Wild ist kein Schädling

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Fordert mehr Respekt vor unseren Wildtieren: Georg Duschl, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Landsberg.

Leeder/Landkreis – Anlässlich des Hubertustages ruft der Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe Landsberg, Georg Duschl, dazu auf, „unsere Wildtiere nicht länger als Schädlinge zu degradieren, sondern Respekt zu haben vor unserer heimischen Tierwelt“.

Ihren Schutzpatron, den Heiligen Hubertus, ehren die Jäger aus dem Landkreis am Samstag, 9. November, mit der Hubertusmesse um 19.15 Uhr in der Kirche Mariä Verkündigung in Leeder – begleitet von den Landsberger Jagdhornbläsern.

Angesichts aktueller Entwicklungen rund um die Jagd und dem Umgang mit freien Wildtieren fordert Duschl eine „Rückbesinnung auf diese Werte“. Tötungsgatter für Rotwild, Saufänge für Frischlinge beziehungsweise ganze Rotten, Mauserfang von Wildgänsen, Anstechen von Eiern in Gelegen oder der Abschuss führender weiblicher Wildschweine sind nur einige Beispiele, wie derzeit in verschiedenen Teilen Bayerns versucht werde, „unsere wertvollen heimischen Wildtiere als reine Schädlinge zu degradieren“.

Der „Waldbau mit der Büchse“ sei eine in vielen Bereichen gern verwendete Redewendung, wenn es darum geht, den Verbiss an Forstpflanzen zu verhindern. „Es wird nicht darüber nachgedacht, was wir Menschen den Wildtieren an Lebensraum genommen und an Nahrungsgrundlagen entzogen haben, sondern nur noch darüber gesprochen, wie wir es verhindern können, dass Wildtiere unser Streben nach wirtschaftlichem Erfolg oder unsere persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten behindern“, so der Vorsitzende der Landsberger Kreisgruppe im Bayerischen Landesjagdverband (BJV). „Die einfachste in diesem Zusammenhang oft geforderte Lösung ist der Abschuss, und es sind nicht die Jäger, die das immer vehementer forcieren.“

„Fahrlässige Fehlabschüsse“ beim Rehwild sollen nicht mehr im öffentlichen Interesse stehen, Schonzeiten würden in bestimmten Gebieten in den Alpen bereits völlig abgeschafft, und Tiere, die es seit vielen Jahren in Bayern nicht mehr gegeben hat, sollten nicht nur nach Ansicht Duschls ins Jagdrecht übernommen und damit einer Wildschadensregulierung unterworfen werden. „Feldhase, Fasan und Rebhuhn, traditionell Bewohner unserer Wiesen und Felder, verschwinden Zug um Zug.“ Immer weniger Flächen stünden für diese „faszinierenden Wildarten“ zur Verfügung.

So dürfe es nicht weiter gehen. Georg Duschl fordert: „Wir alle haben eine Verantwortung für die in unserer Umgebung lebenden Wildtiere. Bei allem Verständnis für die Belange Einzelner – es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft, insbesondere aber der Jagdrechtsinhaber und Jäger, sich verant­- wortungsvoll um unsere Wildtiere zu kümmern.“ Der Hubertustag solle dafür Anlass sein und Anstoß zum Umdenken geben.

Es gebe viele Möglichkeiten, sowohl ökonomische Belange als auch die Lebensraumansprüche der Wildtiere unter einen Hut zu bringen. „Zusam­men mit vielen Bauern im gesamten Landkreis Landsberg wurden bereits wildtiergerechte Zwischenfrüchte angebaut, die den Tieren über die harte Jahreszeit helfen und gleichzeitig viele Vorteile für den Grundeigentümer haben“, so Duschl. Auf Zuruf der Landwirte würden immer öfter Wiesen vor der Mahd nach Kitzen abgesucht.

Ausweisung von Wildruhezonen und Anlage artenreicher Freiflächen in geschlossenen Waldsystemen hätten in vielen Revieren geholfen, einerseits den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden und andererseits die Schäden in Land- und Forstwirtschaft zu verringern. In vielen Bereichen gebe es schon „gut funktionierende Zusammenarbeit“ zwischen Grundeigentum und den Interessens­vertretern des Wildes. „Diese gilt es weiter auszubauen und im Sinne einer nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung, aber auch im Sinne unsere Wildtiere gemeinsam umzusetzen“, so Duschl abschließend.

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