Gefahrlos Radeln in der Birkenallee

Ammersee-Südufer: Kommt der Radweg doch?

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Gefährliche Ausweichmanöver sind an der Tagesordnung auf der „Birkenallee“ zwischen Dießen und Fischen. Um einen straßenbegleitenden Radweg streiten seit Jahren die Gemeinden Dießen, Pähl und Raisting mit Regierung und Naturschutz.

Dießen/Fischen – Neue Hoffnung für die Befürworter des seit Jahrzehnten geforderten fahrbahnbegleitenden Radwegs von Dießen nach Fischen: Auf Veranlassung der Bayerischen Umwelt- und Verbraucherschutz-Ministerin Ulrike Scharf findet am 9. Januar im Münchner Innenministerium ein vielleicht entscheidendes Sondierungsgespräch statt.

Eingeladen wurden die Bürger­meister Herbert Kirsch (Dießen), Werner Grünbauer (Pähl) und Martin Höck (Raisting) sowie die Landräte Thomas Eichinger (Landsberg) und Andrea Joch­ner-­Weiß (Weilheim-Schongau). Dabei auch die CSU-Stimmkreis­abgeordneten Alex Dorow und Harald Kühn. Die Amtschefs von Umwelt- und Innenministerium wollen sich aus erster Hand über die laut Grünbauer „nicht mehr weg zu diskutierende Notwendigkeit“ dieses Radwegs informieren. Laut einem Gutachten der beteiligten Gemeinden sei der Bau naturschutzfachlich eindeutig machbar. Nur die dem Naturschutz nahestehenden Beamten in der Regierung von Oberbayern würden noch mauern, beklagt Pähls Bürgermeister. Man wolle nunmehr endlich einen Lösung, wie man mit einem direkten Radweg das Ost- und Westufer des Ammersees verbinden kann.

Bereits 1987 plante das Straßenbauamt einen Fahrradweg entlang der Staatsstraße 2056, im Volksmund „Birkenallee“ genannt. Die Naturschützer legten erfolgreich Protest ein, weil durch das Vorhaben das Vorkommen von Wiesenbrütern und Stelzvögeln wie etwa dem Großen Brachvogel massiv gefährdet sei. Alternativ wurde die ungeliebte „Raistinger Schleife“ angeboten, die aber wegen des erheblichen Umwegs bis heute kaum angenommen wird. 2010 wurden vom Straßenbauamt die Pläne für den Birkenallee-Radweg endgültig begraben.

Trotzdem gaben und geben die Befürworter nicht auf. Die auch überregional werbewirksamen „Radldemos“ von Prof. Ernst Roeckl, eine erfolgreiche Unterschriftensammlung der Initiativen „Lebensraumplanung Pähl“ und „Radwege am südlichen Ammersee“ sowie ein neues positives Gutachten der beiden Gemeinden bringen Regierung und Naturschützer immer wieder in Zugzwang. Denn wenn die Bayerische Staatsregierung bis zum Jahr 2025 den Radverkehr verdoppeln wolle, dann gehe das nur mit sicheren und attraktiven Wegen auch für den Alltagsverkehr. Die enge Birkenallee ohne begleitenden Radweg sei für alle Verkehrsteilnehmer brandgefährlich, so Bürgermeister Grünbauer.

Wie berichtet, will Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann in den nächsten Jahren 400 Millionen Euro in den Radwegebau entlang von Bundes- und Staatsstraßen investieren, um bis 2025 ein „durchgängiges Radverkehrsnetz“ zu erhalten. Schöne Worte, denen die Befürworter des Radwegs entlang der Birkenallee gerne Glauben schenken würden. Denn seit über 25 Jahren blockieren Natur­schutz und Regierung den Bau des Radweges entlang der St2056. Vielleicht ändert man in der Landeshauptstadt jetzt aufgrund der neuen umfangreichen Machbarkeitsstudie der Gemeinden Pähl, Raisting und Dießen „höherorts“ die Meinung. Die Studie kommt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass an keiner Stelle der Birkenallee eine naturschutzrechtliche Beeinträchtigung entstehe und damit das Projekt realisiert werden könne.

Dieter Roettig

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