Kleine Formate ganz groß

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Eine „Schmetterlingspuppe“ aus dem Atelier von Katharina Ranftl (Foto) wird in Zukunft auch im Rathaus der Gemeinde Dießen anzutreffen sein.

Dießen – „Mit dieser Auswahl hat sich die Kuratorin Annunciata Foresti selbst übertroffen.“ Bürger­meister Herbert Kisch war von der Produzentenausstellung „das kleine format“ im Blauen Haus sehr angetan. Mehr als 30 Maler, Bildhauer und Fotografen zeigen hier bis zum 18. November „große Kunst“ – sie darf nicht größer als 40x40 Zentimeter und nicht schwerer als 400 Gramm sein. 

„Das kleine Format“, betonte Annunciata Foresti, bemühe sich, die regionale Identität mit Werken zu spiegeln, die „Kanten, aber auch Charme haben“. Zugleich sei die Schau ein „Tanzboden geworden, auf dem auch überregionale und internationale Künstler ihrer Pirouetten drehen“. Dazu gehört unter anderem Johannes Niesel. Der junge Künstler, der mit  „schriftstellerischen Zeichnungen“ Sprache und Bild auf ganz eigene Art verbindet, hat seine Wurzeln in Dießen und lebt heute in Wien. Aus Dießens Partnerstadt Windermere sind heuer erstmals zwei Künstler angereist: Rebecca Payn und Alan Stones. Ihre abstrahierten Landschaften bieten wundervolle, individuelle Einblicke in die Schönheit des Lake District. 

Im Außenbereich öffnet sich „das kleine format“ auch für größere Formate: Der Bildhauer Egon Stöckle aus Hochenfurch zeigt auf der Wiese vor dem Blauen Haus seine „Tore“ aus Bronze – ein Spiel mit Licht und Schatten und mit der schönen Form. Aber auch kleine Bronzeskulpturen im Ausstellungsraum zogen als sinnliches Erleb­- nis die Blicke auf sich: Die Büchlein von Andrea Kreipe aus Böbing vermitteln durch ihre be­- sonderen Patina geheime Zeichen und Botschaften aus vergangenen Zeiten, während die kleinen, fröhlichen Stiere von Ile Bill (Peiting) Kraft und Lebensfreude versprühen.

Bei der Publikumswahl, die jedes Jahr über einen Ankauf aus dem Oeuvre durch die Gemeinde entscheidet, erhielt Katharina Ranftl (Hechenwang) vor Sibylle Schwarz (Dießen) und Uli Guth (Kinsau) die meisten Stimmen. Ranftl verzauberte mit ihren „Montagfigu­- ren“ und „Schmetterlingspuppen“, die gehüllt in Kleider aus koreanischem Zeitungspapier und mit kunstvollen Wickelfrisuren Eindrücke einer Südkoreareise widerspiegeln. 

„Wissen wir noch wie wir als Kind waren?“, dieser Frage stellt sich die Zeichnerin und Bildhauerin Sibylle Schwarz mit ihren zarten und doch kraftvollen Tuschezeichnungen, wäh­rend sich Uli Guth in seinen kontemplativen Ölbildern der Achtsamkeit von Straßenfegern in Asien annähert.

Vor der bunten und lebhaften Ausstellungskulisse machte zur Vernissage Grünen-Abgeordneter Sepp Dürr in seinem Vortrag „Kunst als Beruf“ darauf aufmerksam, dass das Klischee vom armen Künstler leider keines sei: „90 Prozent aller Künstler können von ihrem Beruf alleine nicht leben.“ Umso wichtiger seien Menschen wie Annunciata Foresti, die als Künstlerin und Ausstellungsmacherin in Personalunion Initiative ergreifen und dabei – wie etwa in Dießen – von der Kommune unterstützt werden.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung: Freitag bis Sonntag sowie am 1. November von 14 bis 18 Uhr. Ursula Nagl

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