Auf den Spuren der Fuchstaler Stromrebellen

Strom vom Feld für die Lechstadt?

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Energiewende zum Anfassen auf einer Fünf-Megawatt-Freiflächen-Anlage südlich Friedheim? Die Landsberger CSU wandelt auf den Spuren Fuchstals.

Landsberg – Die Lechstädter auf den Spuren der Fuchstaler Stromrebellen? Kein leichtets Unterfangen. Immerhin heißt es in Landsberg seit Jahren „Windkraft, nein Danke!“, Photovoltaik ist auch nicht gern gesehen und die Nutzung der Wasserkraft am Lechwehr traditionell undenkbar. Dennoch möchte die CSU den Anteil der regenerativ erzeugten elektrischen Energie „signifikant erhöhen“. So hat die Stadtratsfraktion in der vergangenen Woche einen Antrag zur Errichtung einer 5-Megawatt-Frei­flächen-Photovoltaikanlage südöstlich von Friedheim eingereicht.

Die Christsozialen haben dazu einen etwa 110 Meter breiten Streifen auf einer städtischen Fläche entlang der B17 und der Bahnlinie im Landsberger Süden im Blick. Das Areal entspreche voll den gesetzlichen Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), betont Christian Hettmer, Haushaltsreferent im Stadtrat. Und Fraktionskollege Berthold Lesch ergänzt: „Die Leistung der Anlage ist mit 5.000 kW/p geplant. Damit können rund fünf Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden, was dem Jahresstromverbrauch von rund 1.700 Durchschnittshaushalten entspricht.“ Die CO2-Einsparung betrage rund 2.500 Tonnen pro Jahr, so Lesch weiter, der auch als Vorsitzender der Landsberger Energieagentur LENA, dem Vorschlag positiv gegenübersteht.

Photovoltaik statt landwirtschaftlicher Nutzfläche? Durch den Bau der Anlage würden nur Flächen mit geringer Bonität verloren gehen, betont Stadtrat Hubert Schlee. Er hat den Antrag zusammen mit seinem Fraktionskollegen „intensiv vorbereitet“. Das Projekt biete sogar die Möglichkeit, dass sich die hochwertigen Landschaftsschutzgebiete zwischen Dorn­stetten und der Stadt Landsberg auf diese Fläche erweitern. Apropos Erweiterung: Laut Schlee wäre es grundsätzlich möglich, die nördlich angrenzende Fläche, die sich aktuell im Eigentum der Bundesimmobilienanstalt (BIMA) befindet, eines Tages in das Projekt miteinzube­ziehen. Den entsprechenden Prüfauftrag an die Stadtverwaltung habe die CSU auch gleich mitbeantragt.

Und die Finanzierung? Die Christsozialen beziffern die Investionssumme auf drei Millionen Euro. Die Hälfte davon soll in gleichen Teilen über eine Kooperation aus Stadt, Stadtwerken und der Bürgerschaft geschultert werden. Den Restbetrag müsse man über Bankdarlehen finanzieren. „Die Lechstädter erhalten die Möglichkeit, sich mit Nachrangdarlehen an der Finanzierung zu beteiligen, um die Akzeptanz zu steigern“, erläutert Berthold Lesch. Mittel für den städtischen Anteil in Höhe von rund 500.000 Euro seien im Haushalt auf dem Öko-Konto vorhanden, auf welchem der Stadtrat eine Million Euro für Klimaschutzmaßnahmen bereitgestellt habe.

Im Netzgebiet der Stadtwerke Landsberg werden derzeit nur etwa acht Prozent der benötigten Energie regenerativ erzeugt – unter anderem mit der eigenen Unterflurturbine in der ehemaligen Maiermühle am Rossmarkt. „Mit der Freiflächenphotovoltaik können wir den Anteil deutlich erhöhen. Gleichzeitig bringen wir Ökologie und Ökonomie zusammen“, so die einhellige Meinung von Lesch und Schlee. Zeit möchten sie dabei nicht verlieren. Noch in diesem Jahr solle die Bauleitplanung erfolgen und das Projekt ausgeschrieben werden. Und schon 2021 könnten der erste Solarstrom vom Feld fließen – um nicht ganz den Anschluss bei der Energiewende zu verlieren.
Toni Schwaiger

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