Spatenstich für ein Modellprojekt

BRK-Sozialzentrum: Startschuss für den ersten Bauabschnitt

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Startschuss für das BRK-Sozialzentrum. Zum Spaten griffen unter anderem: Landrat Thomas Eichinger (li.), OB Doris Baumgartl (2. v. li.), , BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner (4. v. li.), BRK-Kreisverbands-Vorsitzender Alex Dorow (3. v. re.)

Landsberg – Der erste Spatenstich ist getan: Am Samstag hat der BRK-Kreisverband Landsberg den Startschuss gegeben für den Bau des neuen Sozialzentrums in der Ehrenpreisstraße. Im Rahmen einer corona-gerechten Feierlichkeit mit geladenen Gästen, Ansprachen und Musik der Blaskapelle Lechrain. Inklusive Imbiss, Masken und Mindestabstand: In der benachbarten THW-Halle war für alles gesorgt.

Auf einer Nutzfläche von knapp 2.700 Quadratmetern werden hier, mitten im Wohngebiet ‚Obere Wiesen‘, auf einer bebauten Fläche von 1.400 Quadratmetern 22 Tagespflegeplätze, neue Räume für Wasserwacht und die Landsberger Tafel sowie Büro-, Schulungsräume und Wohnungen entstehen. Das sei laut BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner – mit angesetzten fünf Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt – die „bisher teuerste Investition, die der Kreisverband umsetzt“. Geplant sind drei miteinander verbundene Gebäudeteile, so Lehner: vierstöckige Wohnungen , zweistöckige Tagespflegeräume sowie der Bürotrakt, der im ersten Stock auf Stelzen gebaut wird. Darunter kann platzsparend geparkt werden.

Das bisherige Gebäude gegenüber der THW-Halle, in dem die Katastrophenschutzautos des BRK untergebracht waren, stand seit 2016 mit Umzug in eine größere Halle in den Frauenwald leer. Und wurde nach einer Zwischennutzung durch die Landsberger Tafel abgerissen. Seit vier Jahren habe man sich Gedanken gemacht, wie man das Areal bestmöglich nutzen könne, so Lehner. Und sich entschieden, hier dringend benötigte Tagespflegeplätze, die es bisher in Landsberg nicht gebe, und Wohnraum für die knapp 300 BRK-Mitarbeiter unterzubringen. Der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt symbolisiere nun das Ende der langjährigen Planungen.

Die Stadt Landsberg habe das zukunftsweisende, für das Gemeinwohl wichtige Projekt von Anfang an begrüßt, betonte Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl. Tagespflege sei eine Möglichkeit für alte Menschen, länger Zuhause leben zu dürfen, gleichzeitig von den Pflegediensten des Roten Kreuzes zu profitieren und deren Angehörige zudem zu entlasten. Die vergünstigten Wohnungen seien eine gute Möglichkeit der Mitarbeiterbindung, was – im Hinblick auf den aktuellen Fachkräftemangel – eine große Bedeutung habe.

Ebenso im neuen Gebäude beheimatet: die Landsberger Tafel, die hilfsbedürftige Mitbürger unterstützt. Damit entstehe hier ein soziales Zentrum, das „das Wort auch wirklich bedient“, sagte Baumgartl. Das Projekt habe damit absoluten Modellcharakter.

Politik, Ehren- und Hauptamt hätten hier gemeinsam etwas Großes auf die Beine gestellt, meinte Alex Dorow, Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes Landsberg. In seiner Rede zog er einen historischen Vergleich mit dem Augsburger Fugger-Projekt: vergünstigte Wohnungen anbieten und sich in den Dienst der Gesellschaft stellen. Damals wie heute sei der Wunsch der Kämmerer, den geldwerten Vorteil zu versteuern, abgeschmettert worden. Darüber freue er sich.

„Funktionell, aber trotzdem pfiffig“, solle der Bau werden, sagte Architekt Christian Metzger. Für die nächsten Wochen wünsche er sich vor allem „besseres Wetter“, damit zügig weitergearbeitet werden könne. Denn bis Weihnachten plane er, den Keller und im Erdgeschoss „zumindest schon ein paar Wände“ fertigzustellen.

„Ich freue mich schon auf ein Richtfest im Frühjahr“, sagte Metzger. Fertig werden solle der erste Bauabschnitt Ende 2021. Bisher laufe es besser als erwartet: Mit zwei Millionen Euro für die Arbeiten, die bereits vergeben sind, liege man noch unter dem Kostenansatz. Zum zweiten Bauabschnitt, in dem weitere Wohnungen und Verwaltungsräume gebaut werden sollen, könne man noch keine Schätzung abgeben.

Andrea Schmelzle

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