BRK Landsberg im Umbruch

"Wir sind eben die Kümmerer!"

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Mit Dominik Fellner (rechts) hat Rettungsdienstleiter Manfred Zaumseil kürzlich den ersten „Bufdi“ des BRK-Kreisverbandes verabschiedet – allerdings nur der Form halber, denn Fellner konnte nahtlos im Rettungsdienst übernommen werden.

Landsberg – Dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) im Landkreis stehen turbulente Jahre mit zwei großen Jubiläen bevor: Im kommenden Jahr feiert das Internationale Rote Kreuz sein 150-jähriges Bestehen, 2014 begeht der Kreisverband Landsberg seinen 125. Geburtstag.

Die Feierlichkeiten zu den beiden Anlässen könnten eine gute Ge­legenheit bieten, die Arbeit des BRK stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und sowohl neue Mitglieder als auch Freiwillige zu gewinnen. Hintergrund: Obwohl die Situation im Landkreis laut Geschäftsführer Andreas Lehner noch vergleichsweise gut ist, droht auch hier die „Lawine Fachkräftemangel“.

„Bisher betrifft es hauptsächlich die Ballungszentren, aber irgendwann wird es auch in unserer Region ankommen“, prophezeit Lehner. Vorläufig be­finde man sich aber noch in der glücklichen Lage, genügend Pflegekräfte zu haben und auch in den sechs BRK-Kindergärten im Landkreis alle Stellen gut besetzen zu können. „Wir bekommen sogar Initiativbewerbun­gen. Davon träumen andere“, weiß Lehner.

Herausforderungen gibt es dennoch zur Genüge. So haben etwa der Bundesfreiwilligendienst (BuFDi) und das Freiwillige soziale Jahr den Wegfall des Zivildienstes nicht annähernd kompensieren können. Insgesamt zehn Kräfte kamen in den letzten beiden Jahren auf diesem Wege zum Landsberger BRK, während es früher drei- bis viermal so viele Zivis waren. Die wenigen Bewerbungen flatterten höchst kurzfristig ins Haus. „Die Situation ist unplanbar geworden“, bedauert der Kreisgeschäftsführer. Engpässe müssen mit Teilzeitkräften und Freiwilligen ausgeglichen werden. Kann man das? „Was heißt können, wir müssen einfach.“

Auch in Sachen Mitgliederwerbung muss das BRK am Ball bleiben. „Ohne unsere mehr als 10000 Fördermitglieder könnten wir viele Dinge nicht mehr finanzieren“, betont Lehner. Deshalb gehe man aktiv von Haus zu Haus, um die Dienstleistungen des BRK vorzustellen. Da dies aber auch von anderen Organisationen praktiziert wird, „auch von solchen, die im Landkreis weder verwurzelt noch präsent sind“, sieht sich das BRK einer zunehmenden Konkurrenz um private Spenden gegenüber.

„Das Rote Kreuz ist da, wenn man es braucht“, lautet die Botschaft. Gebraucht wird er derzeit unter anderem auch für die Asylbewerber im Landkreis. Es sind BRK-Ehrenamtliche, die die städtischen Wohnungen in Erpfting für die Flüchtlinge herrichten, und auch die Betreuung der erwarteten rund 20 Neuankömmlinge wird das BRK übernehmen. „Da geht es teilweise um ganz banale Dinge wie die Mülltrennung, aber auch darum, traumatisierte Menschen zu erkennen und ärztliche Behandlung zu organisieren“, beschreibt Lehner. Vier BRK-Angehörige würden in der Anfangszeit mehrere Stunden am Tag vor Ort sein. „Wir sind eben die Kümmerer.“ Ulrike Osman

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