Seit Samstag am Landsberger Hauptplatz:

Die Altstadt zum Anfassen

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Am Blindenstadtmodell: Der amtierende Rotary-Club-Präsident Frank Haspel (links) neben seiner Amtsvorgängerein Silke Anderie und dem Künstler Egbert Broerken. Oberbürgermeister Mathias Neuner (2. v. rechts) im Gespräch mit zwei blinden Mitbürgern, die als erste die maßstabsgetreuen Konturen ihrer in Bronze gegossenen Heimatstadt ertasten durften.

Landsberg –Der Hauptplatz ist seit Samstag 11 Uhr um eine publikumswirksame Attraktion reicher: Mit einem dramaturgisch gelungenen Festakt wurde das vom Rotary-Club gespendete Blindenstadtmodell unter dem Beifall dichtgedrängter Schaulustiger und musikalisch umrahmt von der Stadtkapelle offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Oberbürgermeister Mathias Neuner fand herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung für dieses in 150 Kilogramm Bronze gegossene maßstabsgetreue Modell der historischen Landsberger Altstadt. Es ist das 120. Kunstwerk des aus der Nähe von Soest in Westfalen stammenden Bildhauers Egbert Broerken. Seit fast drei Jahrzehnten begeistern seine bis ins kleinste Detail rekonstruierten Blindenstadtmodelle die Bürger und Gäste in Städten wie Münster, Celle, Lübeck, Berlin, Hamburg, Mainz, Wismar, Stralsund, München und Straßburg. Jedes einzelne ein Unikat im Wert von 20.000 bis 50.000 Euro – je nach Größe und Maßstab.

Silke Anderie hatte 2012 als Rotary-Präsidentin anlässlich des 40-jährigen Club-Jubiläums den Auftrag erteilt und dieses größte Einzelprojekt in der Clubgeschichte trotz mancher kommunalpolitischen Hemmnisse und teils heftiger Diskussionen um den geeigneten Standort letztlich erfolgreich „durchgeboxt“. In einer emotionalen Rede ließ sie diese Ereignisse wortgewandt revue passieren und zeigte sich glücklich angesichts des exponierten Standorts inmitten der Fußgängerzone am früheren Taxiplatz direkt vis-à-vis vom historischen Rathaus.

„Unsere Stadtführer werden sich freuen, dass sie ihre Rundgänge künftig hier starten und den Touristen unsere schöne Stadt zum Anfassen aus der Vogelperspektive präsentieren können“, betonte OB Neuner. Und auch der amtierende Rotary-Präsident Frank Haspel zeigte sich stolz auf das gelungene Kunstwerk: „Es ist nicht nur ein künstlerischer, sondern auch ein menschlicher Beitrag zur Integration behinderter Mitbürger“, betonte er unter dem Applaus des begeisterten Publikums, darunter die fast vollzählig erschienenen Mitglieder des Landsberger Rotary-Clubs.

Als emotionalen Aha-Effekt hatte diese vor dem Festakt 250 Lebkuchenherzen mit dem Aufdruck „Landsberg zum Fühlen, Sehen & Begreifen“ an die Passanten verschenkt. Seinen Abschluss fand der Festakt mit einem Sektempfang im historischen Rathaus.

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