Vielfalt zwischen Korea und Allgäu

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„Alles in bester Ordnung“: Trotz Regen war der Dießener Töpfermarkt gut besucht.

Dießen – Selbst die Regen-Attacken der Eisheiligen konnten der guten Atmosphäre und dem Besucherandrang beim 15. Dießener Töpfermarkt nichts anhaben. Rund 45 000 Menschen aus dem In- und Ausland tummelten sich vier Tage in den Seeanlagen und zeigten großes Interesse am internationalen Angebot, das 150 Töpfer aus zwölf europäischen Ländern ans Seeufer gebracht haben. Freude auch aus dem Rathaus: Der Markt sei reibungslos gelaufen und „es war einfach wieder großartig“, sagt Bürger- meister Herbert Kirsch.

In schöner Erinnerung wird den Besuchern auch die Markteröffnung an Christi Himmelfahrt bleiben – mit der Schauspielerin Michaela May ein Glanzlicht zum Auftakt der Markttage. Als „echtes Hafnerkind“ erzählte sie aus der langjährigen Familientradition in der Münchner Hackenstraße und aus ihrer Kindheit in Riederau. „Bei uns lag immer ein Batzen Ton auf dem Küchentisch“, so May. 

Moderne und Tradition auf dem Dießener Töpfermarkt

Fast 300 Jahre baute das elterliche Unternehmen Kachelöfen, darunter auch für illustre Kunden wie die Wittelsbacher. Mit der Dießener Töpfer-Dynastie Lösche verbindet die Mittermayrs eine jahrzehntelange Freundschaft, wie May zahlreichen Zuhörern im Herzen des Töpfermarktes gut gelaunt erzählte. Davon zeugt auch der Heilige Nepomuk, aus der Hand von Mays Mutter Anneliese Mittermayr, der im Lösche-Ofen gebrannt wurde. Er beschützt die Wanderer beim Überschreiten der Tiefenbachbrücke in Dießen. 

Die 93-Jährige Keramikerin lebt seit 1993 im Augustinum Ammersee. Die Keramikpreisträger 2015, Kiho Kang und Toni Maurer, verdeutlichten die Vielfalt des Dießener Töpfermarkts. Zwischen dem zeitgenössischen Arbeiten des jungen Koreaners und der traditionellen Töpferware des Allgäuers liegt die breite Spanne des europäischen Schaffens. 

Und genau diesen Facettenreichtum liebt das Dießener Publikum, das die Wege zwischen den Ständen bevölkerte, Lieblingstöpfer besuchte und Neues kennenlernte. Neben außergewöhnlichen Objekten im Ausstellerzelt, haben vor allem viele Geschirre und Alltagsgegenstände für den Haushalt, aber auch Gartenkeramik in allen Formen und Größen den Besitzer gewechselt. Gerade die Gartenkeramiken galten als Objekte der Begierde, denn die Pflanzzeit steht vor der Tür. 

Angetan vom „disziplinierten Publikum“ zeigt sich Leiterin der Polizeiinspektion Christine Sztyndera-Lips. Dr. Ingrid Marchner vom Dießener Roten Kreuz hält fest, man hätte bei der Großveranstaltung lediglich Pflaster oder Kopfwehtabletten verteilt, „sonst war alles in bester Ordnung.“

Ursula Nagl

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