Er berichtet übrigens ferner davon, dass die Resonanz auf die Gebühren-Einführung im Landratsamt kaum nennenswert sei. „Wir hatten nur vereinzelte Anrufe, insgesamt vielleicht ein Dutzend.“ 

Marco Tobisch

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