Brunnen bleibt ein Luftschloss

Tristesse auf dem Schulhof des Ammersee-Gymnasiums: Die grasdurchsetzte Betonwüste wird in jedem Fall noch eine Weile erhalten bleiben. Foto: Peters

Mit einem eigenen Kunstprojekt hatten die Schüler des Ammersee-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit einem Künstler den Außenbereich ihrer Schule verschönern wollen. Jetzt hat der Kreisausschuss das einst gefeierte Projekt gestoppt. Der Grund: Die Kosten für die „soziale Plastik“ waren aus dem Ruder gelaufen.

Die Mitglieder des Kreisausschusses staunten nicht schlecht, als Landrat Walter Eichner ihnen in der jüngsten nicht öffentlichen Sitzung des Gremiums den aktuellen Stand des Kunstprojekts präsentierte. Rund 273000 Euro, so hatte die neueste Kalkulation ergeben, würde die Umsetzung des geplanten Brunnens kosten und damit fast dreimal so viel wie ursprünglich gedacht. Für die Kreisräte Grund genug, die Reißleine zu ziehen und das Projekt mit sofortiger Wirkung zu stoppen. Verloren sind damit die bereits getätigten Ausgaben in Höhe von 35000 Euro. „Es war ein einstimmiger Beschluss“, erklärt Pressesprecher Wolfgang Müller. Nach dem ohne Ergebnis beendeten Wettbewerb Kunst am Bau ist damit auch der zweite Anlauf für eine künstlerische Verschönerung des Schulhofes gescheitert. Wie aber hatte es soweit kommen können? Bereits 2007 hatten die Planungen für das Schulprojekt begonnen. 5000 Euro stellte der Kulturbeirat damals für eine Machbarkeitsstudie zur Verfügung. Im März 2009 präsentierten Schüler, Kunstlehrer und Künstler ihren Entwurf einer interaktiven Brunnenanlage erstmals der Öffentlichkeit. 95000 Euro sollte der begeistert aufgenommene Vorschlag kosten und durch die Sparkassenstiftung finanziert werden, die jenen Betrag schon für den Wettbewerb Kunst am Bau in Aussicht gestellt hatte. Doch bereits Ende 2009 waren die prognostizierten Kosten mit 187000 Euro fast auf das Doppelte gestiegen. „Das lag vor allem an der aufwändigen Technik für den Brunnen“, erläutert Müller. Daraufhin habe man finanzielle Unterstützung aus dem Leader-Programm der EU beantragt. Mit Erfolg: Anfang Juni 2010 trudelte tatsächlich ein Förderbescheid über 79000 Euro im Landratsamt ein. „Damit wäre die Finanzierung eigentlich gesichert gewesen.“ Die Verwaltung zog nun für die Umsetzung eine Haustechnik-Firma und eine Schlosserei hinzu. Außerdem begann man damit, Pumpen und weitere Teile für den Brunnen anzuschaffen. Erstmals gab man auch eine genaue Kostenrechnung in Auftrag – mit verheerendem Ergebnis. 273000 Euro sollte die „soziale Plastik“ nun mindestens kosten, „das lag weit über dem, was wir uns vorgestellt hatten“, stellt Müller fest. Natürlich bedauere auch Landrat Eichner das Ende für das Kunstprojekt, aber man trage schließlich auch noch die Verantwortung für andere Schulen. Ganz zu Ende ist der Traum von einem schöneren Pausenhof für die Schüler allerdings nicht. Der Schule habe man bereits mitgeteilt, 40000 Euro für ein Schachbrett, Fahrradstellplätze und Pflanzen zur Verfügung zu stellen, sagt Müller.

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