Frühjahrskonzert

Einmalig: Denklinger Sonntagskonzert

+
Ausnahmsweise an einem Sonntag: das Frühjahrskonert des Denklinger Musikvereins.

Denklingen – Da sage noch einer, die Programmauswahl sei nicht bedacht! Beim Frühjahrskonzert des Musikvereines Denklingen weilte Bundes­tagsabgeordneter Michael Kießling unter den knapp 300 Zuhörern, als die Blaskapelle den zweiten Teil mit der „Berliner Luft“ aus der Operette von Paul Lincke eröffnete. Dieser 1904 komponierte Marsch war ein gefälliger Beitrag im ausgewogenen Programm, das erstmals seit vielen Jahren wieder an einem Sonntagabend dargeboten wurde.

Der gut gelaunte Moderator Andreas Frieß ging in der Ansage weiter ins Detail. Er berichtete davon, dass der Abgeordnete Kießling in seinen Berliner Mitarbeiterstab einen jungen Musiker, Lukas Besel aus Kinsau, vom Lechrain in die Bundes­hauptstadt aufgenommen habe. Besel war mehrere Jahre Schlagzeuger bei der Denklinger Kapelle, hat aber jetzt keine Zeit mehr für dieses Hobby.

Fürs Jahreskonzert hat die Kapelle nun im Register zwei Aushilfen aus Peiting und aus Kaufbeuren engagiert. Die Kosten dafür würden getreu dem Ver­ur­sacherprinzip verrechnet, witzelte Frieß. Es sei zu hoffen, dass MdB Kießling die Kosten für die zwei Ersatzmusiker im Bundeshaushalt verbuchen könne, sorgte der Moderator beim Publikum für Heiterkeit.

Es war heuer gleichsam ein Sonntagskonzert, das der Musikverein Denklingen gab. Aber es bleibt einmalig. Schon 2020 soll das Jahreskonzert wieder am Samstag vor dem Palmsonntag abgehalten werden. Grund dafür war heuer, dass der erste Dirigent Wolfgang Wagner als Trompeter mit den „Brauhaus-Musikanten“ einen Jubiläumsauftritt hatte.

Mag der Termin ungewöhnlich gewesen sein – die Blaskapelle präsentierte sich in der Mehrzweckhalle mit den gewohnten Stärken. Dazu gehörten die Tonkraft, die Dynamik, aber auch gefälliges Musizieren und eine ordentliche Stimmung im Klangkörper. Die Stücke, die Wolfgang Wagner und zweiter Dirigent Georg Linder ins Programm nehmen, sind von der Kategorie leicht bis mittelschwer. Mochte der eine oder andere den „großen Wurf“, wie etwa eine fulminante Ouvertüre oder einen anspruchsvollen Konzertwalzer, vermissen, so war dennoch für viel Abwechslung bei dem Sonntagskonzert gesorgt, wozu auch zwei Gesangsbeiträge gehörten.

Den ersten Teil eröffnen die Musiker mit dem Konzertmarsch „Opening“ (Musik von Ernst Hoffmann). Schon da ist die schöne Stimmung vom Bass­register bis hinauf zum Piccolo herauszuhören. Nächster Titel: die von Linder dirigierte „Festival Overture“. Ebenso im Programm hat der Musikverein die Impressionen aus dem Werk „Silver Creek Valley“ von Kees Vlak. Mit diesen beiden gefälligen Stücken wird die Blaskapelle Denklingen heuer gleich bei drei Musikfesten antreten. Die Musiker stellen sich in Asch, in Altenstadt und in Reichling dem Wertungsgericht und sind außerdem bei den drei Festzügen dabei.

Ramona Knopp aus Apfeldorf sang beim Denklinger Frühjahrskonzert das Lied „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“. Komponist ist Sylvester Levay. Nach der Pause brachte sie mit kräftiger Stimme „Gabriellas Sang“. Dabei handelt es sich um das Titellied aus dem 2005 entstandenen Musikfilm „Wie im Himmel“ nach einer Komposition des Schweden Stefan Nilsson.

Im Medley „Dankeschön, Bert Kaempfert“ schlug zweiter Dirigent Linder ein gemütliches Tempo an; alle Raffinessen wie die Einwürfe der Trompeten oder der Posaunen und die samtige, aber doch kernige Untermalung der Tuben lagen so im Klangbild offen da.

Mit Rechts und Links griff Christian Ruile vom Schlagwerk zum Hammer: In der Polka „Feuerfest“ von Josef Strauß klopft er präzise auf den Ambos. Zwei weitere Polkas erklangen im Konzert: eine von Ernst Mosch („Der Strohwitwer“) und eine von Antonin Borovicka „(„Gartenpolka“). Mit dem Marsch „Mein Regiment“ von Hermann Ludwig Blankenburg als zweite Zugabe endete ein Sonntagskonzert, das in Denklingen wohl einmalig bleiben wird.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Über 100 Pferde beim Uttinger Leonhardi-Ritt gesegnet
Über 100 Pferde beim Uttinger Leonhardi-Ritt gesegnet
Lechmauersanierung Landsberg läuft!
Lechmauersanierung Landsberg läuft!
Rainer Walch, Initiator der Langen Kunstnacht, ist tot
Rainer Walch, Initiator der Langen Kunstnacht, ist tot
Landestheater Schwaben setzt mit "Der Reisende" beklemmendes Ausrufezeichen
Landestheater Schwaben setzt mit "Der Reisende" beklemmendes Ausrufezeichen

Kommentare