Das kleine Format:

Aufbruch in die Romantik

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Die aus Naturmaterialien gefertigte Arbeit „Space Shuttle der kosmischen Katze“ von Alexandra Hendrikoff ist eine der Installationen, die im Rahmen von „Das Kleine Format 2017“ präsentiert werden.

Dießen – Für manchen mag es nach Zukunftsmusik klingen, für andere ist „Das Kleine Format“ bereits Gegenwart. Zwar öffnen sich die Türen zur gleichnamigen Ausstellung erst am 13. Oktober, doch laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Rund 40 Künstler werden während der dreiwöchigen Werkschau, die unter dem Motto „Romantik oder die Poesie der Gegenwelten“ steht, ihre Arbeiten im Blauen Haus präsentieren. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Ausstellung liegt laut Initiatorin und Kuratorin Annunciata Foresti auf installativer Kunst.

Die Räume im Blauen Haus werden, wie im KREISBOTEN berichtet, ab Sommer von der Gemeinde Dießen verwaltet und vermietet. Da der Raum hinter dem Saal nicht mehr dauerhaft vermietet wird, sondern ebenfalls für Veranstaltungen genutzt werden kann, steht mehr Fläche zur Verfügung. „Damit können wir raumgreifende, installative Arbeiten viel besser zeigen“, erläutert Foresti.

Installations-Kunst hat im Konzept von „Das Kleine Format“ schon seit Beginn der erfolgreichen Ausstellung 2008, einen festen Platz. Zum einen, so Foresti, „weil diese zeitgenössische Kunstrichtung vom Publikum als ein besonderes Kunsterlebnis empfunden wird, zum andern, da es für Installations-Künstler besonders schwer ist von ihrer künstlerischen Arbeit zu leben. Es ist vergleichbar mit einer Art ‚Nachbarschaftshilfe‘, die verschiedenen Kunstrichtungen unterstützen sich gegenseitig, und für die Besucher ist es eine vielseitige Mischung, die ankommt.“ Während in der Vergangenheit meist zwei Installations-Künstler an der Ausstellung teilnahmen, sind es in diesem Jahr fünf Vertreter aus diesem Bereich: Florian Froese-Peeck und Alexandra Hendrikoff aus München, Monika Supé aus Hohenschäftlarn, Eva Zenetti aus Andechs und Hanna Zwerger aus Landsberg.

In ihren Arbeitsweisen und Werkmitteln unterscheiden sich die fünf Künstler grundlegend; so zeigt Florian Froese-Peeck, dem diesjährigen Ausstellungsmotto, „Romantik oder die Poesie der Gegenwelten“, entsprechend, eine hinterleuchtete, fotografische Installation, das zwei arrangierte Objektanordnungen einander gegenüberstellt. Alexandra Hendrikoff dagegen erarbeitet zarte, eigentümliche Objekte aus pflanzlichen Materialien wie Algenpapier, Samen, Weizenstärke und Pflanzensaft, die wie Zitate des Lebens wirken. Monika Supés Werkmittel für Installationen ist vornehmlich Draht, mit welchem sie formgebende und zugleich begrenzende Linien bildet, um auf das Unsichtbare im Zwischenraum hinzuweisen. Ein altes Buch wurde für Eva Zenetti Ausgangspunkt für eine Installation, bei der sie ein Prosagedicht entstehen lässt, das eine wechselhafte Lebensreise beschreibt. Hanna Zwerger hingegen bespielt die Wände mit graphischen ‚Puzzleteilen‘, die sich zu einem Blütenmeer ergänzen.

Darüber hinaus sind bei der diesjährigen Ausstellung auch der international renommierte Bernd Zimmer, Stefan Wehmeier, Ernst Heckelmann, Kunstpreisträger 2016 des Landkreises Landsberg, Hans Dumler, Gabriele Lockstädt und viele andere regional und überregional bekannte Künstler mit von der Partie. Damit verspricht die Ausstellung „Das Kleine Format“ im Blauen Haus in Dießen auch in diesem Herbst zu einem spannenden Kultur-Höhepunkt im Fünf-Seen-Land zu werden. 

Nuë Ammann

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