Blick in die Vergangenheit

Auch ans ehemalige Gasthaus Schwaller kommt ein Hausnamensschild mit der Aufschrift „Beim Schwaller“. Links Gudrun Clormann, die mit ihrer Familie in dem Haus lebt, rechts Autor Johann Schmid. Foto: Schmid

Sie heißen etwa „Beim Hennavogl“, „Beim Kreuzbauer“ „Beim Badmännle“ oder „Beim Paula Ma“ - oder auch „Beim Schlurchs“, „Beim Drucker“ und „Beim Sattler“: Rund 150 alte Hausnamen gibt es in Apfeldorf – einige davon werden sogar noch heute gebraucht.

Diese Namen dürfen im Dorf jetzt wieder aufleben: Derzeit werden überall im ganzen Ort an zahlreichen Gebäuden sogenannte Hausnamensschilder angebracht. Denn die alten Namen sollen schließlich nicht in Vergessenheit geraten und auch nachfolgenden Generationen noch erhalten bleiben. Die Aktion wird von der Apfeldorfer Dorferneuerung durchgeführt. Damit werden nun die althergebrachten Bezeichnungen vieler markanter und oftmals geschichtsträchtiger Gebäude im Dorf an Ort und Stelle sichtbar gemacht. Viele dieser Bezeichnungen erzählen allein schon vom Namen her, wer in dem Haus einmal gewirkt hat: „Beim Gerichtsschreiber“ war einst die Gerichtsschreiberei zum Schloss Rauhenlechsberg untergebracht, in dem Haus „Zum Postgeiger“ befand sich einmal die Poststelle, „Beim Brunnamacher“ wohnte einmal ein Brunnenbauer, und „Beim Nudlbäck“ ein Bäcker. Eine besondere Bedeutung hatten die Hausnamen zu Zeiten, als es noch keine Hausnummern gab: „Man benannte die Leute danach, wo sie wohnten, welche Tätigkeit sie ausübten oder auch nach anderen markanten und unverwechselbaren Merkmalen“, schreibt Johann Schmid dazu in den von ihm verfassten „Haus- und Hofgeschichten der Gemeinde Apfeldorf“: In dem Buch, das 2006 in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung heraus kam, sind die Apfeldorfer Hausnamen sowie deren Geschichten zusammen getragen. Auf den ovalen Hausnamensschildern, die jetzt in Apfeldorf Tag für Tag immer mehr Wände zieren, steht nicht nur der alte Name des Gebäudes, sondern es wird auch in kurzen Stichpunkten auf die Geschichte des Hauses bzw. die Herkunft der Bezeichnung hingewiesen. Die Resonanz auf die Aktion war groß: Insgesamt haben 78 Familien bzw. Hausbesitzer ein solches Schild erworben.

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