Von wegen "frühzeitig" informiert

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Für die Sanierung der Zimmermann-Fresken muss der "Blumenladen im Klostereck" acht bis zehn Wochen geschlossen werden.

Landsberg – Die Inhaberin des „Blumenladens im Klostereck“ solle man „frühzeitig mit einbeziehen“, forderte CSU-Stadtrat Christian Hettmer im Finanzausschuss. Von „frühzeitig“ kann aber offensichtlich keine Rede sein, wie die KREISBOTEN-Nachfrage bei Anita Kaiser-Schmid unmittelbar nach der Sitzung ergab.

Frau Kaiser-Schmid, ist denn die Stadt schon an Sie herangetreten, um Sie über das Vorhaben im Klostereck zu informieren?

Kaiser-Schmid: „Nein, bisher nicht. Ich habe das heute erst vom KREISBOTEN erfahren. Ich wäre gestern gern in die Sitzung gegangen, von der habe ich aber auch erst heute erfahren.“

Was denken Sie über das Vorhaben der Stadt, das Fresko einer Generalsanierung zu un- terziehen? Können Sie die Entscheidung nachvollziehen oder halten es für notwendig?

Kaiser-Schmid: „Das kann ich nicht sagen, ich bin da ja kein Experte. Weil ich jeden Tag im Laden bin, kann ich auch nicht sagen, ob sich das Fresko wirklich verschlechtert hat.“

Was machen Sie während der „acht bis zehn Wochen“, in denen Ihr Blumenladen geschlossen bleiben wird?

Kaiser-Schmid: „Das weiß ich nicht. Überleben kann ich eine Schließung definitiv nicht. Wenn, dann muss ich irgendwo anders verkaufen; wo, das weiß ich nicht.“

„Blumenladen und Fresko schließen sich aus“, hieß es im Finanzausschuss. Was wollen Sie nach der Sanierung machen? Im Klostereck bleiben, eventuell mit einer Glasdecke zum Schutz des Fresken? Oder gibt es da eine ganz andere Idee?

Kaiser-Schmid: „Ich weiß nicht, ob ich da bleiben darf, ob die Miete teurer wird und ob ich mir das dann noch leisten kann. Vielleicht bleibt es dann nicht wirklich nur bei den Fresken und es soll noch mehr gemacht werden. Ich suche bekanntlich seit 2012 nach Alternativen, aber so einfach ist das nicht. Ich weiß auch nicht, ob ich innerhalb eines Jahres was Neues finde. Ich würde gerne im Klostereck bleiben.“

landsbergblog brachte das gegenüberliegende Geschäft von Joseph Escher ins Gespräch. Wäre das denn eine Alternative zum Klostereck?

Kaiser-Schmid: „Die Idee hatte ich auch schon immer im Hinterkopf gehabt, ich weiß ja, dass Herr Escher in Rente geht. Mit ihm habe ich noch nicht gesprochen. Mein Problem ist, dass ich jetzt ein zweites Kind habe und keine Zeit und schon gar nicht das Geld für einen Umzug habe. Ich weiß nicht, wie ich das stemmen soll. Das ist jetzt ein wirklich blöder Zeitpunkt für mich.“

Judith Rietzl

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