"Brunnen-Versetzung unmöglich"

Wenn einer als Vereinsmeier bezeichnet wird, so ist das nicht unbedingt ein positives Prädikat. Wenn aber jemand in Landsberg lebt oder sich der Stadt verbunden fühlt, so ist die Mitgliedschaft in einigen Vereinigungen fast ein Muss. Eine davon ist der Historische Verein, der auf eine über 150-jährige Tradition zurückblickt. Offensichtlich sehen das viele Landsberger so, denn die Sigrid Knollmüller, die 1. Vorsitzende des Vereins, hat bei der Jahreshauptversammlung von einem Mitgliederstand berichtet, der sich auf die Zahl 700 zu bewegt.

Aus den vielen Aktivitäten des Vereins sind einige herauszuheben: Vorträge und Fahrten, die ohne finanzielles Defizit zu Buche schlugen oder die Entwicklung der Vereinsbibliothek, deren Stand auch im Internet erfahrbar ist. Knollmüller erklärte, dass die vielen Fördermaßnahmen den Historischen Verein zwar finanziell belasteten – Spenden würden diese Belastungen aber zum Teil wieder ausgleichen. Als wichtigste Beispiele nannte die 1. Vorsitzende den Erwerb der Barockuhr (Foto), der vier Jesuitenheiligen aus der Heilig-Kreuz-Kirche für das Stadtmuseum und der Druck des Friedhofsbuches von Anton Lichtenstern. Höhere Beiträge Beim Kauf der Barockuhr freute sich Knollmüller, die auch 3. Bürgermeisterin der Stadt ist, vor allem über die gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis des Stadtmuseums. Sie sprach auch zukünftige Aufgaben an, wie die Herausgabe eines Flyers. Auch eine Erhöhung des Jahresbeitrags komme auf den Verein zu. Die Druckkosten für die Geschichtsblätter fallen nun jährlich an, bisher erschienen sie nur jedes zweite Jahr. Schließlich müsste auch die Satzung überarbeitet werden. Ein besonderes Anliegen ist der Vorsitzenden die Umgestaltung des Hauptplatzes im Sinne des Historischen Vereins. Knollmüller bat die Mitglieder sich bei der Begutachtung der Pläne einzubringen. Speziell zu diesem Thema kündigte sie einen Vortrag von Dr. Dagmar Dietrich an. Einer der Hauptpunkte der Tagesordnung war die Vorstellung der neuen Heimatpfleger für Stadt und Landkreis. Den Anfang machte Elke Kiefer, die für Geschichte und Kultur der Stadt zuständig ist. Zu ihren Aufgabenbereichen zählen unter anderem die Erforschung der Stadtgeschichte, Öffentlichkeitsarbeit und die Erziehung zum Heimatgedanken. Ein kurzer Überblick über Ausstellungen und Vorträge illustrierte dies. Als nächstes Projekt kündigte Kiefer die Ausstellung im Neuen Stadtmuseum „Ecclesia Phetine“ – Wie es zum Kirchenneubau von 1458 kam – an. Stadtbild mitbestimmen Dr. Werner Fees-Buchecker setzte die Reihe der Vorstellungen fort. Denkmalpflege und Bauwesen beziehungsweise Bauleitplanung bestimmen seinen Tätigkeit. Gerade in Bezug auf das historische Stadtbild, auf das Orts- und Landschaftsbild sind Beratung, Auskünfte und Stellungnahmen gefragt. Schwerpunkte der letzten Zeit waren die Renovierung der Stadtpfarrkirche und die von St. Benedikt in Sandau. Bevor das Bayertor saniert werden kann muss erst der Wasserhochbehälter entfernt werden. Zur Hauptplatzumgestaltung stellte Fees-Buchecker fest, dass eine Versetzung des Marienbrunnens aus historischen und denkmalspflegerischen Gründen nicht möglich sei. Den Vorstellungsreigen beschloss Dr. Guntram Schönfeld, zuständig für Bodendenkmalpflege und Siedlungsarchäologie. Er beschäftigt sich mit Grabungen, Bergungen, Bau- stellenüberwachung, Gutachten und Veröffentlichungen. Hauptprojekt ist die „Via Claudia“. Am Fallbeispiel Hurlach – Igling erläuterte er die Vorgehensweise: Luftbild, Gelände (GPS-Gerät), Fundzeichnung, Veröffentlichung. Nicht immer seien die Aktionen von Erfolg gekrönt, auch Misserfolge gehörten zu seiner Arbeit. In ihrem Schlusswort freute sich die 1. Vorsitzende Knollmüller auf eine spannende Zeit mit den drei neuen Heimatpflegern.

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