In Landsbergs Altstadt stehen zu viele Räder

Braucht Landsberg ein Parkhaus für Räder?

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Gewiss kein Vorbild: Der Fahrradständer im Vorderanger steht mangels anderer Möglichkeiten quer auf dem Gehsteig, rechts daneben die Auslagen des Einzelhandels.

Landsberg – Besonders bei gutem Wetter herrscht in Landsbergs Altstadt reges Treiben – mit immer mehr Fahrrädern. Vor allem auf dem Hauptplatz drängt sich Drahtesel an Drahtesel. Obwohl sich die Lechstadt bemüht, radfahrerfreundlicher zu werden, reichen die inzwischen 33 städtischen Fahrradständer offensichtlich nicht aus. Abhilfe ist zwar geplant. Allerdings nicht in naher Zukunft.

Wer darauf achtet, entdeckt in der Altstadt nicht nur die städtischen, beweglichen Fahrradständer in reduzierter Stahloptik, sondern auch von anderen aufgestellte – nicht selten von Geschäftstreibenden. „Solche Ständer müssen natürlich vom Ordnungsamt genehmigt werden“, sagt Oberbürgermeister Mathias Neuner. Das gelte für die gesamte Stadt, ausgenommen seien nur Privatgrundstücke.

Auch für die von der Stadt aufgestellten Fahrradständer gibt es Regeln: Sie dürfen nur im Bereich der Fußgängerzone, also Hauptplatz, Ludwig- und Herzog-Ernst-Straße sowie Georg-Hellmair-Platz, verwendet werden. 132 Räder finden dort aktuell Platz – vier pro Ständer. Das ist nicht viel. Zusätzlich existieren 15 fixierte Ständer für jeweils ein Fahrrad. „Dass das alles nicht ausreicht, ist doch erfreulich“, lacht Neuner im Hinblick auf das Umweltbewusstsein der Landsberger.

Die Straßenverkehrsordnung nennt keine speziellen Parkverbote für Fahrräder. Demnach zählt das Abstellen zum öffentlichen Gemeingebrauch, weshalb Räder auch auf Gehsteigen „geparkt“ werden dürfen, solange sie weder Fußgänger noch Rollstuhlfahrer behindern. Damit künftig aber nicht die gesamte Innenstadt mit Fahrrädern zugeparkt ist, bemühe sich die Stadt um baldige Lösungen, betont Neuner. „Wir sind dran, zusätzliche Parkmöglichkeiten zu schaffen. Auch überdachte Unterstände sind im Gespräch, weil die Räder ja auch immer teurer werden.“ Konkret nennt er einen eigenen Fahrradzugang zu bestehenden Parkhäusern oder ein separates „Fahrradparkhaus“ als Option. Ideen, wo das Projekt „Fahrrad­parkhaus“ gebaut werden könnte, gebe es bereits. „Denkbar wäre der Platz vor dem Inselbad oder eine Unterbringung in der geplanten Tiefgaragenerweiterung unter dem Jugendzentrum“, deutet Neuner an. Ob Letztere realisiert wird, ist noch offen. Der Stadtrat wird im September darüber befinden.

Für Verkehrsreferent Henrik Lüßmann (Grüne) gehen diese Pläne „komplett an der Reali­tät vorbei“. Der Radverkehr lebe doch von der Individualität, deshalb brauche es nicht große zentrale, sondern zahlreiche kleinere Abstellmöglichkeiten – bei Bedarf könne man dafür auch mal einen Kfz-Stellplatz opfern. Lüßmann erinnert in diesem Zusammenhang an einen entsprechenden Antrag, den die Grünen bereits im Sommer 2017 eingebracht haben. „Er ist immer noch nicht behandelt worden“, kritisiert der Verkehrsreferent, „dafür gibt es keinen Grund“.

Vorerst müssen die Radler also mit den mobilen Fahrradständern auskommen. Die Idee, diese auf dem Hauptplatz und in den umliegenden Straßen zu verwenden, hat zweierlei Gründe: „Zum einen kann der Hauptplatz schnell für Veranstaltungen geräumt werden. Wir sind da flexibel. Zum anderen können die Bürger als Landschaftsarchitekten die Stadt mitgestalten“, erklärt Neuner.

Dass die Zahlen der Fahrradfahrer in den nächsten Jahren ansteigen werden, ist sicher und ist mit Blick auf das Verkehrskonzept erwünscht. Besonders der neue Lechsteg eigne sich als verkürzter Weg in die Altstadt. Umso mehr ist die Stadt aber auf Unterbringungsmöglichkeiten für Bikes angewiesen. 

Emilia Pallmer/Toni Schwaiger

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