Abgehoben: Silberne Gams im Buch

Buch über die Penzinger Transall findet reißenden Absatz

Start der 51+01 auf dem Fliegerhorst Landsberg am „Spotterday“ im Mai 2017.
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Beeindruckend: Start der 51+01 auf dem Fliegerhorst Landsberg am „Spotterday“ im Mai 2017.

Penzing – Im Luftraum über dem Landkreis waren die unverwechselbar brummenden Transall-Transportflugzeuge der Bundeswehr bis vor drei Jahren zuhause. Dann wurde das Lufttransportgeschwader (LTG) 61 in Penzing aufgelöst. Drei Luftfahrt-Enthusiasten haben jetzt ein Buch über eine der letzten Penzinger Transall veröffentlicht und dabei die ereignisreichen, letzten Monate vor der Außerdienststellung des bis dato ältesten fliegenden Einsatzverbandes der Luftwaffe geschildert.

„Es spricht sich in den einschlägigen, sozialen Netzwerken schnell herum, wenn wieder einmal eine Transall der Luftwaffe durch ehemals heimatliche Gefilde fliegt“, erzählt Max-Joseph Kronenbitter, einer der drei Buchautoren. Das sei ein Beleg dafür, dass die Transall in 45 Jahren, in denen sie im Landkreis und in der ganzen Welt unterwegs war, einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Transall C-160 durch zahlreiche Hilfsflüge für die notleidende Bevölkerung Afrikas den Namen „Engel der Lüfte“ erhielt.

Wenn eine Transall heute den Landkreis quert ist das in der Regel die der Wehrtechnischen Dienststelle der Bundeswehr in Manching. Diese Transall gehörte, genauso wie die, die mittlerweile in der Flugwerft des Deutschen Museums in Oberschleißheim ausgestellt ist, zum LTG 61 in Penzing. In ihrem Buch portraitieren die Autoren – neben Kronenbitter auch Oberstabsfeldwebel a.D. Uwe Lenke und der Fotograf Tom Ziegler – aber eine ganz besondere Transall: die „Silberne Gams“ – so auch der Titel des soeben im Eigenverlag erschienen, 144 Seiten umfassenden Buches. Diesen Namen bekam die Transall wegen ihrer Sonderlackierung zum 60. (und letzten) Geschwader-Geburtstag im Jahr 2017.

„Statt bunter Bemalungen, wie sonst bei Geschwaderjubiläen üblich, erhielt die Maschine eine silbrig-graue Lackierung und erinnert damit an das Aussehen, wie die ersten Transall in den 1970er Jahren vom Flugzeughersteller ausgeliefert wurden“, berichtet Uwe Lenke, einst Pressesprecher des Geschwaders. Sehr markant und heute nicht mehr üblich ist auch die übergroße taktische Kennung 51+01 auf beiden Seiten des Rumpfes.

Denken bereits über eine zweite „Silberne Gams“-Auflage nach: die Autoren Max-Joseph Kronenbitter, Tom Ziegler und Uwe Lenke (von links).

Großformatige Fotos in HD-­Qualität illustrieren die Entstehung dieser Sonderlackierung und zeigen das als Kampfzonen­transporter konzipierte Propeller-Flugzeug bei vielen spektakulären Auftritten. Über 50.000 Besucher sahen die Silberne Gams auch beim Tag der Bundeswehr 2017 auf dem Fliegerhorst Penzing am Boden und während der Flugvorführungen in der Luft. „Die Arbeit an dem Buch dauerte über ein Jahr, weil wir über 160 Fotos von 29 verschiedenen Fotografen zusammengetragen haben“, so Ziegler, der viele Bilder beisteuerte, die er selbst von einem daneben fliegenden Flugzeug geschossen hatte. In dem Buch kommen auch zahlreiche Personen zu Wort, die ihren Bezug zur Silbernen Gams schildern oder ihre persönlichen Eindrücke von der ungewöhnlichen Maschine erzählen, darunter Piloten, Techniker, Lackierer und Journalisten.

Die enge Verknüpfung der Silbernen Gams mit der Auflösung des Penzinger Lufttransportgeschwaders 61 macht die Neuerscheinung auch zu einem zeitgeschichtlichen Dokument. „Deswegen ist das Buch nicht nur für die interessant, die die Silberne Gams schon mal gesehen haben, sondern auch für die, die irgendwann einmal in Penzing gearbeitet haben“, findet der Reserveoffizier Max-Joseph Kronenbitter. Er leistete selbst 28 Jahre lang in Penzing Wehrübungen. Während die 51+01, die als letzte Transall am 18. Dezember 2017 das LTG 61 verlassen hatte, heute auf dem Dach des Luftfahrtmuseums in Wernigerode (Sachsen-­Anhalt) weiterlebt, wurde das LTG 61 aufgelöst und auch der Flugplatz Landsberg vor kurzem luftrechtlich entwidmet.

Das DIN-A4-querformatige Buch „Die Silberne Gams“ in einer Erstauflage von 900 Stück ist nicht im Handel erhältlich, sondern kann E-Mail silberne­gams.buch@gmx.net für 14,90 Euro plus Versand bestellt werden. Zusätzlich gab es drei Verkaufs­tage an der ehemaligen Hauptwache im Fliegerhorst Penzing. Die Nachfrage war so hoch, dass das Autoren-Trio eine zweite Auflage des Buches in Auftrag gegeben hat. Die 600 Exemplare werden voraussichtlich Mitte Januar vorliegen, dann gibt er einen weiteren Verkaufstag.

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