Neuer Erzabt in St. Ottilien

Voll besetzte Kirchenbänke

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Bischof Konrad Zdarsa (2. von links) weihte kürzlich Wolfgang Öxler (vorne) zum Erzabt im Kloster St. Ottilien.

St. Ottilien –Gut einen Monat nach seiner Wahl ist Wolfgang Öxler vom Augsburger Bischof Konrad Zdarsa offiziell zum Erzabt des Klosters St. Ottilien geweiht worden.

Die Anteilnahme war groß: voll besetzt die Kirchenbänke mit Gläubigen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft, groß die Freude darüber, dass der beliebte Pater nach weniger als zwei Jahren im Kloster Jakobsberg nach St. Ottilien zurückgekehrt ist. Er selbst war im ersten Moment fast erschrocken, als er von seiner Wahl erfuhr, empfand Beklemmung vor der großen Verantwortung, die da auf ihn zukam. „Ich wollte das eigentlich nicht machen“, sagt er mit seiner sanften, fast leisen Stimme im Gespräch mit dem KREISBOTEN, ein paar Tage vor seiner Abtsbenediktion.

Bischof Zdarsa weiht Pater Wolfgang Öxler zum Erzabt

Es ist nicht üblich, dass die Kandidaten bei der Aufstellung um ihre Zustimmung gefragt werden. Gefragt wird der Gewählte erst hinterher, dann, wenn er fast nicht mehr nein sagen kann. Auch Wolfgang Öxler sagte nicht nein. Sein Gottvertrauen half ihm. „Ich habe mir gesagt, wenn der Heilige Geist mich hier hinsetzt, wird es schon seine Richtigkeit haben.“ Die Veränderung ist drastisch. Das Kloster Jakobsberg, dem Öxler als Prior vorstand, ist eine kleine Gemeinschaft von neun Mönchen. In St. Ottilien trägt er nun Sorge für rund 100 Mitbrüder, für die Klosterbetriebe und ihre Angestellten, für das Gymnasium. „Gottesvoll den Menschen nah“, lautet sein Wahlspruch, eine Zeile aus einem selbstkomponierten Lied. Im letzten Herbst hat der hochmusikalische Pater, der ein halbes Dutzend Instrumente spielt, eine ganze CD mit eigener neugeistlicher Musik aufgenommen. „Andersort“ heißt sie. „Das ist es, was Klöster für mich sind“, sagt er. „Orte, wo ich anders sein darf.“ Ein bisschen anders war er auch schon, als er noch Erwin Öxler hieß, daheim in Dillingen die Fachakademie für Sozialpädagogik besuchte und Erzieher werden wollte – in den 70er Jahren für einen Mann ein noch seltenerer Beruf als heute. Schmunzelnd erzählt Öxler davon, wie ihm die Kindergartenkinder auf seiner ersten Praktikumsstelle ein fröhliches „Grüß Gott, Tante Erwin“ entgegen krähten. Später arbeitete er mit Jugendlichen in einem Internat der Missionsbenediktiner. Das Leben in der christlichen Gemeinschaft zog ihn an, der diffuse Wunsch, selbst Priester zu werden, verdichtete sich zum konkreten Ziel. 1979 trat Öxler mit 22 Jahren in den Orden ein, studierte in München Theologie und erhielt 1988 seine Priesterweihe. An diese Daten erinnerte Bürgermeister Arnold Müller aus der rheinischen Gemeinde Ockenheim, in der das Kloster Jakobsberg liegt. Zum Festakt, der sich an die Abtsweihe anschloss, hatte er edle Jahrgangsweine mitgebracht – einen aus jedem Jahr, das für Öxler von besonderer Bedeutung war. Nur von 2012, dem Jahr seiner Wahl zum Erzabt, gab´s erstmal nur Traubensaft. Landrat Walter Eichner, Landtagsabgeordneter Thomas Goppel und der Eresinger Bürgermeister Josef Loy gratulierten Öxler ebenso wie Abtprimas Notker Wolf, der aus Rom angereist war. Er würdigte den neuen Erzabt als „den rechten Mann mit dem Herzen am rechten Fleck“, der den Menschen eine große Zuneigung entgegenbringe. Ulrike Osman

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