Die Stadt befühlen

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Bildhauer Egbert Broerken bei der Anlieferung des Modells im Gespräch mit dem Bauamt-Referatsleiter Hans Huttenloher und Robert Haberstock vom Rotary-Club Landsberg (v. links).

Landsberg – Das in Bronze gegossene Blindenstadtmodell von der Landsberger Altstadt, eines der aufwändigsten Projekte in der über 40-jährigen Geschichte des Landsberger Rotary-Clubs, ist in der Lechstadt eingetroffen. Am Samstag, 16. April, wird es um 11 Uhr auf dem Hauptplatz im Rahmen eines kleinen Festakts offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Was es schon in Berlin, Lübeck, München, Hamburg, Münster, Erfurt und Straßburg zu bestauen gibt, wird in Kürze auch die Lechstadt bereichern: Der international bekannte Bildhauer Egbert Broerken aus der Nähe von Soest in Westfalen lieferte in dieser Woche sein vor vier Jahren vom Rotary Club Landsberg in Auftrag gegebenes Blindenstadtmodell im städtischen Bauhof an.

Dort wird zurzeit der Sockel für das 120. Stadtmodell des Künstlers gefertigt. „Die symbolische Enthüllung des rotarischen Geschenks an die Bürger und Gäste von Landsberg wird am kommenden Samstag um 11 Uhr im Rahmen eines kleinen Festakts im Beisein von Oberbürgermeister Mathias Neuner stattfinden“, kündigte der amtierende Präsident des Rotary-Club Landsberg, Frank Haspel, an. Die Bevölkerung sei herzlich eingeladen, sich dieses Kunstwerk anzusehen, denn der Rotary Club möchte es nicht nur als rein künstlerischen, sondern auch als einen menschlichen Beitrag zur Hauptplatzgestaltung verstanden wissen.

Gemeint ist damit: Auf Fingerkuppen durch die Straßen der Lechstadt spazieren. Die Anordnung der Plätze und Gassen ertasten. Die Größenunterschiede zwischen Häusern und Kirchen erkennen. Architektur und Stadtgeschichte erfahren. „Wenn blinde Mitbürger zum ersten Mal ihre Stadt befühlen, deren Mauern sie zwar berühren, deren Dimensionen sie aber nie begreifen konnten, so wird es für sie eine ganz neue Erfahrung“, beschreibt Egbert Broerken die Wirkung seiner Stadtmodelle.

Für Landsberg entwickelte er eine maßstabgetreue Bronze­skulptur der Altstadt. Kleine Punkte in Blindenschrift (Braille) geben notwendige Erläuterungen zu Kirchen, Straßen und Plätzen. Künftig können Sehbehinderte im wahrsten Sinne des Wortes ihre Stadt Landsberg ertasten, erfahren, begreifen. „Insofern ist es nicht nur ein künstlerischer, sondern auch ein menschlicher Beitrag zur Integration behinderter Mitbürger“, betont Rotary-Präsident Frank Haspel.

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