Brücke kontra Vogelflug – Kaum Chancen für die Hängebrücke der UBV

Die von der Unabhängigen Bürgervereinigung (UBV) ins Spiel gebrachte Hängebrücke unterhalb der Lechstaustufe 15 scheint nicht realisierbar – aus Gründen des Vogelschutzes. Zu dieser Erkenntnis gelangten am Mittwoch im Bauausschuss Ratsmitglieder wie Zuhörer. Ad acta gelegt ist die Sachen noch nicht. OB Ingo Lehmann (SPD) möchte bei der Regierung von Oberbayern noch einmal vorsprechen.

Anschließend wird das Stadtoberhaupt die Stellungnahme aus der Landeshauptstadt an die Fraktionen weiterleiten. Sollten diese danach der Meinung sein, das Thema müsse weiter beraten werden, bedarf es neuer Anträge. Auf diese Vorgehensweise einigte sich der Bauausschuss ohne Gegenstimme. Zuvor aber ging es vor allem seitens der UBV engagiert um die Gestaltung der Gehwegbrücke. Sie soll den Landsberger Südwesten mit dem Lechpark Pössinger Au verbinden. Der im April bereits vom Stadtrat beschlossenen Stahl/Beton-Brücke aus der Feder von Architekt Harald Trebte stand unter anderem die Stahlseil-Hängebrücke von Ingenieur Daniel Kärcher gegenüber. Ähnliches hat er, wie im KREISBOTEN berichtet, im Freizeitpark Steinwasen gebaut. Im Gegensatz zu dem 1,5 Millionen Euro teuren „Amtsvorschlag“ würde diese Variante wohl nur mit 850000 Euro zu Buche schlagen. Die Kosten vergleichen? Im Gegensatz zur UBV bezweifelte OB Lehmann, dass es sich bei dieser Zahl um eine exakte Berechnung handle. Dem erklärten Ziel des Stadtrates folgend, die Naherholung zu stärken, verschloss man sich aber nicht, einen Kostenvergleich durchführen zu lassen – von einem unabhängigen Büro für beide Brücken. An die 40000 Euro würde das kosten. Angesichts der möglichen Einsparung hätten nicht wenige Ratsmitglieder diese Summe bereitgestellt. Doch das war mit den Ausführungen von Ulrich Kohler wenig später Makulatur. Der Diplom-Biologe der Landsberger Arbeitsgemeinschaft Vegetation (ARVE) prüft das Vorhaben im FFH-Gebiet „Mittleres Lechtal“, einem der bedeutendsten Vogelschutzgebiete Bayerns, artenschutzrechtlich und auf seine Verträglichkeit hin. Zwar liegt der Bericht Kohlers in der Endfassung noch nicht vor, doch brachte er im Bauausschuss unmissverständlich zum Ausdruck, dass die Hängebrücke wohl nicht realisierbar sei. „Jede Brücke ist ein Hindernis in den Hauptzuglinien der Vögel“, betonte Kohler, und allemal so eine Stahlseilbrücke. Größte Gefahrenquelle sei der Bereich zwischen Tragseil und Geländer, den die Vögel durchfliegen wollen und sich dann an den Hängeseilen verletzen. Kohler wies darauf hin, dass die Untere Naturschutzbehörde allein aus diesem Grund das Projekt nicht befürworten werde. Damit wäre die Regierung von Oberbayern gefordert. Allerhöchste Bedenken Auch in der Landeshauptstadt gibt’s für die Hängebrücke über den Lech offensichtlich ein denkbar schlechtes Vorzeichen. „In Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern haben wir allerhöchste Bedenken“, sagt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landsberger Landratsamtes. Eine Brücke in so einem sensiblen Bereich müsse einen möglichst kleinen Querschnitt aufweisen, müsse für Vögel gut sichtbar und mit dem geringsten Eingriff in die Landschaft verbunden sein. Übriges: Kohler hat im Bereich des geplanten Brückenstandortes keinen einzigen der 13 FFH-Lebensraumtypen vorgefunden. Nur in punkto Fledermäuse ist er sich noch nicht ganz sicher: „Eventuell birgt eine der großen Eschen eine Mutterstube, für die man aber Ersatzquartiere schaffen könnte.“

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