Brandserie in Greifenberg

Brandstiftung aus purer Liebe zum Ex

Brand in Greifenberg Wankstraße
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Im August vergangenen Jahres brannte es gleich zweimal in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Wankstraße in Greifenberg (Foto). Die Bewohner mussten evakuiert werden. Schon einen Tag später brannte der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses im Föhrenweg.
  • Susanne Greiner
    VonSusanne Greiner
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Greifenberg/Augsburg – Gleich dreimal hat die 42-Jährige im vergangenen Jahr Feuer gelegt: zwei Brände in zwei aufeinanderfolgenden Nächten in einem großen Wohn- und Geschäftshaus, einer gleich nächsten Tag in einem anderen Wohnhaus. Bereits eine Woche später wurde die Frau festgenommen. Jetzt stand die Beschuldigte vor dem Landgericht Augsburg. Und wurde zu fünf Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. 

Drei der Anklagepunkte sind Körperverletzung, schwere Brandstiftung und auch schwere Sachbeschädigung. Denn bei den Bränden wurden einige Personen – wenn auch nur leicht – verletzt und es entstand ein Sachschaden von rund 1,5 Millionen Euro. Vor Gericht habe die Angeklagte „vollumfänglich gestanden“, berichtet Pressesprecher Christian Grimmeisen.

Als Motiv habe die Frau die Liebe zu ihrem Ex-Freund genannt. Der sei bei der Feuerwehr. Und um Kontakt zu ihm zu bekommen, habe sie die Brände gelegt. Diese Begründung hält Grimmeisen für „wenig plausibel“. Denn die 42-Jährige habe auch berichtet, dass sie ihren Ex-Freund nach den ersten zwei Bränden gesehen habe – und dabei gespürt habe, dass sie noch nicht so weit sei. Diese Aussage erkläre somit nicht den dritten Brand, so Grimmeisen. Die dritte Brandstiftung habe die Angeklagte als Kurzschlusshandlung bezeichnet. Sie sei dabei stark alkoholisiert gewesen.

Auf die Frau als Tatverdächtige sei die Kriminalpolizei Fürsten­feldbruck gekommen, da sie sowohl in dem Wohn- und Geschäftshaus lebte als auch in dem anderen Haus eine Ferien­wohnung hatte. Sie habe ausgesagt, den Notruf selbst alarmiert zu haben und zu den Zeiten der Brandstiftung in ihrer Wohnung gewesen zu sein. Aufgrund dieser Aussage wurde ihr Handy ausgewertet. Und dabei habe die Kripo eine Tracking-App gefunden, die geprüft wurde. Dabei habe man gesehen, dass sich die Frau zur Tatzeit wohl nicht in ihrer Wohnung aufgehalten habe. Die Auswertung der gezählten Schritte habe zu den Wegen von der Wohnung zu den Brandherden gepasst, berichtet Grimm­eisen weiterhin. „Mit diesen Daten konfrontiert hat die Angeklagte schließlich gestanden.“

Entzug gefordert

Die Freiheitsstrafe über fünf Jahre und zehn Monate muss die Angeklagte nicht absitzen, wenn sie die Auflagen des Gerichts erfüllt. Ein Grund dafür: Die 42-Jährige ist bereits seit August, also zehn Monate, in Untersuchungshaft, was generell auf Freiheitsstrafen angerechnet wird. Die Strafe beinhalte auch den Besuch einer Entzugsklinik mit einem sogenanntem Vorwegvollzug von elf Monaten – also elf Monate, die die Verurteilte in Haft bleiben muss, berichtet Grimmeisen. Da die bereits zehnmonatige Untersuchungshaft darauf angerechnet werde, könne die 42-Jährige wohl schon in vier bis sechs Wochen in eine Entzugsklinik, wenn dort ein Platz frei sei, so Grimmeisen. Ist der Entzug erfolgreich, wird die Restzeit der Strafe auf Bewäh­rung ausgesetzt. Wenn die Frau die Therapie abbricht, muss sie den Rest der Strafe absitzen.

Es werden aber auch zivilrechtliche Konsequenzen auf die 42-Jährige zukommen. Denn den Sachschaden von rund 1,5 Millionen Euro übernimmt zwar die Gebäudeversicherung. Aber sie werde wohl auf eine Zeit von 30 Jahren – solange kann ein Titel erhoben werden, bevor er verjährt – eine Regressforderung gegenüber der Verurteilten geltend machen, so Grimmeisen.

Das Urteil des Landgerichts Augsburg ist noch nicht rechtskräftig.

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