Die Brücke hält 100 Jahre

Gegen eine Anhebung der Bayernstraße auf das Niveau der B17alt samt Anbindung mittels Kreisverkehr spricht sich die Kauferinger CSU aus. Das „Warum?“ sei nämlich nicht nachvollziehbar. Es werde vergessen, wie „wertvoll und verbindend eine kreuzungsfreie Straße sei, die den Verkehr fließen lässt“. Zudem sei die Brücke vor wenigen Jahren saniert und mit neuen Lärmschutz­- maß­nah­men ausgestattet worden. Sie befinde sich in einem „baulich sehr guten Zustand“.

„Es muss gerade in der heutigen Zeit, in dem der Bürger zum Sparen angehalten wird, auch in den Köpfen mancher Politiker wieder ein Perspektivenwechsel stattfinden, dass Erhaltenswertes gepflegt und nicht kostenintensiv zerstört wird“, schießt CSU-Ortsvorsitzender Uwe Adrian in Richtung Bürger­meister Dr. Bühler. Die Brückenfrage werde sich sicherlich in 20 bis 30 Jahren stellen – vor der nächste Sanierung. Erst dann mache es Sinn, über alternative Lösungen unter Bezugnahme des zukünftigen Verkehrs nachzudenken. Guter Zustand Einen „guten Zustand“ attestiert Andreas Wiedemann vom Staatliches Bauamt Weilheim der Kauferinger B17-Brücke. Wiedemann oblag vor zehn Jahren die Bauaufsicht bei den Sanierungsarbeiten. Mit Blick auf die Langlebigkeit solch eines Betonbauwerkes gehe seine Be­-hörde von 100 Jahren Nutzungsdauer für den Unterbau, also Pfeiler und Widerlager, aus. Gebaut wurde die Brücke laut 1968: „Damit dürfte sie noch bis 2040 stehen.“ Wiedemann glaubt, dass bis dahin aber noch einmal Sanierungsarbeiten notwendig sein werden. Etwa für Fahrbahnbelag und Betonunterbau, was an die 100000 Euro kosten dürfe. Natürlich hänge dies von den jeweiligen Ge­- gebenheiten ab: „Im Augenblick steht die Brück jedenfalls nicht schlecht da“. Für rund 500000 D-Mark wurde die Brücke vor zehn Jahren aufwendig saniert. Laut Wiedemann musste unter anderem der Fahrbahnbelag sowie die Brückenabdichtung erneuert werden. Unter der Brücke wurden Risse mit Epoxydharz verpresst sowie Entwässerungsleitungen ausgetauscht. Hinzu kamen Lärmschutzmaßnahmen, die der Markt Kaufering erbringen musste. Kostenintensiv? „Von kostenintensivem Unterhalt, wie von Bürgermeister Dr. Bühler öffentlich zu vernehmen war, kann daher im Moment keine Rede sein. Zumal die Aufwendungen zur Instandhaltung die Marktgemeinde nicht tangieren wird, da es sich um eine Kreisstraße handelt“, übt die Kauferinger CSU Kritik. Doch damit nicht genug. Den Christsozialen missfällt der Leitartikel des Bürgermeisters im jüngsten Mitteilungsblatt: „Unsere Verkehrsplanungen in Kaufering und ihre Finanzierbarkeit.“ Zum einen suggeriere Dr. Bühler damit der Öffentlichkeit, dass diverse verkehrstechnische Maßnahmen wie Spange Nord-Ost, Spange Süd-Ost und Anhebung Bayernstraße bereits beschlossen seien. Vielmehr stehe der Gemeinderat aber in der Diskussion darüber. Neuer B17-Stau? Darüber hinaus hatte ein Verkehrsgutachten des Institutes GEVAS (der KREISBOTE berichtete) einen zweispurigen Kreisverkehr bei der Anhebung der Bayernstraße gefordert, denn nur dieser könne das bis 2025 zu erwartende Verkehrsaufkommen bewältigen. Ein einspuriger Kreisel, wie von Dr. Bühler favorisiert, beurteilt die CSU als „kritisch“, da schon mit dem aktuellen Verkehrsaufkommen ein Stau in den Mor­gen- und Abendstunden un­aus­weich­lich wäre. „Warum wurde dieser Aspekt von Herrn Dr. Bühler in seinen Ausführungen im Mitteilungsblatt der Marktgemeinde Kaufering nicht ebenfalls der Öffentlichkeit mitgeteilt?“ wüsste Uwe Adrian nur allzu gerne.

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